Thema Mädchenbeschneidung

Bildungseinheit

Mit unserer Unterrichtseinheit wollen wir dazu beitragen, dieses sensible Thema im Unterricht zu behandeln.

Vor der Durchführung der Bildungseinheit sollte geklärt werden, ob es in der Klasse oder an der Schule Kinder aus Ländern gibt, in denen die weibliche Genitalbeschneidung praktiziert wird. Damit diese Kinder nicht ausgegrenzt werden, ist ein besonders behutsamer Umgang mit dem Thema erforderlich.

Wir empfehlen der Lehrkraft, mit der Schülerin oder dem Schüler ihrer Klasse darüber zu sprechen, wie es für sie ist, das Thema im Unterricht zu behandeln. Empfehlenswert ist auch, mit den Eltern Kontakt aufzunehmen. Die Jugendlichen und ihre Eltern können in die Vorbereitung einbezogen werden und sich Materialien und Filme vorher gemeinsam ansehen.

BE82 Inhalt

Begriffe

Wir verwenden nicht den Begriff “Genitalverstümmelung” sondern haben die Begriffe weibliche Genitalbeschneidung oder Mädchenbeschneidung genommen, weil wir von den betroffenen Frauen darum gebeten wurden. Wir möchten sie nicht verletzen und ihnen mit Respekt begegnen. Auch bei der Bildungsarbeit mit Jugendlichen möchten wir nicht von Genitalverstümmelung sprechen. Da dieser Begriff aber im Recht verankert ist, lässt sich das nicht immer vermeiden.

Filmtipp

Bolokoli – Mädchenbeschneidung in Mali, Regie: Rita Erben, Deutschland 2000, Produktion: SWR/Rita Erben Filmproduktion, Kamera: Reinhard Hornung, Dokumentarfilm, Deutsch, VHS, 29 Minuten

„Bolokoli“ ist in der Sprache Bambara in Mali die Bezeichnung für Mädchenbeschneidung. Am Beispiel des westafrikanischen Landes, in dem etwa 95 Prozent aller Frauen beschnitten sind, zeigt der Film verschiedene Aspekte dieser weitgehend immer noch gesellschaftlich fest verankerten Tradition auf. Zu Beginn werden Informationen über verschiedene Formen der Beschneidung und über die Folgen für die betroffenen Frauen vermittelt. Das anschließende, für den Film nachgestellte Ritual einer Beschneidung erzählt von der fünfjährigen Katschja. Ihr wurde ein herrliches Fest versprochen, aber in ihren Augen spiegelt sich die Angst vor dem Ungewissen. Sie soll tapfer sein und nicht weinen – trotz der grauenhaften Schmerzen.

Langsam regt sich in Mali der Widerstand gegen diese Fremdbestimmung des weiblichen Körpers. Dango hat 15 Jahre lang Mädchen beschnitten und mit dieser gut bezahlten Arbeit wesentlich zum Lebensunterhalt ihrer Familie beigetragen. Sie steht für den Wandel in Mali. Denn inzwischen hat sie ihren Beruf aufgegeben und kämpft in der APDF (Association pour les droits des femmes/Vereinigung für die Rechte der Frau) gegen die Beschneidung. Auch der von jungen Frauen und Männern gegründete Radiosender „Die Stimme der Frau“ engagiert sich gegen die frauenverachtende Tradition. In ihren Sendungen sprechen die jungen Leute von den Rechten der Frauen und klären die Bevölkerung über physische und psychische Folgen der Genitalbeschneidung auf.

 

Termine:

30.11.2016 Vorbereitungstreffen für die kommunale Aktion Rote Hand in NRW – 17.00 bis 19.00 Uhr – Gerhard-Hauptmann-Haus, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf (Saal)

07.12.2016 Runder Tisch NRW – 14.30 – 17.00 Uhr – Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgensplatz 1, 40219 Düsseldorf, Raum 255 (2. OG.)