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Kinderarbeit

Wirtschaft und Menschenrechte – endlich passiert was

Endlich tut sich was: In der nächsten Woche (15.-19.10.2018) verhandelt eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen in Genf über ein verbindliches Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten. Das Bonner SÜDWIND-Institut, das sich in der Treaty Alliance für ein solches Abkommen engagiert, hält verbindliche internationale Regeln für unabdingbar, um die Menschen, die mit der Herstellung unserer Alltagsprodukte in Verbindung stehen, wirksam zu schützen.

Wir würden uns wünschen, wenn daraus ein auch für die Kinderarbeiter*innen ganz praktischen Ergebnis herauskommt und ihre Lebenssituation verbessert wird.

Weiterlesen: Südwind-Institut

Mädchenbeschneidung

Workshop beim Runden Tisch gegen häusliche Gewalt Ratingen

Auf Einladung des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt in Ratingen konnten wir mit den etwa 40 TeilnehmerInnen aus Krankenhaus, Gynäkologe, Polizei, Jugendamt, Flüchtlingsberatung, Grundschule und Berufskolleg drei Stunden intensiv das Thema Mädchenbeschneidung erarbeiten. Als Einstieg sammelten wir von den TeilnehmerInnen Statements und Fragen auf A3-Blättern ein, die in der Mitte auf dem Boden lagen. Dabei kamen bereits viele Stichworte zusammen, die den Workshop prägten. Nach dem Film “Bolokoli” wurden die darin gemachten Informationen besprochen. Nach der Pause ging es dann mit dem Einstieg in die Details weiter unter Berücksichtigung der verschiedenen beruflichen Herangehensweisen. Die Diskussion wurde sehr lebhaft. Zum Schluss blieb noch Zeit für erste Überlegungen zum Handeln und Information über Unterstützungsangebote. Danke an die VeranstalterInnen für die gelungene Veranstaltung. Mehr FOCUS online

Film in Aktion

Workshop mit Film und Filmemacher – tolles Echo

Einen Tag vor der Verleihung des Eine-Welt-Filmpreises NRW kam sehr spontan ein Workshop im Berufskolleg Südstadt in Köln zustande. Zusammen mit Rahmat Haidari zeigte Günter Haverkamp den Film #MyEscape.

Die Außenhandelsklassen zeigten großes Interesse und so drängten sich immer mehr Jugendliche in den normalen Klassenraum, bis es letztendlich fast 100 Jugendliche waren. Den Bogen konnte Günter Haverkamp ziehen, der mit seiner Außenhandelserfahrung undseiner Arbeit im Iran einige Hintergründe erklären konnte. Interessant war für die Jugendlichen auch, dass er in dieser Zeit begann Flüchtlingsarbeit zu machen. Der Zusammenhang zwischen dem Kennenlernen von Kulturen im beruflichen Umfeld und dem Wunsch nach Unterstützung von Menschen hier war deutlich erkennbar.

Der Film #MyEscape packte sie und zog sie in den Bann. In der Fragerunde nach dem Film waren die Fragen an Rahmat Haidari sehr sensibel. Nach 90 Minuten waren ganz sicher noch nicht alle Fragen beantwortet, aber die Sicht auf Menschen, die fliehen müssen, gründlich verändert.

Das drückte sich auch in den Wünschen aus, die die Jugendlichen für Rahmat Haidaris Zukunft äußerten. Sie fragten mehrfach, was sie dazu tun könnten, damit es ihm gut geht.

Dazu schrieb uns die Lehrerin: “Es war eine sehr gelungene Veranstaltung. Sie beide haben es geschafft, so viele junge Menschen über 90 Minuten zu fesseln, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Das ist nicht selbstverständlich.”

FRIEDENSBAND bietet Workshops mit Filmen und wenn möglich auch mit Filmemachern an.

Mädchenbeschneidung

Workshop bei AWo Düsseldorf, Flüchtlings- und MigrationsberaterInnen

Im Mitarbeitertreffen der Flüchtlings- und MigrationsberaterInnen der AWo Düsseldorf war eine Stunde Raum geschaffen worden für das Thema Mädchenbeschneidung. Den TeilnehmerInnen wurde schnell klar, wie wichtig dieses Thema für ihre Arbeit ist und so wurde es ein spannender Workshop mit vielen sehr engangierten Diskussionen.

Eine-Welt-Filmpreis NRW

Workshop in Kölner Berufschule

Am 9.11., also einen Tag vor der Verleihung des Eine-Welt-Filmpreises führt FRIEDENSBAND einen Workshop in einem Kölner Berufskolleg durch. Wir wollen mit Filmausschnitten den Jugendlichen den entwicklungspolitischen Film näher bringen. Die Jugendlichen sind herzlich eingeladen, bei der Preisverleihung dabei zu sein.

Eine-Welt-Filmpreis NRW

1. Preis: “Das grüne Gold”

Begründung der Jury:

Sieben Jahre lang recherchierte und drehte Joakim Demmer in drei Kontinenten zur Frage der Kommerzialisierung von Ackerland und der damit verbundenen Enteignung und Vertreibung der einheimischen Landbevölkerung. Weltweit gibt es einen massiven kommerziellen Ansturm auf Ackerland – das neue grüne Gold. Die Auswirkungen spüren Hunderttausende von Menschen in den Entwicklungsländern. Am Beispiel Äthiopiens zeigt Joakim Demmer die Absurdität dieser Prozesse und ihrer Folgen auf. In dem von Hungersnot betroffenen Land verpachtet die äthiopische Regierung Millionen Hektar scheinbar ungenutzter Ackerfläche an ausländische Investoren, angeblich in der Hoffnung, dadurch Exporteinnahmen zu erzielen. Die Folgen sind Zwangsvertreibungen größten Ausmaßes, verbunden mit einer Spirale der Gewalt und massiver Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Hinzu kommt, dass diese Katastrophe durch Milliarden von Entwicklungshilfegeldern von Institutionen wie der Weltbank finanziert und mit verursacht wird.

Wie in einem Thriller gelingt es dem Dokumentarfilmer Demmer, die Zuschauer immer weiter in diese komplexe Thematik hineinzuziehen, die er am Beispiel des Gambella Nationalparks im Westen Äthiopiens anschaulich vermittelt. Gleichzeitig zeigt er dabei auf, wie die Entwicklung aus diesem entlegenen Winkel des Landes bis in die Finanzmetropolen der Welt reicht. Die Gewinne, die ausländische Investoren erzielen, kommen bei den Armen nicht an. Nahrungsmittel, die eigentlich dringend in Äthiopien selbst benötigt würden, gehen in den Export, Lebensmittelknappheit und Hunger im Land steigen. Die Menschen leiden Not, werden von ihrem Land vertrieben und unterdrückt. Die Folge sind Flüchtlingscamps in den Nachbarländern mit Zwangsvertriebenen aus Äthiopien und Ausbrüchen von Gewalt, die zum Teil in bürgerkriegsähnliche Zustände münden.

Jahrelang hat Joakim Demmer in drei Kontinenten investigativ und oft unter Gefahr recherchiert. Er erlebte, wie seine Informanten und Interviewpartner, die sich gegen das „Landgrabbing“ stellten, verfolgt und inhaftiert wurden. Trotz der extrem schwierigen Drehbedingungen schafft es der Regisseur, visuell starke Bilder einzufangen und eine Erzähldramaturgie zu entwickeln, die den Zuschauern grundlegende Einblicke in das Geflecht von Korruption, Vertreibung, Entwicklungshilfe, diktatorischem Handeln und globalisierter Wirtschaft gibt.

Die besondere Leistung seines Films liegt darin, diese komplexen, für Außenstehende kaum zu durchschauenden Zusammenhänge transparent zu machen.

Dabei zeigt der Film auch positive Beispiele verantwortlichen unternehmerischen Handelns in der Landwirtschaft. Er zeigt aber auch: Wer sich gegen das System stellt, lebt gefährlich. „Wir sind bereits tot“, sagt einer der Aktivisten gegen das „Landgrabbing“ im Nationalpark Gabbela. Und zitiert dann ein Sprichwort, das gleichzeitig der Originaltitel des Films ist: „Dead Donkeys Fear No Hyenas“ („Tote Esel fürchten keine Hyänen“).

