2003

 

Der Irakkrieg naht

Am 7. Februar 2003 sagt US-Präsident George W. Bush: “Das Spiel ist aus” und wir wussten alle, dass jetzt bald der Irakkrieg entsteht. Es war ein Spiel mit dem Feuer und niemand wusste damals, wie es ausgehen würde.

Angst und Wut machte sich bei vielen von uns breit. Günter Haverkamp arbeitete als Eine-Welt-Promotor für Medien in Nordrhein-Westfalen und hatte als Sprecher des Medienforum Eine-Welt mehrere Workshops und Tagungen zum Thema Krieg mitorganisiert. Dabei ging es mal um “Krieg und Sprache”, mal um “Krieg und Quellen” und es waren immer spannende Treffen von Journalist*innen aller Sparten und intensive Auseinandersetzungen. Im Medienforum Eine-Welt arbeiteten zum Beispiel das Grimme-Institut, die Melanchthon-Akademie und der Dritte-Welt-Journalisten-Verband mit. (Titel von FAZ net)

 

Start der Aktion Rote Hand

FRIEDENSBAND hatte zum 10.11.2003 alle Organisationen zum Themenforum “Kindersoldaten” eingeladen. Am 18.11.2003 veröffentlichten wir folgendes Protokoll:

Im Mittelpunkt wird der “Red Hand Day” stehen, ein internationaler Gedenktag gegen den Missbrauch von Kindern für Kriege. Nach Angaben von terre des hommes und Kindernothilfe ist dieser Tag bisher von der deutschen Öffentlichkeit noch nicht so stark wahrgenommen worden, wie man sich das wünscht. Wir haben uns daher für den Monat Februar zur Aufgabe gesetzt, diesen Tag intensiv in die Medien – und natürlich in die Schulen zu bringen – gemeinsam mit terre des hommes und Kindernothilfe und mit Unterstützung von unicef. Das Motto lautet “Nein zu Missbrauch von Kindern im Krieg”.

Das Themenforum „Kindersoldaten“ fand am 10.11.2003 statt.

terre des hommes machte deutlich, dass sie mit ihren Arbeitsgruppen und KinderrechtsTeams voll dabei sind. tdh liefert auch die „roten Hände“ für die Aktion am 12.2. in Köln.

Kindernothilfe ist ebenfalls mit all ihren Möglichkeiten dabei. Sie werden vor allem ReferentInnen, Material und Auslandskontakte zur Verfügung stellen.

LandesschülerInnenvertretung NRW ist begeistert, haben aber noch keinen Beschluß gefasst. Sehr wahrscheinlich sollen wir am 23.11. auf ihrem Kongress die Aktion vorstellen.

Schulministerium NRW war von der Aktion sehr angetan – weitere Gespräche werden folgen.

Unicef möchte in jedem Fall mitmachen – vielleicht nur mit ReferentInnen und Material.

PRO ASYL wird mit Informationsmaterial dabei sein, wo entsprechende Anfragen sind, verweist auf den Landesflüchtlingsrat der noch einmal angesprochen wird.

DED – Regionalstelle für entwicklungspolitische Bildungsarbeit ist an einer Zusammenarbeit sehr interessiert und wird z.B. die Kontakte zu MitarbeiterInnen in Angola herstellen.

Greenpeace ist sehr interessiert am April-Thema „Walderzerstörung“.

SchülerInnen aus Dortmund haben die SV in der Umgebung angesprochen und wollen die Schulen aktivieren.

Deutlich wurde, dass die durch Aktion Weißes Friedensband als Impuls eingebrachten Themen in den Schulen über den Vierwochenzeitraum hinaus weiterbearbeitet werden können und dass die SchülerInnen dabei die volle logistische Unterstützung der Aktion bekommen.

Darüber hinaus möchte sich das Friedensdorf Oberhausen mit einer Aktion beteiligen. In ihrer Begegnungsstätte kommen jährlich über 40 Jugendgruppen zusammen.

