Bilanz 2015

Im Jahre 2015 konnten wir unsere Arbeit sehr erfolgreich fortsetzen. Durch die Zuwanderung vieler Flüchtlinge stellte sich auch für uns die Frage, wie wir reagieren und helfen könnten. In vielen Gesprächen mit LehrerInnen von Seiteneinsteigerklassen und MitarbeiterInnen von Flüchtlingsunterkünften entwickelten wir eine besondere Herangehensweise und Bildsprache für Flüchtlingskinder, die wir weiterführen und den entsprechenden Berufsgruppen anbieten wollen.

 

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Auch 2015 setzten wir unsere 2003 begonnene Arbeit fort. Vor allem durch den 2007 gegründeten Runden Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen konnten wir im Gesundheitsministerium weiterhin Ministerien, Organisationen und Institutionen sensibilisieren und Projekte zum Schutz der Mädchen voranbringen. Schwerpunkt war in diesem Jahr das Thema Flüchtlinge, weil viele der Zugewanderten in ihren Heimatländern beschnitten wurden und nur wenige HelferInnen und BetreuerInnen in den Flüchtlingsheimen informiert sind. Mit einem Bildungsportal, dass sich speziell an diese Personengruppe, aber auch an ErzieherInnen und ÄrztInnen richtet, wollen wir das ändern. Finanziert vom Gesundheitsministerium NRW. Mehr

 

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Mit dem Projekt “Politik in Aktion” konnten wir Jugendlichen die Möglichkeit geben, in ein laufendes Gesetzgebungsverfahren einzugreifen. Wir wählten das Inklusionsstärkungsgesetz, in dem es um die Teilhabe behinderter Menschen geht. Der Sozialminister hatte das Gesetz 2014 in den Landtag NRW eingebracht. Wie die 200 Institutionen und Organisationen, die in der Folgezeit ihren Sachverstand im Gesetzesverfahren einbrachten, sollten die Jugendlichen ihre Vorstellungen einbringen können. Das taten sie und die Landtagspräsidentin war begeistert. In vielen Workshops erarbeiteten wir mit den Jugendlichen die Grundlage, luden Experten ein und organisierten Treffen mit Abgeordneten des Landtages – teils in den Schulen, teils im Landtag. Beteiligt waren eine Realschulklasse aus Kerpen, eine Gymnasialklasse aus Mönchengladbach und eine Klasse einer Förderschule, Schwerpunkt Sehen, aus Düsseldorf. Finanziert vom Landesjugendamt Rheinland. Mehr

 

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Armut löst Flucht aus und die Furcht vor Armut ist auch in einigen Bevölkerungsteilen in Deutschland zu spüren. Jugendliche aus zwei Gymnasialklassen und zwei Gruppen in einer Jugendeinrichtung, jeweils aus Mönchengladbach, gingen grundsätzlichen Fragen nach. Wo kommt Armut her? Wie kommt man raus? Nach Expertenanhörungen befragten sie die Menschen auf der Straße und luden dann PolitikerInnen und Medien ein, um ihre Ergebnisse zu präsentieren. Vor allem hatten sie viel für sich gelernt, denn die meisten Jugendlichen hatten eigene Erfahrungen damit. Finanziert vom Landesjugendamt Rheinland. Mehr

 

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Für die teilnehmenden Jugendlichen ergab sich ein sehr gespaltenes Bild. Die einen kamen aus einer Regelklasse einer Hauptschule, waren zum großen Teil hier aufgewachsene Kinder von Zuwanderern und die anderen waren erst einige Monate in Deutschland. In getrennten Workshops erarbeiteten sie sich einen gemeinsamen Punkt, den sie dann in einer gemeinsamen Veranstaltung mit PolitikerInnen und Medien vorstellen konnten. Finanziert vom Landesjugendamt Rheinland. Mehr

 

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Sprichwörter sind eine Brücke zwischen Kulturen und Sprachen. In einem Projekt haben sich Kinder und Jugendliche mit den Sprichwörtern beschäftigt, die sie von ihren Eltern kennen. Viele haben zu Hause nachgefragt, so dass die Umgebung oft ins Projekt einbezogen wurde. Die Kinder der Grundschule hatten sich zusätzlich etwas Besonderes einfallen lassen – sie entwickelten Szenen rund um ihre Sprichwörter. Die jungen Flüchtlinge der Seiteneinsteigerklasse brachten spannende unbekannte Sprichwörter ein und die Realschulklasse mehr bekannte. Alle hatten zu ihren Sprichwörtern Bilder gemalt, die vom Filmemacher eingeblendet wurde, so dass ein interessanter Film entstand. Finanziert durch Spenden der Bezirksvertretung 3, der Stadtsparkasse Düsseldorf, der Fa. Schulte & Söhne, der Düsseldorf Arkaden und dem Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationsfonds. Mehr

 

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Februar: Zusammen mit dem Sozialminister von NRW konnten in seinem Haus zu einer interessanten Veranstaltung einladen. Gemeinsam mit einer Kölner Hauptschule entwickelten wir den Bogen von Gewalt an Schulen über Kindersoldaten in aller Welt zu den Jugendlichen, die als IS-Kämpfer in den Krieg ziehen. Von allen Seiten wurde die Veranstaltung als sehr wertvoll in der aktuellen Diskussion gewertet. Finanziert durch das Sozialministerium NRW. Mehr

 

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Januar: Zum Gedenktag gegen den Einsatz von Kindern in Kriegen konnten wir mit zwei Schulklassen im Landtag die Abgeordneten ansprechen. Zuvor hatten wir sie in intensiven Workshops darauf vorbereitet, so dass die Interviews und Gespräche mit den Abgeordneten ein Erfolg wurden. Die Jugendlichen färbten den Abgeordneten außerdem die Hände rot und hängten die Aktionsblätter im Foyer des Landtages auf. Die Landtagspräsidentin und der Vizepräsident des Landtags würdigten die Wichtigkeit der Aktion und bedankten sich bei den Jugendlichen. Die Aktion Rote Hand war die erste Aktion, die von FRIEDENSBAND im Jahr 2003 entwickelt wurde. Finanziert aus Spenden. Mehr

 

wer wirkte mit
Personell hatte das Jahr sehr unterschiedliche Phasen. Nach sechs Jahren kehre eine ehemalige Mitarbeiterin wieder zurück und arbeitete für ein halbes Jahr vor allem im administrativen Bereich. Vier Studentinnen absolvierten ihr Praktikum bei FRIEDENSBAND. Melanie Papenfuß arbeitete für einige Monate am Projekt Zuwanderung und führte es durch. Sie ist heute Eine Referendarin an einer Gesamtschule. Florian Hepp unterstützte uns für einige Monate beim Projekt “Politik in Aktion” – er ist heute Politiklehrer an einem Gymnasium. Johanna von der Heiden beendete ihre Arbeit im Bereich Mädchenbeschneidung, weil sie zum Studium nach Berlin wechselte. Tanja Stöffken übernahm ihre Arbeit. Thalia Tissen unterstützte uns vor allem in der Arbeit mit den geflüchteten Jugendlichen. Die vielen Piktogramme wurden meist von ihr entwickelt. Michael Hüllmann unterstützt uns nach wie vor bei unserer Webarbeit. Alle Filmbeiträge wurden von Christian Deckert entwickelt.

 

wer unterstützte uns