„Das Grüne Gold“ ist ein mutiger, ein relevanter Film, eine spannende, geradezu packende Dokumentation, die weit über das Beispiel Äthiopien hinaus Zusammenhänge aufdeckt und dem Zuschauer einen Perspektivenwechsel ermöglicht.


WDR-Kulturnachrichten

Der schwedische Regisseur Joakim Demmer hat den diesjährigen Eine-Welt-Filmpreis NRW mit seinem Dokumentarfilm “Das Grüne Gold” gewonnen.

Darin beschreibt er die Folgen der Kommerzialisierung von Ackerland in Äthiopien und die damit verbundene Vertreibung der einheimischen Landbevölkerung. Die Auszeichnung wird von der nordrhein-westfälischen Landesregierung vergeben. Der erste Preis ist mit 7.500 Euro dotiert. Er würdigt hervorragende Dokumentar- und Spielfilme, die Probleme in Entwicklungsländern thematisieren und auch Ansätze zur Veränderung aufzeigen. Mehr


Interview – WDR 5. Neugier genügt, 27,35 Minuten

Der schwedische Regisseur Joakim Demmer traute seinen Augen nicht, als er vor sieben Jahren auf dem nächtlichen Flughafen von Addis Abeba eine seltsame Verlade-Aktion sah: Ausgerechnet in Äthiopien, dem Land der großen Hungersnöte, wurden heimlich Nahrungsmittel auf dem Rollfeld in Richtung Europa verladen, während gleichzeitig Hilfsgütertransporte aus Europa landeten, die für die hungernden Äthiopier gedacht waren. Das war der Beginn einer spektakulären Recherche. Längst kaufen internationale Spekulanten Ackerland in Afrika, Lateinamerika und Asien. Demmer deckte die tragische Geschichte vom „grünen Gold“ auf, dem endlichen Ackerland, auf das sich Investoren weltweit stürzen. Der Preis für die ehemaligen Besitzer ist hoch: Menschen werden enteignet und zwangsumgesiedelt. „Das grüne Gold“, sein bewegender Dokumentarfilm, startet heute. am 5. Oktober 2017, im Kino. Eine Redezeit über Abgründe und schockierende Wahrheiten und was die deutschen Rentenkassen damit zu tun haben, dass Menschen in Äthiopien enteignet und entrechtet werden.

Gefragt nach dem Schutz, den er als schwedischer Journalist dem einheimischen Umweltjournalisten bieten konnte:

“Nicht wirklich. Es war mal so, aber es hat sich auch geändert. In den zwei Jahren, in denen wir dort waren, wurden auch zwei andere schwedischen Journalisten geschnappt und ins Gefängnis geworfen, weil sie in einer anderen Region untersuchen wollten. Das war eine klare Botschaft: Ihr Europäer ihr weißen Journalisten seid auch nicht geschützt.” anhören


 

Film in Aktion

2. Preis: MIRR – das Feld

Begründung der Jury:

„Mirr“ ist ein Wort aus der Sprache der Bunong, eines kleinen Volks, das im Osten von Kambodscha lebt. Binchey, ein Bauer in der Provinz Mondulkiri, wird von seinem Feld („Mirr“) vertrieben, und mit diesem letzten Feld verliert seine Familie ihre Existenzgrundlage. Ebenso geht es den anderen Bauern des Dorfes: Sie alle sind von den Landenteignungen durch die Plantagenbesitzer betroffen. Statt sich selbst von ihren Feldern ernähren zu können, entstehen große Monokulturen mit Kautschukbäumen.

Regisseur Mehdi Sahebi sollte eigentlich im Auftrag des Ethnologischen Seminars der Universität Luzern einen Dokumentarfilm über das Volk der Bunong drehen. Doch der Filmemacher, Ethnologe und Historiker bringt eine andere Ebene in seinen Film: Er lässt die Menschen des Dorfes die Geschichte ihrer Vertreibung selbst erzählen und spielen. Er bindet die Bevölkerung in das Projekt ein: Gleich am Anfang wird – Film-im-Film – gezeigt, wie der Dorfälteste die Dorfbewohner zusammenruft, damit diese sich bereits gedrehte Szenen ansehen. Erst nach und nach erschließt sich dem Zuschauer, welche Handlungsebene gerade gezeigt wird: Dokumentation und Inszenierung verschmelzen.

Mehdi Sahebi hat über einen Zeitraum von sieben Jahren bei den Bunong recherchiert und gedreht. Aus vielen vor Ort geführten Dialogen schuf er ein Drehbuch, dessen Szenen die Dorfbewohner nachspielen – um hinterher zu bezeugen: Ja, genauso hat es sich abgespielt. Die Skepsis der Dorfbewohner vor dem Filmprojekt weicht der Überzeugung, dass sie sich selbst darstellen können. Die Handlungsebenen verschwimmen wieder, wenn „Mirr“ die Bauern zeigt, wie sie üben, ob sie ein streitendes Ehepaar spielen können. Spielerisch entstehen auf diese Weise Szenen aus ihrem realen Leben, die den weitreichenden Einfluss der Enteignung aufzeigen: Die entwurzelten und zur Untätigkeit verdammten Menschen betäuben sich mit Alkohol, was wiederum weitere Probleme verursacht.

Mehdi Sahebi gibt Binchey und den anderen Dorfbewohnern die nötige Zeit und den ihnen gebührenden Raum, sich und ihre Geschichte zu entfalten. Er zeigt sie in ihrer bedrohten Würde, porträtiert sie in einer erstaunlichen Nähe, die sich auf den Zuschauer überträgt und entfaltet in einem langsam fließenden Rhythmus ein gleichermaßen komplexes wie poetisches Mosaik. Mehdi Sahebi zeichnet auch für den Schnitt und die hervorragende Kamera verantwortlich, die die Protagonisten auf außerordentliche Art und Weise erfahrbar werden lässt.

So entspinnt sich im Film das Thema der Landvertreibung mit allen seinen Facetten und Auswirkungen auf die Bewohner, und mit ihr die unwiederbringliche Vernichtung der Kultur des Volkes der Bunong, die keine schriftliche, sondern „nur“ eine mündliche Tradition haben. „Mirr“ ist der erste Film in der Sprache der Bunong, und damit auch ein Dokument einer sterbenden Kultur. Dem Filmemacher ist dies bewusst, er integriert immer wieder die Mythen und auch die Musik des Volkes organisch in den Film.

Mehdi Sahebi ist ein sensibles und hochgradig authentisches Kunstwerk gelungen, das verschiedene Erzählebenen gekonnt zu einem Ganzen vereint. Obwohl unter Zensurbedingungen gedreht, ist der Film eine reale und damit auch schonungslose Abbildung der Vertreibung, Landvernichtung und Zerstörung einer reichen Kultur. Einen Ausweg scheint es nicht zu geben: Binchey, der mit seinem Motorrad losfährt, um für seine Familie eine neue Heimat zu finden, wo er ein Feld bebauen könnte, muss erfolglos wieder zurückkehren. Das Schlussbild ist ein temporäres, das eines Zwischenstadiums, Ausdruck des ungerechten Systems, das die Bauern zu Verlierern macht: Binchey hat einen neuen Platz für seine Familie in ihrem Feldhaus gefunden; geduldet zwischen den Kautschukbäumen dürfen sie säen und ernten. Jedoch nur, solange die Bäume jung sind und nicht zu viel Schatten werfen …

„Mirr – Das Feld“ ist das Ergebnis einer sieben Jahre langen Autorenarbeit. Ein Film, der die Perspektive „von unten“ einnimmt, die Geschichte aus der Sicht der Dorfbewohner erzählt und somit auch Partei ergreift. Der iranisch-schweizerische Regisseur Mehdi Sahebi macht das komplexe System des „Landgrabbing“ auf filmisch kunstvoll erzählte Weise transparent und die Lebenssituation der Vertriebenen für den Zuschauer emotional nachvollziehbar.


Filmwebseite

Auf der Filmwebseite www.mirr.ch finden Sie Daten von Festivals und Auszeichnungen, den Trailer und Bilder aus dem Film, genaue Filmdeaten und Kontaktdaten.

