In spannenden Workshops erarbeiten wir mit geflüchteten Jugendlichen neue Zugänge, um die Sprachlosigkeit zu überwinden.
Für die Jugendlichen ergibt sich aus der AP1240889useinandersetzung mit den Fallen in ihrer Zukunft die Chance, sie bewusst wahrnehmen zu können. Eine Beteiligung an der Ausgestaltung des Projektes soll den Aufmerksamkeitswert und die Akzeptanz erhöhen und entsprechende Kompetenzen fördern.
Das gilt ganz besonders für geflüchtete Kinder. In der Dumont-Lindemann-Hauptschule und in der Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße in Düsseldorf führen wir das Projekt mit insgesamt drei Klassen durch.
Wir haben in der Vorbereitung sicherlich die doppelte Zeit gebraucht für jeden Workshop, weil die Herausforderung, mit geflüchteten Jugendlichen zu haben, groß ist. Es ist einerseits der Umgang mit den Kulturen, die immer wieder berührt werden und dann natürlich ist es die Frage, wie können wir es Jugendlichen erklären, die des Deutschen nicht oder noch nicht mächtig sind.
Wir haben den Vorteil, dass wir schon seit vielen Jahren mit sehr einfachen Mitteln arbeiten. Die Meinungswand ist ein wichtiges Element in unseren Workshops. Sie erlaubt großflächig zu schreiben oder, wenn das nicht gelingt, zu malen.

Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße Düsseldorf – Klassen IK 4 und 5
Die Klasse IK 5 besteht aus Jugendlichen, die über geringe deutsche Sprachkenntnisse verfügen.
Die Klasse IK 4 besteht aus Jugendlichen, die bereits über bessere deutsche Sprachkenntnisse verfügen.
Wie sieht meine Zukunft aus?
17.2.16 – IK 5 – Als Material wurden nacheinander vier Bilder (Ziele, Familie, Freunde, Job) auf die Papierbahn gelegt. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit ihre jeweiligen Gedanken zu äußern und auch aufzuschreiben. Dabei konnten sie sich untereinander helfen, bekamen aber auch Hilfestellungen von uns. Relativ schnell entwickelte sich das Thema Beruf als Fokus. Den Berufswunsch konnten sie auch pantomimisch vor der Kamera darstellen. Auch die familiäre Situation und Vorstellung für die Zukunft entwickelten sich zum Thema. Trotz der sehr persönlichen Fragen gaben die Jugendlichen bereitwillig Auskunft und hatten teilweise schon sehr konkrete berufliche Ziele.
17.2.16 – IK 4 – Da die Jugendlichen mehr verstehen, konnten sie sich stärker einbringen. So sprachen sie, wie es um ihren Freundeskreis steht und wie schwierig es ist neue Freunde zu finden, auch aufgrund der Sprachbarriere. Sie konnten sich ganz konkret zu ihren Zielen äußern. Für ein Bewegungsspiel legten wir vier Papiere auf den Boden. Auf dem einen stand “-5”, auf dem zweiten “0” und auf dem dritten “+5”. Indem sie sich der Reihe nach auf die Papiere stellten, beantworteten die Jugendlichen die Fragen “Wo war ich vor fünf Jahren?” – “Wo bin ich jetzt?” – “Wo werde ich in fünf Jahren stehen?” Sie konnten damit ihre Erlebnisse, ihre Situation und ihre Wünsche zusammenfassen.
Meine Zukunft – unsere Zukunft
24.2.2016 – DP1260467 (2)ie geflüchteten oder zugewanderten Jugendlichen in den Klassen IK 4 und 5 versuchten für sich eine Zuordnung: Was ist für uns heute hier im neuen Land für uns das Wichtigste. Angeboten haben wir Symbole für Heim, Familie, Kinder, Auto, Fahrrad, Gesundheit und Schutz. Da kamen die Jugendlichen schon ins Nachdenken. Was hätten sie noch vor kurzem gewählt, was jetzt? Und was ist wichtiger? Da wanderte der Kinderwunsch bei vielen nach unten. Gesundheit war bei allen wichtig.
Welche Menschenrechte sind für meine Zukunft wichtig?
 2.3.2016 – Dieses Mal ging es um die Wertvorstellungen und Rechte, die sich bei den Jugendlichen durch das Leben in einem fremden Land verändern. Mit Symbolen für die wichtigsten Menschenrechte regten wir die Jugendlichen zum Nachdenken an und zeigten ihnen, dass nur durch Toleranz ein Zusammenleben ohne gewalttätige Konflikte möglich sind. Der Sinn der Menschenrechte wurde deutlich gemacht und die Jugendlichen formulierten sogar eigene Rechte, angelehnt an ihre Wünsche. Dabei wurden Erfahrungen ausgetauscht.

