Projekt Armut in der Jugendeinrichtung “Villa”

Das Thema Armut ist für viele der Kinder in der Jugendeinrichtung ´”Die Villa” nichts Fremdes. Der Stadtteil Odenkirchen gehört auf keinem Fall zu den bevorzugten in Mönchengladbach. Hier sind aber Menschen mit viel Herzblut aktiv, den Kindern aus vielen Nationalitäten eine freundliche Bleibe für ein paar Stunden zu bieten – mit warmen Getränken und Essen natürlich.

Seit vielen Jahr gehören wir auch zu den Stammgästen in diesem Haus und dürfen Workshops mit den Kindern machen. Dieses Mal eben zum Thema Armut.

Die Jüngsten – 1.-3.12.2015

Die Jüngsten der Jugendeinrichtung “Die Villa” wussten schon genau, was heute auf dem Plan stand. Und elf die 10 bis 12jähringen hatten sich be20151201_165238_022reits untereinander schlau gemacht. So war die Fantasie bereits bei den Armen in aller Welt. Sie beschrieben Armut in der Türkei, in Marokko und den USA und überlegten,  wo sie wohl herkommt,  die Armut.

Im zweiten Teil des ersten Workshops wurde es Als dann die Vorstellung im Raum stand, sie hätten auf der Straße eine Brieftasche gefunden, eine mit richtig viel Geld drin, füllte sich das große Transparent schnell mit den schönsten Dingen rund um eine prall gefüllte Geldbörse. Dann überlegten sie, was davon wirklich wichtig ist.

Zum Schluss war der Film “Lost and found – die verlorene Brieftasche” eine spannender Endpunkt. Die zweite Hälfte sahen die gespannten Kinder dann am zweiten Tag. Das war der Ausgangspunkt für Überlegungen, in Rollenspielen Armut darzustellen. Mit den drei Gruppen konnte dann während des Spiels immer wieder über Armut und welche Möglichkeiten es gibt, ihr zu entrinnen, gesprochen.

Auch der dritte Tag stand im Zeichen der Darstellung von Szenen, die in der nächsten Woche von Filmemacher Christian Deckert aufgenommen werden sollten. Die Kleinen konnten es gar nicht fassen, dass sie aufgenommen werden sollten.

Die Älteren – 8.-10.12.2015

Die älteren Kinder, eine Gruppe von zehn 12-14jährigen konnten sich schon intensiver mit der Tagespolitik beschäftigen. Spannend waren die Gespräche rund um die Kriege und Bürgerkriege und die Ursachen. Eindeutige Aussagen gegen jede Form von religiöser Gewalt kamen wie selbstverständlich von den Jugendlichen. Das ist in der Islamistenhochburg Mönchengladbach keine Selbstverständlichkeit. Da merkt man die Arbeit von Hayat Mia, dem Streetworker von Mönchengladbach-Odenkirchen.

Die Gespräche gingen sehr tief auch in den persönlichen Umgang der Kinder mit Gewalt und Überlegungen, wie Konflikte friedlich gelöst werden können. Auch sie sahen nun den Film “Lost and found – Die verlorene Brieftasche”.

Der Film entsteht – 10.12.2015

So hatten sich die Kinder in der Jugendeinrichtung das nicht vorgestellt. Da kam tatsächlich ein Filmemacher aus Düsseldorf, um mit ihnen einen Film aufzunehmen. Da klappte sehr gut und es zeigte sich ungeahnte Talente in den Kindern, die gar nicht mehr aufhören wollten mit ihren Szenen. Das wird sicher ein interessanter Film, den wir nun möglichst schnell den Politikern zeigen wollen.