 

 


Filmbeschreibung

Eine detaillierte Filmbeschreibung zum Film MIRR – das Feld finden Sie auf Sennhausers Filmblog, einem Schweizer Michael Sennhauser, der den Film auf den 52. Solothurner Filmtagen gesehen hat. Sennhausers Filmblog

 


Trailer von MIRR

 

Eine-Welt-Filmpreis NRW

3. Preis: #MyEscape

Begründung der Jury

Die Bilder meint man zu kennen: Luftangriffe, Bomben, Zerstörungen, Flüchtlingstrecks, übervolle Schlauchboote, versperrte Grenzen. All das hat man in den TV-Nachrichten oder auf YouTube schon einmal gesehen. Doch „#MyEscape“ verändert die Perspektive: Erstmals erzählt ein Film die massenhafte Fluchtbewegung nach Europa im Herbst 2015 direkt aus der Sicht einzelner Flüchtender : Anhand kleiner Videosequenzen, von Flüchtlingen selbst auf ihrer Route gedreht, wird der abenteuerliche, ja lebensgefährliche Weg von Syrien, Afghanistan oder Eritrea bis nach Deutschland geschildert.

Da gibt es nicht mehr den Blick von außen auf den LKW, in dem Schlepper die Menschen über Grenzen bringen, sondern das Bild vom Tod im LKW selbst. Dutzende Menschen auf engstem Raum, angstvolle Blicke, kein Halt im schwankenden Laderaum: Der Zuschauer wird in den Film gleichsam hereingeholt, kann erstmals subjektiv miterleben, was es heißt, auf der Flucht zu sein.

„Nutzer-generierte Inhalte“ gibt es in den Medien schon länger. Doch hier ist es den selbst produzierten Filmdokumenten der Flüchtlinge zu verdanken, dass diese Inhalte von ihren Handys in die Redaktionen bei WDR, Deutscher Welle und BerlinProducers kamen und von der Regisseurin Elke Sasse mit neu gedrehten Sequenzen in einer bewegenden erzählerischen Dramaturgie filmisch zusammengefügt wurden.

Besonders zu würdigen sind dabei der Schnitt und die Kunst, aus der schier unübersichtlichen Fülle an Material in wenigen Wochen einen Film entstehen zu lassen, in dem einzelne Flüchtlinge als Protagonisten einer Handlung sichtbar werden. Sasse entwickelt daraus einen roten Faden bis zum Zeitpunkt der Willkommenskultur in Deutschland im Herbst 2015.

Wichtig ist aber auch, dass die Filmemacherin uns in ihrer Montage die Ursachen der Flucht nahebringt, uns an den dramatischen Aufbrüchen aus einer Heimat teilhaben lässt, die im Chaos zu versinken droht: Gleich zu Beginn sehen wir Bilder, wie Kampfflugzeuge Bomben über dem mit dem Handy Filmenden abwerfen.

Der kreative Ansatz von Sasses Film besteht darin, dass sie reale Handyvideos und soziale Medien nutzt, um sie zu einem Erzählstrang zu verknüpfen. Dies schafft einen neuen, ungefilterten Blick auf das Drama der Flucht und ermöglicht es so den Zuschauenden, sich persönlich in die Situation der Flüchtenden hineinzuversetzen.

Die Entscheidung der Regisseurin, die Protagonisten der Handyvideos später, nach ihrer Ankunft in Deutschland, als wahrhaftige Zeugen ihre Fluchterlebnisse rückblickend in Interviews kommentieren zu lassen, ist eine dramaturgisch gut gewählte und gibt dem Film eine notwendige Reflexionsebene. Die Authentizität der Bilder und die Berichte derer, die sie gemacht haben, vermitteln eine Wirklichkeit, die keine Relativierung zulässt. Denn deutlich wird: Niemand hat seine Heimat freiwillig oder grundlos verlassen. Flüchten bedeutet, sein Leben aufs Spiel zu setzen. Die besondere Leistung des Films „#My Escape“ besteht darin, dies direkt, subjektiv und auf so eindringlich emotionale Art zu vermitteln, dass die Zuschauer dadurch in die Lage versetzt werden, eine andere, eigene Perspektive auf die Fluchtthematik einzunehmen als die allein durch die aktuellen Nachrichten transportierte.


Deutschen Welle / WDR

2016 ist der Film #MyEscape mehrmals im Fernsehprogramm der Deutschen Welle gelaufen. Dazu entstand eine Webseite. Sie können dort den ganzen Film sehen. Interessant auch die zwei Dossiers, die die DW erstellt hat: “Flucht nach Europa” und “Erste Schritte in Deutschland”. Weiterlesen und -sehen: Deutsche Welle, WDR


Handelsblatt

Es ist ein verzweifeltes Stoßgebet: „Allahu Akbar“ – „Gott ist groß“, sagt eine Stimme aus dem Off. Der Blick der Kamera richtet sich in den strahlend blauen Himmel. Ein Kampfflugzeug, von den Tragflächen lösen sich Bomben. Dann wackelt die Kamera, vom Nachbarhaus steigen Rauchwolken auf. Schnitt. Zwei junge Männer auf einem Balkon: Ausgelassen klimpern sie auf einer Gitarre, lachen. „Ich sehne mich nach der alten Zeit. Nach Damaskus vor dem Krieg“, sagt Mohammad Ghunaim, 25 Jahre, aus Syrien – der Mann hinter der Handykamera. Weiterlesen: Handelsblatt, 10.02.2017


Zeitgeschichte online

Filmbeschreibung von Hans-Ulrich Wagner, Senior Researcher am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg und Leiter der Forschungsstelle Mediengeschichte. Zu seinen Forschungsgebieten gehören die Medien-, Programm- und Mentalitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts, die medienvermittelte Erinnerungskultur und die historische Medienwirkungsforschung.

Ausschnitt: “Was macht diesen Dokumentarfilm so bemerkenswert? – Zu allererst ist es sicherlich das Bildmaterial, das es den Zuschauern ermöglicht, an etwas teilzuhaben, das normalerweise journalistisch gar nicht dargestellt werden kann: an der Flucht selbst.”

Quelle: zeitgeschichte online 7.9.-2017


Weitere Pressestimmen

Hannoversche Allgmeine: Handyvideos von Flüchtlingen werden zum Film 10.2.16

tz München: Handyvideos von Flüchtlingen werden zum Film  4.2.17

Berlin Producers: Pressestimmen

Konflikte

Bundestag lädt am 19.6.17 zu zivile Friedensarbeit ein

„Frieden machen“: Bundestag lädt zur Ausstellung und Podiumsdiskussion über zivile Friedensarbeit ein

Montag, 19. Juni 2017, 16 Uhr / 18 Uhr
Paul-Löbe-Haus, Saal E 400 und Halle

Krieg und Gewalt in vielen Regionen der Welt bestimmen die Berichterstattung der Medien. Von friedlichen Lösungen wird dagegen selten und wenig berichtet. Auch über die Arbeit zahlreicher ziviler Fachleute, die neben internationalen Truppen in vielen Krisenregionen tätig sind, hört die Öffentlichkeit nur selten. Aus diesem Grund hat der Unterausschuss für Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages angeregt, dass eine Wanderausstellung die zivile Friedensarbeit bekannter machen sollte.

Am 19. Juni lädt der Unterausschuss zu einer Podiumsdiskussion über die Frage ein, warum die Medien so wenig über die friedliche Beilegung von Konflikten berichten. Warum konzentrieren sich die Medien vor allem in den gewalttätigen Phasen auf  internationale Krisen? Warum ist es umgekehrt offenkundig so schwierig, auch auf friedliche Entwicklungen einzugehen und diese ebenfalls zu einem Teil der Berichterstattung zu machen? Wie lässt sich dies ändern?

Über diese Fragen diskutieren:

  • Andrea Böhm, DIE ZEIT
  • Markus Ackeret, Neue Zürcher Zeitung
  • Arne Freya Zillich, Universität Jena
  • Uli Jäger, Berghof Foundation.

