EU: Gerichtshof verschiebt Abschiebung in Fall von Genitalverstümmelung

EGMR hat aber keine grundsätzlichen Einwände gegen Ausweisung
Straßburg – Belgien darf nach einem Urteil des Europäischen
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) eine abgelehnte
Asylbewerberin aus Guinea vorläufig nicht ausweisen. Es geht
dabei um Zwangsheirat und drohende Genitalverstümmelung
in Guinea. Der EGMR erklärte am Dienstag in Straßburg
zugleich, er habe keine grundsätzlichen Einwände gegen eine
Ausweisung der 1987 geborenen Frau in ihre Heimat.
Ihr Stiefvater hatte sie zu einer Beschneidung gezwungen, die
wegen ihres Widerstands bei der grausamen Prozedur
abgebrochen werden musste. Drei Tage nach ihrer
Zwangsheirat mit ihrem Cousin gelang ihr die Flucht nach
Brüssel.
Ihre Asylanträge in Belgien wurden abgelehnt, weil sie das
Argument der Beschneidung nicht bereits im ersten, sondern
erst im dritten Asylantrag erwähnt hatte. Jetzt kann sie
frühestens in drei Monaten zurückgeschickt werden, wenn
dieses Urteil rechtskräftig wird. (APA, 19.1.2016)
http://derstandard.at/2000029351680/Gerichtshof­verschiebt­Abschiebung­in­Fall­von­Genitalverstuemmelung 1/1