Aktion “Intakte Körper”

Gegen die Beschneidung von Mädchenintakte körper

Etwa 200 Millionen Frauen und Mädchen sind weltweit von genitaler Beschneidung betroffen. Jedes Jahr kommen Millionen Mädchen dazu. Die Auswirkungen auf das Leben der betrofffenen Mädchen sind grausam – oft genug sterben sie. Auch hier in Deutschland sind Mädchen bedroht.

 

Warum dieses Thema?

Bei der Beschäftigung mit diesem Thema erfahren die Jugendlichen, wie schwer die gesundheitlichen Probleme sind, mit denen die gleichaltrigen Mädchen zu kämpfen haben. Das beginnt mit dem Wasserlassen, dass sehr lange dauern kann und äußerst schmerzvoll ist. Das geht weiter mit der Menstruation, bei der das Blut kaum abfließen kann, was neben den Schmerzen zu schweren Kompliktationen und Entzündungen führen kann. Aber richtig gefährlich wird es bei Geschlechtsverkehr und Geburt.

In den Jugendlichen entsteht eine Vorstellung von der Unverletzbarkeit des Körpers und eine Ablehnung von Schönheitsoperationen. Denn diese werden von der WHO ebenfalls dem Thema Mädchenbeschneidung zugeordnet und können zu starken gesundheitlichen Problemen führen.

 

 

Vorbereitung: Das Buch Wüstenblume

Eine Form des Einstiegs kann bereits vor dem Workshop beginnen: Die Schüler*innen lesen die Lebensgeschichte von Waris Dirie.

Unser Vorschlag: Zwei bis drei Schüler*innen bilden eine Arbeitsgruppe und wählen Kapitel, die sie für die Klasse erarbeiten. Zwischen ihnen wandert das Buch so lange, bis sie ihren Anteil geleistet haben. In der Klasse tragen dann alle in Kurzform das Gelesene mit ihren Empfindungen vor. Auch hierbei ist die Meinungswand hilfreich.

Wir stellen Ihnen gern 10 Bücher “Wüstenblume” für vier Wochen zur Verfügung.

 

Plakate für Ihre Schule

Wir haben drei Plakate, die Sie in Ihre Schule / Klasse aush ängen können, die wir Ihnen kostenlos zur Verfügung stellen können. Sie können in den Klassen und in der Schule auf das Thema und den Aktionstag aufmerksam machen.

Wie überall benutzen wir übrigens nicht das Wort “Genitalverstümmelung”. Das werden wir vor Schüler*innen ohnehin nicht machen, weil dieser Ausdruck schon allein, Jugendliche negativ beeindrucken kann. Da aber nach unserer Erfahrung alle betroffenen Frauen und Mädchen diesen Begriff ablehnen und er nur von Nichtbetroffenen verwendet wird, nutzen wir in unserer Arbeit generell Begriffe wie “Mädchenbeschneidung” und “weibliche Genitalbeschneidung”, auch um uns nicht des Verdachts des Rassismus auszusetzen.

 

Workshop Mädchenbeschneidung

Wir bieten Ihnen einen Workshlp für eine oder mehrere Klassen an Ihrer Schule an.

 

Einstieg: Die Meinungswand

Wir beginnen mit einem Stuhlkreis. Die Schüler*innen können auf einer 2-3 Meter langen Papierbahn (Meinungswand) ihre Gedanken niederzuschreiben, mit dicken Filzschreiber, mit großer Schrift und durchaus mit Zeichnungen angereichert.

Wir erleben in Schulen, dass Jugendliche mit ihrer Fantasie den Raum füllen und davon fasziniert sind. Sie stoßen sich dabei gegenseitig an und beginnen bereits zu diskutieren.

Grundlage für die Meinungswand ist eine 50-Meter lange, 62 cm breite Papierrolle (Plotterpapier, 80g). Wir bringen die Papierrolle und die Filzschreiber mit.

Für uns ist es zu Beginn des Aktionstages wichtig zu erfahren, wie die Schüler denken, was sie wissen und was sie bewegt. Wir hängen die Meinungswand an die Wand und kommen während der Projekttages immer wieder darauf zurück.

 

Der Film “Bolokoli – Beschneidung in Mali”

In den 29 Minuten bringt dieser Film eine umfassende Sicht auf das Thema – und deutet eine Beschneidung nur an. Die Hebamme und die Ärztin geben sehr persönliche und wichtige Hintergrundinformationen. So lernen die Jugendlichen aus erster Hand und authentisch das Thema von allen Seiten kennen.

Wichtig ist vor allem die Erklärungen der Frauen für die Fragen nach dem “Warum?”, das nicht nur die Jugendlichen sehr bewegt.

Nach dem Film gibt es viele Fragen, auf die wir gern und sehr intensiv eingehen. Darüberhinaus geben wir weitere grundsätzliche Informationen und spannen den Bogen von Mali, wo der Film spielt nach Deutschland, wo betroffene Frauen und Mädchen in ähnlicher Situation leben.

 

Plakataktion

Nach dem Film und den Zusatzinformationen brauchen die Schüler*innen eine Form, ihre Gefühle rauszulassen. Sie bilden Arbeitsgruppen, in denen sie ihreauf Plakaten verarbeiten. Dort können sie ihre Forderungen, Wünsche, und ihre Gefühle einbringen.

Jugendliche nutzen dabei oft eine sehr direkte Sprache. Sie berühren damit aber auch ihre erwachsene Umgebung sehr.

 

 

 

 

Mehr zum Thema Mädchenbeschneidung finden Sie auf unserem Bildungsportal KUTAIRI