Moderation: Dr. Sylke Tempel (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik). Beginn 16 Uhr im Paul-Löbe-Haus, Saal E 400.

Anschließend (Beginn 18 Uhr, PLH Halle) wird die Ausstellung „Frieden machen“ von Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn eröffnet. Franziska Brantner, die Vorsitzende des Unterausschusses für Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln, spricht ein Grußwort. Danach führt Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, in die Ausstellung ein.

Die Wanderausstellung, die die Prinzipien, Instrumente und Kontroversen der zivilen Friedensarbeit schildert, wurde durch die Bundeszentrale für politische Bildung zusammen mit dem Verein Politikmuseum e.V. realisiert. Nach der Präsentation im Paul-Löbe-Haus wird sie bundesweit in Schulen gezeigt.

 

Medienvertreter sind zur Teilnahme und Berichterstattung herzlich eingeladen. Zum Betreten der Gebäude des Deutschen Bundestages benötigen Sie eine Akkreditierung der Pressestelle (www.bundestag.de/presse/akkreditierung).

Für Besucher ist die Ausstellung vom 20. bis 30. Juni geöffnet. Anmeldungen unter Tel. 030 227-38883, per E-Mail an ausstellungen@bundestag.de oder direkt online anmelden: www.bundestag.de/parlamentarische_ausstellung.

Deutscher Bundestag
Presse und Kommunikation, PuK 1
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-37171, Fax +49 30 227-36192
www.bundestag.de, pressereferat@bundestag.de

Kindersoldaten

ARTE 27.06.17: Ashbal, die Kindersoldaten der Terrormiliz

Die Kinder, die in die Hände des IS fallen, werden vom IS “Ashbal” – “junge Löwen” genannt. Sie werden monatelang misshandelt und einer Gehirnwäsche unterzogen, um dann für die Terrororganisation in den Kampf zu ziehen. Die Filmemacher gewannen nach monatelanger Annäherung das Vertrauen von einigen dieser traumatisierten Kinder und haben sie zu ihrem heutigen Leben befragt.

Weiterlesen: ARTE

Hintergrund: Was spaltet Sunniten und Schiiten?

SCHRIFTENREIHE Sunniten und Schiiten
Was spaltet Sunniten und Schiiten? Die Spannungen zwischen den Glaubensrichtungen gehen bis weit in die Geschichte des Islam zurück. Aber wie viel Vergangenheit steckt wirklich in den Konflikten des Nahen Ostens der Gegenwart? Und wie kann das Misstrauen überwunden werden?

Bundeszentrale für Politische Bildung

10 Jahre Runder Tisch NRW gegen FGC

Am 1. März hat der Runde Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen in seiner 39. Sitzung ein wenig stolz zurückgeblickt auf 10 Jahre intensiver Arbeit gegen Mädchenbeschneidung. Viel Zeit dafür blieb nicht, weil ein volles Programm und ein entsprechend enges Zeitraster bald ins vorgesehene Programm zwang. Aber zu Beginn haben wir ein gemeinsames Transparent mit unseren Gedanken erstellt und uns zu einem Foto aufgestellt (das nachgereicht wird)

 

 

 

Entwicklungspolitische Filme einreichen

Aktuelle Film- und Fernsehproduktionen, die sich mit Nord-Süd-Themen, den politischen und sozialen Auswirkungen der Globalisierung, mit Arbeitsbedingungen auf dem Land und in der Stadt, mit Flucht / Migration oder interkulturellen Begegnungen auseinandersetzen, stehen im Mittelpunkt des 24. Fernsehworkshop Entwicklungspolitik, der vom 11.-14.05.2017 im Haus am Dom in Frankfurt am Main  stattfinden. Die filmische Auseinandersetzung gilt brisanten Themen des globalen Südens ebenso, wie Beobachtungen aus dem Alltag, die Beziehungen, kulturelle Ausdrucksformen oder die Lebenswirklichkeiten von Kindern und Jugendlichen spiegeln.

Wir möchten Sie einladen, Film- und Fernsehproduktionen zum Fernsehworkshop Entwicklungspolitik einzureichen und Produktionen für den 9. Eine-Welt-Filmpreis NRW vorzuschlagen. Anmeldeformular: 2017 Filmanmeldung Das Reglement ist Teil der Anmeldung. Anmeldungen bis: 15.03.2017

 

Kindernothilfe: Interview mit Honest Mweemba, ehemaliger Kinderarbeiter

Honest Mweemba hat als Kind selbst auf einer Tabakplantage gearbeitet. In diesem Interview berichtet er über seiner Erfahrungen als Kinderarbeiter und welche Folgen die Arbeit auf den Tabakplantagen für ihn hatte.

Wo wählen gefährlich ist – Projekt mit jungen Experten

Die SchülerInnen der SE1 kennen uns teilweise. Anfang des Jahres hatten wir einen ganzen Reigen von Projekten mit den Jugendlichen abgeschlossen. Nach einer Aufwärm- und Kennenlernphase näherten wir uns dem Thema “Wählen”. Sofort fiel der Name Trump und alle hatten die Vorstellung, dass es für die Länder, aus denen sie kommen (Syrien, Albanien, Irak), nicht gut ist.  Einige haben ihre Heimat so jung verlassen, dass sie nichts über die Situation dort wissen. In der nächsten Woche wollen wir gemeinsam das Projekt gestalten und überlegen, welche Bestandteile es enthalten soll. Ganz sicher ist, es soll wieder eine Meinungsumfrage geben. Das haben die Jugendlichen, die schon bei Projekten mitgemacht haben, gewünscht. Und es sollen wieder PolitikerInnen und Medien dabei sein!

Irak: IS rekrutiert in Mossul Kinder

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat setzt nach UN-Erkenntnissen in der Schlacht um Mossul wohl auch Kinder ein. Die Extremisten hätten die Einwohner in der Ortschaft Hammam al-Alil südlich von Mossul dazu gedrängt, insbesondere Jungen ab einem Alter von neun Jahren an die Kämpfer zu übergeben, sagte eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsbeauftragten. Dabei handle es sich augenscheinlich um die Rekrutierung von Kindersoldaten.

http://www.n-tv.de/politik/IS-setzt-offenbar-Kindersoldaten-ein-article19009711.html

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Rheinische-Post-IS-rekrutiert-in-Mossul-Neunjaehrige-als-Kindersoldaten-5171854

Schauspiel: 14 Kinder spielen im Stück FEUERSCHLANGE mit

Nach Diskussionen um die Treffsicherheit des Sturmgewehrs G36 und um Waffenexporte ins Ausland hat sich das Schauspiel Stuttgart den schwäbischen Waffenhändler vorgeknöpft. Mit vorsichtigen politischen Anklängen inszenierte Regisseur Dominic Friedel das Stück „Feuerschlange“ von Philipp Löhle für die abgelegene kleine Nord-Bühne. Die Uraufführung des handlungsarmen Episodenstücks, das mehr Rezitation als Dialoge bietet, bestritten am Samstagabend 14 Kinder und 5 Schauspieler. Inspiration für Friedel und Löhle war nach eigener Darstellung das Unternehmen Heckler & Koch – in dem Stück Lecker & Loch genannt.

http://www.swp.de/goeppingen/nachrichten/suedwestumschau/schauspiel-stuttgart-thematisiert-waffenhersteller-13910092.html

Nepal: Ehemalige Kindersoldaten – Letzter Ausweg Gewalt

Kathmandu (APA/dpa) – Vor zehn Jahren endete in Nepal der Bürgerkrieg. Bis heute leidet eine Gruppe besonders darunter: ehemalige Kindersoldaten. Beobachter befürchten, dass die Gewalt bald wieder ausbrechen könnte.

Als er gerade einmal zwölf Jahre alt war, hatten die maoistischen Aufständischen Lenin Bista in ihren Bann gezogen. Es war auf einer Veranstaltung in der Nähe seines Heimatdorfes Chhatiwan in Südost-Nepal, erinnert er sich heute. Rund 300 Menschen hatten sich auf einem Feld versammelt, wo eine maoistische Tanzgruppe revolutionäre Musik und Tänze aufführte. „Wir hätten damals zur Schule gehen sollen“, sagt Bista heute. „Stattdessen wurden wir in einen Krieg hineingezogen.“ …

http://www.tt.com/home/12212249-91/nepals-ehemalige-kindersoldaten—letzter-ausweg-gewalt.csp

Film: Wrong Elements

Dokumentarfilm von  JONATHAN LITTELL, Frankreich, Belgien, Deutschland, Englisch/Acholi, 2016, 133 Min.

