22. November 2017
Mädchenbeschneidung

Auf Einladung des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt in Ratingen konnten wir mit den etwa 40 TeilnehmerInnen aus Krankenhaus, Gynäkologe, Polizei, Jugendamt, Flüchtlingsberatung, Grundschule und Berufskolleg drei Stunden intensiv das Thema Mädchenbeschneidung erarbeiten. Als Einstieg sammelten wir von den TeilnehmerInnen Statements und Fragen auf A3-Blättern ein, die in der Mitte auf dem Boden lagen. Dabei kamen bereits viele Stichworte zusammen, die den Workshop prägten. Nach dem Film “Bolokoli” wurden die darin gemachten Informationen besprochen. Nach der Pause ging es dann mit dem Einstieg in die Details weiter unter Berücksichtigung der verschiedenen beruflichen Herangehensweisen. Die Diskussion wurde sehr lebhaft. Zum Schluss blieb noch Zeit für erste Überlegungen zum Handeln und Information über Unterstützungsangebote. Danke an die VeranstalterInnen für die gelungene Veranstaltung. Mehr FOCUS online

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9. November 2017
Film in Aktion

Einen Tag vor der Verleihung des Eine-Welt-Filmpreises NRW kam sehr spontan ein Workshop im Berufskolleg Südstadt in Köln zustande. Zusammen mit Rahmat Haidari zeigte Günter Haverkamp den Film #MyEscape.

Die Außenhandelsklassen zeigten großes Interesse und so drängten sich immer mehr Jugendliche in den normalen Klassenraum, bis es letztendlich fast 100 Jugendliche waren. Den Bogen konnte Günter Haverkamp ziehen, der mit seiner Außenhandelserfahrung undseiner Arbeit im Iran einige Hintergründe erklären konnte. Interessant war für die Jugendlichen auch, dass er in dieser Zeit begann Flüchtlingsarbeit zu machen. Der Zusammenhang zwischen dem Kennenlernen von Kulturen im beruflichen Umfeld und dem Wunsch nach Unterstützung von Menschen hier war deutlich erkennbar.

Der Film #MyEscape packte sie und zog sie in den Bann. In der Fragerunde nach dem Film waren die Fragen an Rahmat Haidari sehr sensibel. Nach 90 Minuten waren ganz sicher noch nicht alle Fragen beantwortet, aber die Sicht auf Menschen, die fliehen müssen, gründlich verändert.

Das drückte sich auch in den Wünschen aus, die die Jugendlichen für Rahmat Haidaris Zukunft äußerten. Sie fragten mehrfach, was sie dazu tun könnten, damit es ihm gut geht.

Dazu schrieb uns die Lehrerin: “Es war eine sehr gelungene Veranstaltung. Sie beide haben es geschafft, so viele junge Menschen über 90 Minuten zu fesseln, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Das ist nicht selbstverständlich.”

FRIEDENSBAND bietet Workshops mit Filmen und wenn möglich auch mit Filmemachern an.

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8. November 2017
Mädchenbeschneidung

Im Mitarbeitertreffen der Flüchtlings- und MigrationsberaterInnen der AWo Düsseldorf war eine Stunde Raum geschaffen worden für das Thema Mädchenbeschneidung. Den TeilnehmerInnen wurde schnell klar, wie wichtig dieses Thema für ihre Arbeit ist und so wurde es ein spannender Workshop mit vielen sehr engangierten Diskussionen.

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20. Oktober 2017
Eine-Welt-Filmpreis NRW

Am 9.11., also einen Tag vor der Verleihung des Eine-Welt-Filmpreises führt FRIEDENSBAND einen Workshop in einem Kölner Berufskolleg durch. Wir wollen mit Filmausschnitten den Jugendlichen den entwicklungspolitischen Film näher bringen. Die Jugendlichen sind herzlich eingeladen, bei der Preisverleihung dabei zu sein.

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14. Oktober 2017
Eine-Welt-Filmpreis NRW

Begründung der Jury:

Sieben Jahre lang recherchierte und drehte Joakim Demmer in drei Kontinenten zur Frage der Kommerzialisierung von Ackerland und der damit verbundenen Enteignung und Vertreibung der einheimischen Landbevölkerung. Weltweit gibt es einen massiven kommerziellen Ansturm auf Ackerland – das neue grüne Gold. Die Auswirkungen spüren Hunderttausende von Menschen in den Entwicklungsländern. Am Beispiel Äthiopiens zeigt Joakim Demmer die Absurdität dieser Prozesse und ihrer Folgen auf. In dem von Hungersnot betroffenen Land verpachtet die äthiopische Regierung Millionen Hektar scheinbar ungenutzter Ackerfläche an ausländische Investoren, angeblich in der Hoffnung, dadurch Exporteinnahmen zu erzielen. Die Folgen sind Zwangsvertreibungen größten Ausmaßes, verbunden mit einer Spirale der Gewalt und massiver Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Hinzu kommt, dass diese Katastrophe durch Milliarden von Entwicklungshilfegeldern von Institutionen wie der Weltbank finanziert und mit verursacht wird.

