Karl-Tietenberg-Schule Düsseldorf – Klasse 10

Durch die Vermittlung von Katrin Boes, der Inklusionsreferentin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, kam der Kontakt mit der LVR-Karl-Tietenberg-Schule – Förderschwerpunkt Sehen zustande.Außenaufnahme der Schule

Beim ersten Besuch lernten wir die SchülerInnen der Klasse 10 kennen, die uns einen netten Brief geschrieben hatten. Genauso freundlich war der Empfang und die erste Stunde.

Nach dem Kennenlernen gingen wir schnell an die Erfahrungen, die die Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren mit der Inklusion gemacht haben. Spannend, auch für uns war die Frage nach den Begriffen. Fühlen sie sich als Behinderte? Welche Bezeichnungen verwenden die Jugendlichen selbst – oder wie möchten sie angesprochen werden? Das macht schon einen Unterschied, ob sie als Sehbehinderte gesehen werden oder als Menschen mit einer Einschränkung.

Beim nächsten Treffen war den Jugendlichen besonders wichtig, warum es eigentlich so lange gedauert hat, dass die Gesellschaft sich für sie öffnet. Das war gar nicht so leicht zu beantworten. Wie tickt so eine Gesellschaft, warum gibt es Ausgeschlossene und was kann man dagegen tun?

In einem weiteren Treffen untersuchten die Jugendlichen im Computerraum die Webseite des Landtages, lernten die Abläufe des Gesetzgebungsverfahrens kennen und sahen entsprechende Videos, die das Verfahren erklärten. Gemeinsam mit Katrin Boes überlegten wir, was so ein neues Gesetz bewirken könnte. Beim Inklusionsstärkungsgesetz geht es ja darum, Menschen mit Einschränkungen die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Eigentlich wollten wir ja mit den Jugendlichen eine Meinungsumfrage auf der Straße machen. Aber das war doch nichts für sie. Statt dessen sammelten die Jugendlichen ihre Fragen an die Politik. Sie erarbeiteten einen Fragebogen an die Landtagsabgeordneten und wir lieferten ihn in entsprechender Ausfertigung bei der Poststelle des Landtags an, so dass alle Abgeordneten einen Fragebogen zugestellt bekamen.

15pa Tietenberg-Schule im Landtag. Foto Marion Warden

Die SchülerInnen der Klasse 10 im Landtag mit Marion Warden (links) Foto: Marion Warden

Aber der Besuch im Landtag stand ja trotzdem auf der Tagesordnung und das Treffen mit Landtagsabgeordneten. Außerdem waren die Jugendlichen sehr interessiert, am Jugendprogramm des Landtags teilzunehmen. Wir haben die Düsseldorfer Abgeordnete Marion Warden von der SPD angesprochen, die auch sofort bereit war.

Für die Jugendlichen war es ein besonderer Tag, weil die Sitzung im Plenarsaal des Landtages sehr eindrucksvoll war und das Gespräch anschließend mit der Frau Warden ebenfalls!