Besprechung in Schwäbisches Tagblatt:

Bei Littell sind es die Kindersoldaten einer obskuren Geisterarmee und Söldnersekte, die (wie heute noch Boko Haram in Nigeria) in Uganda und im Südsudan ihr Unwesen trieb. Sie erscheinen als Täter und Opfer gleichermaßen, in blutjungen Jahren zum Waffendienst der Rebellenbewegung LRA (Lord‘s Resistance Army) gepresst und dabei hundert- und tausendfach zu Mördern und Marodeuren umfunktioniert.

Littell hatte schon seinen Roman in Form einer barocken Suite komponiert. Auch hier bettet er die Reise zu den afrikanischen Abgründen neuerlicher Schreckensszenarien in die musikalischen Trostbotschaften aus Bachs Johannespassion und Bibers Rosencranz-Sonaten – ein Kontrastprogramm, das bereits auf Vergebung statt Vergeltung hindeutet.

Tatsächlich sind die drei jungen Hauptpersonen in Littells beeindruckendem Filmdebüt drei Gezeichnete. Allen voran Geofrey, scheinbar ein Sonnyboy mit erfrischend spitzbübischem Lächeln, der mit seinen Kumpeln Michael und Nighty fröhlich feixt und Faxen macht, als wollten sie die verpasste Kindheit nachholen und die Kellerleichen von damals verscheuchen. Sie wurden allesamt entführt und traumatisiert, machten sich unschuldig schuldig und suchen nun nach Normalität.

Littell begleitet sie zu den Tatorten und Schauplätzen in Busch und Dschungel, spürt mit ihnen den dokumentarisch angetippten Verbrechen nach: eindringlich, aber nie aufdringlich, und weit weniger spektakulär als mit seinem Roman-Aufreger vor zehn Jahren. Doch wer Geofrey dabei zusieht, wie er sich Absolution holt bei einer verwitterten Überlebenden eines der Massaker, ahnt: absoluten Frieden dürfte es für die verwüsteten Seelen trotz allem kaum geben. Der Film endet mit einem heftigen tropischen Gewitter. Ein reinigendes wird es nicht sein

http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Zu-Moerdern-und-Marodeuren-gemacht-309122.html

http://www.wrongmen.be/film-wrongmen-17-movies-en.html

Deutschland: Kindersoldat beim deutschen Kaiser – im KZ Sachsenhausen umgebracht

Bayume Mohamed Husen (Geburtsname Mahjub bin Adam Mohamed;  22. Februar 1904 in Daressalam, Deutsch-Ostafrika, heute Tansania; † 24. November 1944 im KZ Sachsenhausen) war ein afrikanisch-deutscher Askari (Soldat) und Schauspieler. Husen wurde im Ersten Weltkrieg in der „Schutztruppe“ Deutsch-Ostafrikas als Kindersoldat eingesetzt und kam 1929 nach Berlin, um seinen ausstehenden Sold einzufordern. Hier gründete er eine Familie und arbeitete als Kellner, Sprachlektor und Schauspieler, unter anderem an der Seite von Hans Albers. Im August 1941 wurde er von der Gestapo wegen eines Verhältnisses mit einer „Arierin“ verhaftet und im September unter dem Vorwurf der „Rassenschande“ ins KZ Sachsenhausen eingeliefert, wo er nach dreijähriger Haft starb.

Mehr Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Bayume_Mohamed_Husen

Südsudan: 145 Kindersoldaten werden freigelassen

Rund 145 Kindersoldaten sind von bewaffneten Gruppen im Südsudan freigelassen worden. Den Kindern, die für die Anhänger des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar und andere Rebellengruppen kämpften, wurden daraufhin Waffen und Uniformen abgenommen, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) am Mittwoch mit. Nun werde nach ihren Familien gesucht. Geschätzte 16.000 Kinder wurden nach UN-Angaben seit Beginn des Bürgerkriegs Ende 2013 im Südsudan von Streitkräften und bewaffneten Gruppierungen rekrutiert.

http://www.morgenpost.de/incoming/article208503743/145-Kindersoldaten-werden-im-Suedsudan-freigelassen.html

Irak: IS setzt zunehmend Kindersoldaten ein

Seine Angst ist fast mit den Händen zu greifen. Der 15-jährige Junge, der mit einem Sprengstoffgürtel bei einer schiitischen Moschee in der irakischen Stadt Kirkuk verhaftet worden ist, schluchzt still, während zwei Polizisten seine Arme weit auseinander halten, um ihn daran zu hindern, den Sprengstoff zu zünden.

Im August hatte die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) den Jungen nach Kirkuk geschickt, ebenso wie einen anderen Jungen gleichen Alters. Der hatte es wenige Minuten zuvor geschafft, seinen Sprengstoff in einer anderen schiitischen Moschee zu zünden.

Der IS benutzt in jüngster Zeit verstärkt Kinder als Selbstmordattentäter. Nur Tage, nachdem der Teenager in Kirkuk verhaftet wurde, führten vier Jugendliche in der überwiegend von Schiiten bewohnten Stadt Kerbala einen Angriff durch. Im März zog ein Junge bei einem Fußballspiel im südlichen Irak den Auslöser an seiner Sprengstoffweste.

http://www.dw.com/de/kindersoldaten-beim-islamischen-staat/a-36054490

Kongress “Angekommen – und nun?”

Jugendliche erarbeiten sich in einem Kongress grundsätzliche Themen rund um das friedliche Zusammenleben in einer offenen Gesellschaft. Für Jugendliche aus Ländern, in denen eine starke Prägung durch streng religiöse Auflagen erfolgte, ist es schwer sich in unserer Gesellschaft zurechtzufinden.group-418449_1280

punkt Muss ich mich an Regeln in der Schule auch dann halten, wenn ich nicht geschlagen werde? Es ist für Jugendliche schwer zu begreifen, dass sie nicht mit dem Stock gezüchtigt werden, wenn ihnen gerade ein Wort nicht einfällt.

punkt Wie gehe ich damit um, dass mir eine Lehrerin eine Anweisung gibt? Unfassbar ist das für viele Jungen, die aus einem patriarchalen Land kommen. Spiele ich äußerlich mit und gehe innerlich in die Opposition?

punkt Wie schaffe ich es, Mädchen nicht zu verachten, die nicht im Sinne meiner Erziehung korrekt gekleidet sind und den richtigen Glauben haben? Wie kann ich einen Respekt lernen, der mir hilft, Menschen zu akzeptieren, wie sie sind – vielleicht mich sogar an ihrer Andersartigkeit zu freuen?

punkt Als Mädchen habe ich große Angst, die Regeln meiner Familie oder meiner Religion zu verletzen. Die neue Heimat gibt ganz andere Regeln vor. Wie kann ich in Deutschland leben und beides miteinander in Einklang bringen?

Aus drei Schulen sollen jeweils aus zwei SE-Klassen Jugendliche in den Kongress geschickt werden, die sich bereits mit unserer Gesellschaft auseinander gesetzt haben. Sie sollen in ihrer Umgebung die Erfahrungen weitergeben, die sie im Kongress gesammelt haben.

 

was bisher geschah

Mit dem ersten Kongress “Angekommen – wirklich?” haben wir im Mai gemeinsam mit  geflüchteten und zugewanderten Jugendlichen Fragen um das Frauenbild und das Ankommen in einer offenen Gesellschaft besprochen. Mehr

In drei Projekten mit insgesamt etwa 100 Workshops erarbeiteten wir uns die Grundlagen für unsere Zusammenarbeit mit den geflüchteten und zugewanderten Jugendlichen:

Zukunft – eine Falle?

Klima – eine Falle?

Zuwanderung – willkommen!