Wie in einem Thriller gelingt es dem Dokumentarfilmer Demmer, die Zuschauer immer weiter in diese komplexe Thematik hineinzuziehen, die er am Beispiel des Gambella Nationalparks im Westen Äthiopiens anschaulich vermittelt. Gleichzeitig zeigt er dabei auf, wie die Entwicklung aus diesem entlegenen Winkel des Landes bis in die Finanzmetropolen der Welt reicht. Die Gewinne, die ausländische Investoren erzielen, kommen bei den Armen nicht an. Nahrungsmittel, die eigentlich dringend in Äthiopien selbst benötigt würden, gehen in den Export, Lebensmittelknappheit und Hunger im Land steigen. Die Menschen leiden Not, werden von ihrem Land vertrieben und unterdrückt. Die Folge sind Flüchtlingscamps in den Nachbarländern mit Zwangsvertriebenen aus Äthiopien und Ausbrüchen von Gewalt, die zum Teil in bürgerkriegsähnliche Zustände münden.

Jahrelang hat Joakim Demmer in drei Kontinenten investigativ und oft unter Gefahr recherchiert. Er erlebte, wie seine Informanten und Interviewpartner, die sich gegen das „Landgrabbing“ stellten, verfolgt und inhaftiert wurden. Trotz der extrem schwierigen Drehbedingungen schafft es der Regisseur, visuell starke Bilder einzufangen und eine Erzähldramaturgie zu entwickeln, die den Zuschauern grundlegende Einblicke in das Geflecht von Korruption, Vertreibung, Entwicklungshilfe, diktatorischem Handeln und globalisierter Wirtschaft gibt.

Die besondere Leistung seines Films liegt darin, diese komplexen, für Außenstehende kaum zu durchschauenden Zusammenhänge transparent zu machen.

Dabei zeigt der Film auch positive Beispiele verantwortlichen unternehmerischen Handelns in der Landwirtschaft. Er zeigt aber auch: Wer sich gegen das System stellt, lebt gefährlich. „Wir sind bereits tot“, sagt einer der Aktivisten gegen das „Landgrabbing“ im Nationalpark Gabbela. Und zitiert dann ein Sprichwort, das gleichzeitig der Originaltitel des Films ist: „Dead Donkeys Fear No Hyenas“ („Tote Esel fürchten keine Hyänen“).

„Das Grüne Gold“ ist ein mutiger, ein relevanter Film, eine spannende, geradezu packende Dokumentation, die weit über das Beispiel Äthiopien hinaus Zusammenhänge aufdeckt und dem Zuschauer einen Perspektivenwechsel ermöglicht.


WDR-Kulturnachrichten

Der schwedische Regisseur Joakim Demmer hat den diesjährigen Eine-Welt-Filmpreis NRW mit seinem Dokumentarfilm “Das Grüne Gold” gewonnen.

Darin beschreibt er die Folgen der Kommerzialisierung von Ackerland in Äthiopien und die damit verbundene Vertreibung der einheimischen Landbevölkerung. Die Auszeichnung wird von der nordrhein-westfälischen Landesregierung vergeben. Der erste Preis ist mit 7.500 Euro dotiert. Er würdigt hervorragende Dokumentar- und Spielfilme, die Probleme in Entwicklungsländern thematisieren und auch Ansätze zur Veränderung aufzeigen. Mehr


Interview – WDR 5. Neugier genügt, 27,35 Minuten

Der schwedische Regisseur Joakim Demmer traute seinen Augen nicht, als er vor sieben Jahren auf dem nächtlichen Flughafen von Addis Abeba eine seltsame Verlade-Aktion sah: Ausgerechnet in Äthiopien, dem Land der großen Hungersnöte, wurden heimlich Nahrungsmittel auf dem Rollfeld in Richtung Europa verladen, während gleichzeitig Hilfsgütertransporte aus Europa landeten, die für die hungernden Äthiopier gedacht waren. Das war der Beginn einer spektakulären Recherche. Längst kaufen internationale Spekulanten Ackerland in Afrika, Lateinamerika und Asien. Demmer deckte die tragische Geschichte vom „grünen Gold“ auf, dem endlichen Ackerland, auf das sich Investoren weltweit stürzen. Der Preis für die ehemaligen Besitzer ist hoch: Menschen werden enteignet und zwangsumgesiedelt. „Das grüne Gold“, sein bewegender Dokumentarfilm, startet heute. am 5. Oktober 2017, im Kino. Eine Redezeit über Abgründe und schockierende Wahrheiten und was die deutschen Rentenkassen damit zu tun haben, dass Menschen in Äthiopien enteignet und entrechtet werden.

Gefragt nach dem Schutz, den er als schwedischer Journalist dem einheimischen Umweltjournalisten bieten konnte:

“Nicht wirklich. Es war mal so, aber es hat sich auch geändert. In den zwei Jahren, in denen wir dort waren, wurden auch zwei andere schwedischen Journalisten geschnappt und ins Gefängnis geworfen, weil sie in einer anderen Region untersuchen wollten. Das war eine klare Botschaft: Ihr Europäer ihr weißen Journalisten seid auch nicht geschützt.” anhören


 

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