Dumont-Lindemann-Hauptschule Düsseldorf – Klasse SE 1
Die Klasse SE 1 besteht aus Jugendlichen, die überwiegend bereits länger als 6 Monate in Deutschland sind.
Wer ist für unsere Zukunft verantwortlich?
22.1.16 – Im Rathaus Düsseldorf möchten die JugP1260194endlichen der SE-Klasse 1 der Dumont-Lindemann-Hauptschule wissen, wie Politik gemacht wird in ihrer neuen Heimatstadt. Dazu hat sich Bürgermeister Günter Karen-Jungen viel Zeit genommen. Zwischendurch kommt auch Oberbürgermeister Thomas Geisel dazu und interessiert sich für die Meinung der Jugendlichen. Die sind natürlich tief beeindruckt, nehmen aber vor allem auch mit, dass hier Politik nicht gefährlich und sehr bürgernah abläuft. Eine guter Einstieg in das Thema Zukunft
Flucht in die Zukunft
19.2.16 – Die SE 1 beschäftigte sich intensiv mit der Frage, wie die Zukunft der Welt aussieht. Sie haben es geschafft, einen Ort zu erreichen, an dem sie sicher sind, keinen Hunger haben und zur Schule gehen können. Besorgt machte sie, dass nicht nur durch Kriege Menschen fliehen müssen. Auch die vom Menschen verursachten Klimaprobleme zwischen Menschen zunehmend, ihr Land zu verlassen. Was man dagegen tun kann, war ein wichtiges Thema in dieser Stunde.
Eure Zukunft ist unsere Zukunft!
26.2.16 – Mit der SE 1 die Flüchtlingsunterkunft Moskauer Straße zu besuchP1260479en, war spannend. Selbst Jugendliche, die in verschiedenen Unterkünften waren, wollen sie denen helfen, die noch drin sind. “Eure Zukunft ist unsere Zukunft” meint, dass die Jugendlichen begriffen haben, dass sie mithelfen müssen. Wenn noch mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen, wird es darauf ankommen, das möglichst viele Menschen mithelfen. Da sind die jungen Flüchtlinge als Expertinnen hoch willkommen. Mädchen nehmen Mädchen mit zum Treff, Jungs, die in Sport- oder Jugendclubs sind, versuchen andere Jugendliche unterzubringen. Und das gemeinsame Fußballspielen wird hoffentlich auch gelingen – oder gibt es da Hürden? Wir werden es bald wissen!
 
Wie geben wir anderen eine Zukunft?
4.3.16 – Ein langsamer, spannender Prozess. Anderen helfen ist in den Herkunftsländern der Jugendlichen in der hier gelebten Form nicht so bekannt. Es entsteht eine Freude daran, etwas für andere zu tun. Von Seiten des Grünflächenamtes haben wir grünes Licht bekommen und können auf dem Rasen vor der Flüchtlingsunterkunft Moskauer Straße Fußball spielen. Acht Jungs sind dabei und bringen auch noch andere mit. Möglich ist das Fußballspielen auch auf dafür vorgesehene Plätze. Der Mädchentreff wird wohl auch Zulauf bekommen. Tischtennis kann auf dem Programm stehen.
Das Projekt wird gefördert durch das Landesjugendamt Rheinland