 

BAT: Erst kassieren, dann abwandern

Das Unternehmen British American Tobacco will in Bayreuth 950 Arbeitsplätze streichen und nach Osteuropa verlagern. Der Aufschrei bei Politikern, Unternehmern, Kammern in der Region war groß: Hilfe für die Mitarbeiter müsse her. Staat und Stadt sollen die BAT-Mitarbeiter unterstützen. So wie sie es über Jahre mit dem Unternehmen gemacht haben.

Weiterlesen Nordbayerischer Kurier 29.7.2016

Wikipedia schreibt:
Laut Transparenzliste des bayerischen Wirtschaftsministeriums erhielt BAT von der Europäischen Union in der Förderperiode 2007 bis 2013 Subventionen in Höhe von 1,3 Millionen Euro.

Brexit: Junge Briten demonstrieren

Tausende Briten haben gestern Abend in mehreren Städten gegen den EU-Austritt ihres Landes demonstriert. Es waren vor allem junge Leute, die sich versammelt hatten. Sie sehen ihre Zukunft durch das Brexit-Votum gefährdet – doch nur etwa ein Drittel von ihnen hatte beim Referendum eine Stimme abgegeben.

Radiobeitrag: Junge Briten demonstrieren auf dem Trafalgar Square gegen den Brexit

Länge 03:45 Minuten
Autor Biesinger, Gabi
Hören bis 5. Januar 2017 – 08:12 Uhr
Sendung Europa heute
Audio hören Mediatheklink

Text: Deutschlandfunk

Film „Wir waren Rebellen – Krieg und Frieden im Südsudan“

Ehemaliger Kindersoldat gerät erneut in die Kriegswirren

Neue DVD bei EZEF

Am 9. Juli jährt sich die Unabhängigkeit des Südsudan zum 5. Mal. In ihrem Film „Wir waren Rebellen – Krieg und Frieden im Südsudan“ begleiten die FilmemacherInnen Katharina von Schroeder und Florian Schewe Agel Ring Machar in dieser für das Land entscheidenden Zeit. Der ehemalige Kindersoldat war kurz vor der Unabhängigkeit 2011 aus Australien zurückgekehrt, um beim Aufbau zu helfen. Als Basketball-Profi trainiert er die erste Basketballnationalmannschaft und engagiert sich im Brunnenbau und in der ländlichen Entwicklung. Nur zwei Jahre nach der Unabhängigkeit bricht 2013 der Bürgerkrieg erneut aus, so dass Agel keine andere Möglichkeit sieht, als wieder zur Waffe zu greifen.

Die erbitterten Kämpfe zwischen der Regierungsarmee unter Präsident Salva Kiir und den Rebellen des ehemaligen Vize-Präsidenten Riek Machar dauern bis Anfang 2016. Auch heute werden von beiden Kriegsparteien wieder Kinder dazu gezwungen, Soldaten zu werden, so wie es Agel am Anfang des Films beschreibt, mit den gleichen unabsehbaren Folgen.

„Wir waren Rebellen“ wurde 2015 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. In der Begründung heißt es: „Der Film zeigt ausschließlich den Südsudan.
Und doch erreichen von Schroeder und Schewe am Ende mehr, als nur ein differenziertes Bild dieses Landes zu zeichnen. Denn Hoffnungen scheitern nicht nur dort, Neuanfänge unter schwierigsten Bedingungen gibt es auch woanders. Irak oder Afghanistan zum Beispiel haben eine völlig andere Geschichte, aber wer mit Machar die ersten beiden Jahre Südsudan erlebt hat, wird auch Berichte aus anderen Ländern besser verstehen.“

„Wir waren Rebellen“ wurde von Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst in der Produktion gefördert. Die gemeinsam mit dem Goethe-Institut und Perfect Shot Films produzierte DVD steht ab sofort bei EZEF für die Bildungsarbeit zur Verfügung.

Mehr und bestellen

Brexit: Denn sie wissen nicht, was sie tun

Nach dem Brexit fluchen die jungen Briten auf die alten. Was hat sie getrieben, den EU-Austritt zu wählen? Engstirnigkeit? Nostalgie? Nein, die Sorgen gehen viel tiefer.
David hat für den Brexit gestimmt. Er ist fast 70 und gehört deshalb zu der älteren Generation, die zu 60 Prozent für einen Austritt Großbritanniens aus der EU gestimmt hat. “Ich fühle mich hier in meiner Straße nicht mehr wohl”, sagt David. “Wenn hier noch eine ausländische Familie herkommt, verkauf’ ich mein Haus und zieh’ weg”, sagt er.
Der Rentner mit dem silbernen Haar ist nicht ausländerfeindlich. Aber er will, dass alles gepflegt aussieht. Deshalb vertikutiert er den Rasen seines Nachbarn. Der ist Iraker und hat Unkrautvernichter über den Vorgarten gegossen. Er wusste es nicht besser.

Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so ernst wäre. Denn das Abstimmungsverhalten der Generation von David hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich Großbritannien mit dem Brexit von der wirtschaftlichen und außenpolitischen Klippe gestürzt hat.

Die Junge Generation flucht. Die Hälfte des Volkes ist in Schockstarre. Aber was treibt die “Alten”? Engstirnigkeit? Nostalgie? Nein, die Sorgen gehen viel tiefer.

“Als wir in die EU eingetreten sind, wollten wir vom Handel mit Europa profitieren”, sagt David und klingt enttäuscht. “Aber das hat nichts gebracht. Jetzt machen sie auch noch die Grenzen auf und sagen uns, was wir machen sollen. Wir müssen da raus”.

Weiterlesen DIE WELT

Brexit: Unfassbar niedrige Wahlbeteiligung junger Briten

Das Votum der Briten gegen den Verbleib in der EU ist auch eine Generationenfrage. So waren es vor allem die Alten, die für den Brexit gestimmt haben. Doch eine Analyse zeigt, die Wahlbeteiligung bei jungen Briten war extrem gering.
Nach dem Sieg der Brexit-Befürworter sorgen sich viele junge Briten um ihre Zukunft: „Wir Jungen müssen ausbaden, was die Alten entschieden haben.“ Dabei sind sie an dem Ergebnis selber schuld.
Das Ergebnis des EU-Referendums hat viele Briten schockiert und überrascht. Inzwischen haben mehr als drei Millionen Menschen eine Online-Petition unterzeichnet, die eine Wiederholung der umstrittenen Abstimmung fordert.

Besonders die Jungen machen ihrem Ärger nun in sozialen Netzwerken und auf der Straße Luft. Unter dem Schlagwort #NotInMyName (nicht in meinem Namen) schreiben junge Briten auf Twitter, dass sie ganz und gar nicht hinter der Brexit-Entscheidung stehen. „Wir Jungen müssen ausbaden, was die Alten entschieden haben“, lautet dabei der Tenor.

Doch gerade junge Leute dürften sich über den Ausgang der Wahl eigentlich nicht beschweren, wie eine Analyse des britischen Nachrichtenkanals Sky News jetzt nahelegt.

Weiterlesen DIE WELT

USA: Späte Reue, vor allem bei den Jugendlichen

Am 9.11.2016 wurde Donald Trump überraschend und zum Entsetzen fast aller zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Dabei zeigte sich, dass ein großer Teil der Amerikaner, vor allem die Jüngeren, nicht zur Wahl gegangen sind – und das jetzt bitte bereuen.

Haiti: Wo Wählen anstrengend ist

Wir können auch viel von Menschen lernen, die viel auf sich nehmen, um zu Wählen.

Wie dieser engagierte Wähler, der in der Tagesschau vom 20.11.2016 zu sehen war. Er stand in einer langen Schlange, war schon um 4 Uhr aufgestanden und hatte trotzdem eine richtige Wahllaune:

 

Indonesien: Studie von Human Rights Watch

Am 24.05.2016 veröffentlichte die international tätige Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch (HRW) einen Bericht über Kinderarbeit auf Tabakplantagen in  Indonesien. Dafür wurden über 130  betroffene Kinder befragt.  Es wird deutlich, dass über tausend Kinder von Kinderarbeit betroffen sind und unter gesundheitsschädlichen Bedingungen arbeiten, um vor allem ihre Familie finanziell zu unterstützen. Viele von ihnen sind bereits erkrankt und leiden unter den Schäden von Nikotinvergiftungen oder Pestiziden.