Außerschulische Aktionen:

Mit einer Pressekonferenz gemeinsam mit terre des hommes und Kindernothilfe am 4.2.2004 bringen wir das Thema „Kindersoldaten“ in die Medien.

„Red Hand Day“

am 12.2.2004:

  1. Aktion Rote Hände mit SchülerInnen des Albertus-Magnus-Gymnasiums, Köln. Ein Luftbild wird an die Medien weitergeleitet und per Internet auf die Bildungsmesse didacta übertragen, wo zeitgleich eine Pressekonferenz stattfindet. Alle Organisationen, die zu dem Thema arbeiten, werden gebeten, an diesem Tag eine Presseerklärung herauszugeben.
  2. Aktion SchülerInnen zeigen die Rote Hand   – landesweit färben sie ihre linke Hand mit Hautfarben rot und machen Aktionen. Sie schicken Digitalfotos und Infos, die sofort ausgedruckt und auf der didacta gezeigt werden.
  3. Installation „Aktion Rote Hände“ 500 rote Hände, ca. 20 cm hoch, werden auf der Rasenfläche zwischen Landtag und Stadttor (Staatskanzlei NRW) aufgestellt (mit terre des hommes)
  4. Frag den Opa – Kindersoldaten in Deutschland: Was haben unsere Großväter im 2. Weltkrieg erlebt?
  5. Wettbewerb und Preisverleihung: SchülerInnen zeigen die Resultate ihrer Aktionen, wie Theaterstücke oder Plakate, Aktionsideen oder Internetseiten.

Innerschulische Aktionen:

Grundlage ist „learn-line“, die Internet-Plattform des Landesinstituts für Schule. Dort finden die LehrerInnen und SchülerInnen alle wichtigen Informationen, um die Recherche-Projekte umsetzen zu können.

SchülerInnen fragen bei den Zeitungen und Zeitschriften der Länder, in denen es Kindersoldaten gibt um die inländische Sichtweise kennenzulernen. Sie haben Gelegenheit, ihre Fragen bei den RedakteurInnen und JournalistInnen zu stellen, unterstützt von IPS und DED.

Per Email können sie mit Jugendlichen in Uganda und anderen Ländern korrespondieren. Darunter sind auch ehemalige Kindersoldaten. Die SchülerInnen können ihre Fragen an MitarbeiterInnen des DED in diesen Ländern stellen. Auch über terre des hommes und Kindernothilfe sowie über gpn GlobalPartnershipNet werden Email-Kontakte ermöglicht.

Die internationale Nachrichtenagentur IPS (Inter Press Service) richtet ein Nachrichtenarchiv zum Thema Kindersoldaten und zu verwandten Themen ein. Sie wurde 1964 von lateinamerikanischen JournalistInnen gegründet, die vor den Didaktoren in ihren Heimatländern fliehen mussten. Inzwischen ist es eine große Nachrichtenagentur geworden, die ihren ursprünglichen Auftrag immer noch verfolgt: sie berichten sehr intensiv und gut lesbar über die Situation in den Ländern der sog. dritten Welt. Täglich werden aktuelle Agenturmeldungen und Artikel geliefert. Durch Originaltexte in Englisch und Spanisch wird Sprachkompetenz gefördert. Internationale Links zu Organisationen und Medien werden von IPS ausgesucht und kommentiert.

In einem Infopool finden die SchülerInnen aktuelle und Hintergrundinformationen von terre des hommes, Kindernothilfe, unicef und Forum Ziviler Friedensdienst. ReferentInnen dieser Organisationen gehen in die Schulen. Einen wöchentlichen Pressespiegel liefert das IZEP – Informationszentrum Entwicklungspolitik (InWEnt).

Für die Umsetzung der Aktionen stehen den SchülerInnen alle Formen von Kunst, Kultur und Medien zur Verfügung. KünstlerInnen und Medienfachleute stellen sich zur Verfügung, die Ergebnisse der Recherchen zu verarbeiten.

