Das Projekt wurde vom 21.10. bis zum 23.10.2015 durchgeführt. Wir hatten in diesen drei Projekttagen die Aula zur Verfügung. Die Durchführung lag voll bei Melanie Papenfuß, die das Konzept und die Absprachen mit der Schule übernommen hatte.

21.10.2015 – Die Jugendlichen bekamen einen Einblick in das Projekt, den Ablauf und die wichtigsten Bestandteile. Sie lernten den Filmemacher Christian Deckert kennen, der sie in den nächsten Tagen filmisch begleiten würde. Dann ging es gleich zur Sache: Die Meinungswand wurde ausgerollt und das riesige Transparent wurde mit Antworten auf die Frage beschrieben “Was ist Zuwanderung?” Dann gab es viel Gelächter bei den Filmausschnitten aus dem Film „Landung frei für Albatrosse“. Diese Könige der Lüfte sind völlig tollpatschig, wenn es ums Landen und Starten geht. Ein schönes Sinnbild für die Jugendlichen in der Hauptschule, dass Landungen und Starts manchmal schwierig sind, aber mit viele Energie ein guter Flug gelingen kann. Die Parallelen zu Flüchtlingen und Zuwanderern fielen den Jugendlichen leicht.

Mit den Fragestellungen “Warum verlassen Menschen ihre Heimat?” wurde wieder ein Transparent beschrieben. Dann beschäftigten sich vier Arbeitsgruppen mit Fluchtgeschichten. Den Abschluss bildete der Film “Amal” über eine Flüchtlingsfamilie mit ihren Ankommen und ihren Sorgen. Am Ende stand dann eine Auswertungen aus Tageszeitungen zum Thema Flucht und Zuwanderung.

22.10.2015 – Heute stand das Thema Vorurteile im Mittelpunkt. Das war eine sehr gründliche Analyse und ganz banale Beispiele aus dem Alltagsleben. Jeder konnte etwas dazu beisteuern. Dann ging es über zur Meinungsumfrage. Es wurde zunächst sehr intensiv darüber gesprochen, wie so etwas funktioniert, wo man es vorfindet und warum man das macht. Die Jugendlichen lernten die Flip-Kameras von FRIEDENSBAND kennen, mit denen jede Interview-Gruppe ausgerüstet wird. Dann erarbeiteten die Jugendlichen in Arbeitsgruppen 10 Fragen und stimmten schließlich über die besten ab.

23.10.2015 – Tag der Meinungsumfrage. Deswegen wurde zuerst trainiert. Wie spreche ich Menschen an. Wie reagiere ich auf die antworten. Wie stelle ich mich vor? Die Umfrage selbst wurde dann ganz anders, als sich die Jugendlichen das vorgestellt hatten. So schüchtern sie in der Schule bei der Vorbereitung waren so beherzt und offen fragten sie nach anfänglichen Problemen die Passantinnen und Passanten. Und die reagierten durchweg positiv. Von ausländischen Kindern gefragt zu werden, ob Ausländer aggressiver sind als Deutsche, ob sie finden, dass für Zuwanderer mehr getan wird als für Deutsche verblüffte viele Menschen und machte so manche nachdenklich. Die Jugendlichen selbst waren stolz auf ihre Leistung und viel selbstbewusster.