Indonesien zählt mit über 500.000 Tabakplantagen zu den größten Tabakherstellern der Welt, dabei liefern die drei Regionen East Java, Central Java und West Nusa Tenggara 90% der Tabakproduktion des ganzen Landes.

Laut der Studie von HRW arbeiten die Kinder überwiegend ohne Schutzkleidung und bei sehr hohen Temperaturen. Sie nehmen das Nikotin über die Blätter der Tabakpflanzen direkt über ihre Haut auf. Diese Vergiftungen verursachen Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühle oder Kopfschmerzen. Da sich die Kinder noch in ihrer körperlichen Entwicklung befinden, sind sie besonders anfällig und Folgeschäden können entstehen. So kann es im zunehmenden Alter zu psychischen Erkrankungen, Gedächtnislücken oder Wahrnehmungsstörungen kommen. Teilweise arbeiten die Kinder mit gefährlichen Pestiziden, was  zu Krebs, chronischen Erkrankungen und Depressionen führen kann und die Entwicklung der Kinder erheblich beeinträchtigt.

Auch wenn in Indonesien bis 15 Jahre eine Schulpflicht besteht, unterstützen viele Kinder in jüngeren Jahren ihre Eltern auf den Plantagen und verpassen so den Unterricht. Viele Familien können sich zudem die Schulbildung für ihre Kinder nicht leisten. Auch wenn es öffentliche gebührenfreie Schulen gibt, so kosten die Unterrichtsmaterialien oder die Schuluniformen zu viel Geld.

Indonesien zählt zu den Ländern, die gesundheitsschädliche Arbeit für Kinder verbieten. Aber die Definitionen sind  zum Teil sehr ungenau und schützen die Kinder kaum vor der Ausbeutung. Auch wenn multinationale Unternehmen wie PT Bentoel Internasional Investama (Bentoel, Tochterunternehmen von British American Tobacco BAT), und PT Hanjaya Mandala Sampoerna (Tochterunternehmen von Philip Morris International) angeben, nur Tabak von Zulieferern zu beziehen, die die ILO Konventionen einhalten, so können die Unternehmen nicht sicherstellen, dass Kinder gesundheitsschädliche Arbeiten ausführen. Die Unternehmen erwerben den Tabak  teilweise auf dem öffentlichen Markt und können die genaue Lieferkette nicht nachvollziehen.

Laut Human Rights Watch stellt der zweit größte Tabakproduzent der Welt  Brasilien ein gutes Beispiel dar, welches durch klare und strikte Verbote und verbesserte Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeit auf Tabakplantagen Kinder gezielt schützt. Bei Verstößen drohen hier harte Strafen.

HRW fordert, dass die Regierung Indonesiens die Arbeiten auf den Tabakplantagen besser und gezielter überwacht um so gegen Kinderarbeit bewusst vorzugehen. Außerdem sollte bessere Aufklärung über die Schäden durch Chemikalien betrieben werden. Aber auch Tabakunternehmen tragen eine große Mitverantwortung und müssen ihre Lieferungen sorgfältiger prüfen.

Der französiche Versicherer Axa SA hat angekündigt seine finanziellen Beziehungen zur Tabakindustrie aufzulösen, weil die  Situation vieler an der Tabakproduktion beteiligten Menschen “tragisch” und nicht vertretbar sei. Dafür stößt die größte Versicherungsgesellschaft des Landes zwei Milliarden USD Kapital ab, unter anderem Aktien von Philip Morris International Inc. und British American Tobacco Plc.

Immer mehr InvestorInnen haben angekündigt, sich wegen ethischer Bedenken aus dem Tabakgeschäft zurückzuziehen.

aus: Facing Finance

weitere Quellen: Die Zeit,  Studie von Human Rights Watch „The Harvest is in My Blood“

Brexit: Alt überstimmt Jung

Generationenkonflikt: Die Älteren haben im Brexit-Referendum über die Zukunft der Jungen bestimmt. (Foto: Bloomberg)
Drei von vier Briten zwischen 18 und 24 Jahren sahen ihre Zukunft in der EU. Daraus wird nun nichts – die Älteren haben die Wahl entschieden.

Die Demokratie, zumal in ihrer radikalsten Form, dem Ja-oder-Nein-Referendum, kann es nicht allen recht machen. Sie wird immer Enttäuschte zurücklassen, die im Wortsinne überstimmt wurden und sich dem Willen der Mehrheit beugen müssen: Regionen, Berufsgruppen, Parteien, Generationen. Gerade die Briten haben sich daran gewöhnt, ihr Mehrheitswahlrecht schlägt dem Sieger alles zu. Der Verlierer muss sehen, wo er bleibt.

Das Brexit-Referendum hat nun aber ein Ergebnis hervorgebracht, das über die normalen Härten des demokratischen Mehrheitsprinzips hinausgeht. Hätten nur die unter 50-Jährigen abgestimmt, wäre Großbritannien in der EU geblieben. Unter den 18- bis 24-Jährigen haben sich am Donnerstag 75 Prozent dafür ausgesprochen, in der EU zu bleiben. Drei von vier jungen Briten hätten sich eine Zukunft in der Staatengemeinschaft gewünscht. Ein klares Votum, eine überwältigende Mehrheit.

Überstimmt wurden sie vor allem von den Älteren: Briten jenseits der 50 haben sich mehrheitlich für einen Brexit entschieden, bei den über 65-Jährigen sind es 61 Prozent. Sie haben das Land aus der Union geführt, wohl auch in dem Wunsch, die große britische Vergangenheit aufleben zu lassen. Die Älteren haben somit über die Zukunft der Jungen bestimmt – ein Phänomen, das in allen überalterten Gesellschaften zum Problem werden kann.

Weiterlesen Süddeutsche Zeitung

Kinder auf Panzern – Bundeswehr hat nichts gelernt

Pressemitteilung des Deutschen Bündnis Kindersoldaten

„Panzer sind kein Spielzeug“

Bundeswehr lässt Kinder Panzer fahren

Osnabrück / Duisburg, den 20.6.2016: Nachdem Bundeswehrsoldaten vor einer Woche beim „Tag der Bundeswehr“ in Stetten Kinder an Maschinenpistolen hantieren ließen, ist es am Sonntag zu einem ähnlichen Vorfall gekommen: Beim „Tag der offenen Tür“ in der Ostmark-Kaserne in Weiden in der Oberpfalz durften Kinder auf Panzer klettern und PanzeIMGP2185.jpgrfahrten mitmachen.

„Kleine Kinder und Jugendliche kletterten auf Kampfpanzer und guckten durch das Zielfernrohr“, sagt Michael Schulze von Glaßer von der „Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK), der vor Ort war. „Soldaten halfen ihnen beim Einstieg und erklärten das Kriegsgerät. Auf Fuchs-Transportpanzern und Marder-Schützenpanzern konnten Kinder und Jugendliche sogar mit durchs Gelände fahren.“ Ob die Bundeswehr dabei wirklich nur Personen ab 14 Jahren mitgenommen hat, wie es eine Richtlinie des Verteidigungsministeriums vorschreibt, ist fraglich, einige Kinder auf den Fotos sehen jünger aus. „Die Bundeswehr nutzt die Technikbegeisterung und Abenteuerlust von Kindern und Jugendlichen aus, um Nachwuchs zu werben. Das ist inakzeptabel“, so Michael Schulze von Glaßer.