 

 

Einladung zum Themenforum Mädchenbeschneidung

Aktion Weißes Friedensband ist eine Medieninitiative, die sich vor allem an Jugendliche richtet. Wir wollen als JournalistInnen Impulsgeber sein. Jeden Monat starten wir gemeinsam mit Organisationen und Jugendlichen ein vorgegebenes Thema. Aus den Aktionen und Projekten entwickeln sich wiederum Impulse an Medien.

Auf Wunsch somalischer Frauen widmen wir uns im März 2004 dem Thema Beschneidung. Das Pilotprojekt heißt Dialog direkt!. Jugendliche recherchieren: Sie nehmen Kontakt auf und stellen ihre Fragen in den Ländern des Südens, z.B. bei Entwicklungsfachkräften, JournalistInnen und Jugendlichen. Rückkehrer aus Entwicklungsländern gehen als ReferentInnen in die Schulen. Authentische Antworten hinterlassen bleibende Eindrücke. Die Ergebnisse der Recherchen können SchülerInnen gemeinsam mit JournalistInnen zu Artikeln und Beiträgen verarbeiten. Die Beschäftigung mit Konflikten, die weit weg in den Ländern des Südens liegen, fördert die Bereitschaft, eigene Konflikte zu erkennen und zu bearbeiten.

Jeden Monat organisieren wir ein Themenforum, bei dem die jeweiligen Beteiligten über Inhalte und Ideen diskutieren und ein Netzwerk für diesen Monat bilden. Besonders wichtig sind jeweils die Aktionen, die den SchülerInnen Spaß machen und den Organisationen und vor allem dem Thema nachhaltig nützen. Ehrenamtliches Engagement soll gefördert werden. Jugendliche lernen Organisationen kennen und werden angeregt, mitzumachen.

Das Thema Beschneidung setzen wir zusammen mit stop mutilation e.V. um.

Wir laden Sie herzlich ein zum

Themenforum Beschneidung am Donnerstag, 11.12.2003 – 18-20 Uhr
bei InWEnt gGmbH – Regionales Zentrum Nordrhein-Westfalen, Wallstr. 30, 40213 Düsseldorf

Gemeinsam mit Ihnen möchten wir die Umsetzung planen – beteiligen Sie sich mit Ihren Ideen, Aktionen, Materialien und ReferentInnen.

Eine Idee liegt bereits vor:

Die somalischen Frauen haben uns gebeten, eine Liste mit ÄrztInnen zu erstellen, die als AnsprechpartnerInnen für genital verstümmelte Frauen zur Verfügung stehen.

 

Vorüberlegungen für den Monat März:

voraussichtliche Partner für den Impulsmonat

– stop mutilation e.V.
– INTACT
– terre des hommes – KinderrechtsTeams
– terre des femmes
– UNICEF
– Marie-Schlei-Verein

Pressekonferenz am 3.3.2004 mit Prominenten

Aktionen mit Jugendlichen

In Deutschland leben viele Frauen, die in ihrer Kindheit beschnitten wurden. Sie leiden ihr Leben lang unter den Folgen und es gibt viele Situationen, in denen mangelnde Kenntnis von Ärzten Probleme verursachen. Wir wollen dem Verein stop mutliation helfen:

  1. Schülerinnen gehen zu ihren FrauenärztInnen und fragen sie ob sie informiert sein wollen. Sie geben ihnen eine Broschüre, die zusammen mit dem Familienministerium erstellt wird und einen Fragebogen. Die Namen der GynäkologInnen, die sich bereit erklären, als AnsprechpartnerInnen genannt zu werden, kommen auf die Website von stop mutilation, so dass Frauen wissen, an wen sie sich wenden können.
  2. Jugendliche fragen in Krankenhäusern, wer für Frauen zuständig ist, die beschnitten sind. Auch hier wird der Name an den Verein stop mutilation weitergegeben, so dass AnsprechpartnerInnen existieren.
  3. Filme: Filmketten wie Cinemaxx ansprechen: Filme zeigen, Schulangebote machen, Filmliste mit empfohlenen Filmen
  4. Literatur: Bücherstände, Bücherliste mit empfohlener Literatur