Aktion LÜCKE – gegen Abschiebungen

Jugendliche sind nicht selten traumatisiert, wenn plötzlich aus ihrer Mitte jemand abgeschoben wird. Es trifft keinesfalls nur die Jugendlichen, die ihre neue Heimat verlassen müssen, um in eine oft unbekannte alte Heimat neu anzufangen. Die Aktion Lücke soll Jugendliche sensibilisieren.

Sie sollen einen wichtigen Teil unserer Geschichte verstehen lernen und ein Gemeinschaftsgefühl in ihrer Schule entwickeln, von dem sie ganz persönlich profitieren können.

Teil 1: Eine Abschiebung steht gerade nicht an – Bereitet euch vor!

Recherchiert, welche Kinder an eurer Schule schon abgeschoben wurden. Versucht möglichst viel herauszufinden über sie. Wie geht es ihnen jetzt? Könnt ihr etwas für sie tun?

Stellt euch vor, in eurer Mitte entsteht plötzlich eine Lücke. Ein Mädchen oder ein Junge aus eurer Klasse oder Kirchengemeinde soll abgeschoben werden. Das ist für sie oder ihn, aber auch für euch eine schwierige Situation

Wenn jemand in Deutschland aufgewachsen ist, hier zur Schule gegangen ist, Freunde gefunden hat, und dann plötzlich alles aufgeben muss. kann das brutal sein. Er oder sie können die Sprache oft nicht einmal und die Zukunft für die meisten Jugendlichen, die abgeschoben werden, ist sehr düster.

Beginnt euch für ihre Situation zu interessieren. Was erwartet sie? Warum werden sie abgeschoben? Könnt ihr euch damit abfinden? Was ist aus ihnen geworden?

Macht eine Gedenktafel für alle Kinder die abgeschoben wurden. Geht ihren Geschichten nach. Was ist aus ihnen geworden?

Die Vergangenheit: Abschiebung ins KZ

In der NS-Zeit wurden auch Kinder und Jugendliche aus der Schule geholt. Sie verschwanden in Konzentrationslagern und wurden umgebracht. Recherchiert, wer damals an eurer Schule verschwand, wie die LehrerInnen und SchülerInnen damit umgegangen sind und was aus den Kindern geworden ist. Macht eine Gedenktafel an eurer Schule mit ihren Namen, Geburtsdatum, Sterbedaten. Lebt noch jemand von ihnen. Ist es möglich, Kontakt aufzunehmen?

In Deutschland wurde nach dem zweiten Weltkrieg ein Asylrecht entwickelt aus dem Bewusstsein heraus, dass viele Menschen durch Flucht im Ausland gerettet wurden. Doch schon bald ist uns dieses wichtige Menschenrecht lästig geworden die Bundesregierung schränkte es in den 80er Jahren ein. Seitdem ist es leicht geworden, Menschen abzuweisen und abzuschieben.

Schauen wir wieder weg?