„Kasernen sind kein Spielplatz, Panzer kein Spielzeug“, sagt Ralf Willinger vom Kinderhilfswerk terre des hommes, Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten. „Statt immer mehr Geld für Militärwerbung bei Kindern auszugeben und immer mehr minderjährige Soldaten einzustellen, sollte die Bundeswehr die Kinderrechte achten und endlich die Empfehlungen des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes umsetzen. Dieser hat Deutschland mehrfach aufgefordert, das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre anzuheben und Militärwerbung bei Kindern und Jugendlichen zu verbieten.“

„Kinder und Jugendliche sind beeinflussbarer und verletzlicher als Erwachsene, sie brauchen besonderen Schutz“, sagt Frank Mischo von der Kindernothilfe, Sprecher des Bündnis Kindersoldaten. „Die Bundeswehr sollte deshalb per Erlass dafür sorgen, dass Kinder weder mit Handfeuerwaffen noch mit größeren Waffensystemen wie Panzern direkt in Kontakt kommen. Computerspiele, in denen man Panzer fahren kann, sind vom Alter her indiziert – dasselbe sollte erst Recht für reale Panzer gelten.“

Der Personalwerbetat der Bundeswehr hat sich innerhalb von sieben Jahren fast verzehnfacht, von 3,8 Millionen Euro (2008) auf 35,3 Millionen Euro (2015). Zudem werden immer mehr 17-jährige als Soldaten eingestellt: Der Rekordwert von 2015 waren 1515 Mädchen und Jungen. Sie erhalten dieselbe militärische Ausbildung an der Waffe wie Erwachsene, haben dieselben Arbeitszeiten wie diese und werden zusammen mit Erwachsenen untergebracht. Der gesetzliche Jugendschutz gilt für sie nicht, spezielle Maßnahmen zum Schutz vor sexuellem Missbrauch gibt es nicht.

Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten und seine zehn Mitgliedsorganisationen setzen sich in Deutschland und anderen Ländern dafür ein, dass keine Kinder unter 18 Jahren zum Militär oder bewaffneten Gruppen rekrutiert werden. Deutschland ist eines von wenigen Ländern weltweit, in denen die staatliche Armee weiter unter 18-jährige als Soldaten rekrutiert. Viele Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bündnis Kindersoldaten unterstützen Hilfsprojekte für Kindersoldaten in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Die zehn Mitglieder des Deutschen Bündnis Kindersoldaten sind: Kindernothilfe, World Vision, terre des hommes, Unicef Deutschland, Aktion Weißes Friedensband, missio, Deutsche Friedensgesellschaft, Quäker-Hilfe Deutschland, Netzwerk Afrika-Deutschland, Lutherischer Weltbund.

Weitere Infos zum Deutschen Bündnis Kindersoldaten: www.kindersoldaten.info

Fotos zur freien Verwendung (Quellenangabe: DFG-VK) finden Sie unter:

https://www.dropbox.com/sh/fhzxtopqcl951c0/AAA6fMq6gwCx3o4MXNKgT9l_a?dl=0

Die Gesichter der Kinder wurden aus Gründen des Kindesschutzes verpixelt.

Kontakt:

Ralf Willinger, terre des hommes, 0541-7101-108, r.willinger@tdh.de

Frank Mischo, Kindernothilfe, 0163-2344357, Frank.Mischo@knh.de

Michael Schulze von Glasser (ab 14 Uhr), DFG-VK, 0176-23575236, svg@dfg-vk.de

 

Pro Tag werden zwei Kindersoldaten rekrutiert

Uno verlangt mehr Schutz
Gewaltakte gegen Kinder in Konfliktgebieten haben im Jahr 2015 stark zugenommen. Auch die Zahl der Kindersoldaten steigt teilweise dramatisch.

… In Syrien habe man zudem Kenntnis von mehr Fällen, in denen Kinder als Soldaten rekrutiert wurden, als im Vorjahr. Der IS bemühe sich besonders stark um die Rekrutierung von Kindersoldaten. Der Uno sind über 120 Fälle bekannt, in denen Kinder im Alter zwischen 10 und 15 Jahren zur militärischen Ausbildung gezwungen wurden.

In Jemen stellte die Uno fest, dass die Rekrutierung von Kindersoldaten im Vergleich zum Vorjahr um das Fünffache angestiegen sei. Es wurden 762 Fälle verzeichnet. Über 70 Prozent seien von den Huthi-Rebellen angeworben worden. Zudem wurden 785 Kinder im Jemen-Konflikt getötet und über 1160 verletzt…

http://www.nzz.ch/international/aktuelle-themen/uno-verlangt-mehr-schutz-immer-mehr-kinder-sterben-in-kriegen-ld.86531

Friedensnobelpreisträgerin Leymha Gbowee zu Kindersoldaten und sexueller Gewalt

“Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Ich habe einen 16-jährigen ehemaligen Kindersoldaten gefragt: “Hast du im Krieg Frauen vergewaltigt?” Das hat er ehrlich verneint. Dann habe ich begriffen, dass er die Frage nicht versteht, und habe es noch einmal versucht: “Hast du in der Zeit, in der du Waffen getragen hast, jemals eine Frau gezwungen, mit dir Sex zu haben?” Ja, hat er gesagt, aber das sei doch keine Vergewaltigung. Dafür seien Frauen doch da. Er hat kein Unrechtsbewusstsein.”

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/welt/weltpolitik/822487_Frieden-ist-ein-Prozess-kein-Event.html

Deutscher spricht über seine Zeit beim IS

“Abgeschlagene Hände, Kindersoldaten”

Harry Sarfo hat die Hölle durchlebt. Eine Hölle, für die er sich selbst entschieden hat.
Der Horror beginnt im April 2015. Damals reist er von Bremen nach Syrien, um sich dem sogenannten Islamischen Staat anzuschließen. Er hofft auf ein besseres Leben. Bis Juni 2015 lebt der Deutsche in der IS-Hochburg Rakka, er tritt sogar in einem ihrer Propagandavideos auf.

Stolz schwingt er darin eine IS-Fahne, wenige Minuten später töten seine Kameraden zwei Männer. Viele dieser Szenen spielen sich direkt vor seinen Augen ab. Es sind Bilder, die sich in sein Gedächtnis brennen und ihn bis heute verfolgen.

http://www.berliner-kurier.de/news/panorama/-abgeschlagene-haende–kindersoldaten–deutscher-spricht-ueber-seine-zeit-beim-is-23982998

Buchempfehlung: Überlebensgeschichten. Kindersoldatinnen und -soldaten als Flüchtlinge in Deutschland.

Überlebensgeschichten. Kindersoldatinnen und -soldaten als Flüchtlinge in Deutschland.

Eine Studie zur sequentiellen Traumatisierung. Taschenbuch von Dima Zito, 464 Seiten, ISBN:978-3-7799-3328-1, Erschienen: 10.09.2015
Die Autorin weiß wovon sie schreibt. Seit vielen Jahren hilft Dima Zito jungen Menschen mit traumatischen Erlebnissen, die als Kinder in Kriegen eingesetzt wurden. Sie fühlen sich als Täter und als Opfer zugleich. Wie werden sie mit dem Erlebten fertig, wie ist eine Verarbeitung möglich? Ist das in Deutschland noch einmal schwieriger für die 15 jungen Flüchtlinge aus sechs afrikanischen Ländern? Spannende Interviews, die einen tiefen Einblick geben in die Situation der jungen Menschen und in die Arbeit der Fachkräfte, die sie unterstützen.

Nachwuchspreis für Doktorarbeit über Kindersoldaten – Artikel
Wie Dima Zito Kindersoldaten hilft – Artikel

Petition: Menschenrechte vor Profit

FRIEDENSBAND unterstützt die Petition der Verbände CorA, Forum Menschenrechte und VENRO sowie die Einzelorganisationen Brot für die Welt, CIR, Germanwatch, INKOTA-netzwerk, MISEREOR, Oxfam, SÜDWIND, terre des hommes und ver.di:

Die Bundesregierung soll deutsche Unternehmen verpflichten, die Menschenrechte auch im Auslandsgeschäft zu achten. Unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition und fordern Sie gemeinsam mit uns und einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis Angela Merkel und Sigmar Gabriel auf, sich für einen ambitionierten Aktionsplan einzusetzen.

Werden auch Sie aktiv und unterschreiben Sie hier.

Smartphone, Markenkleidung, Schokolade – hinter diesen alltäglichen Dingen verbergen sich Geschichten von Hunger, Armut und Menschenrechtsverletzungen. Ob Landvertreibungen, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen oder Hungerlöhne – Unternehmen in Deutschland nehmen Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer globalen Lieferketten vielfach in Kauf. Die Achtung der Menschenrechte in den Auslandsbeziehungen gilt als freiwillige Angelegenheit.

Eine Chance auf Veränderung könnte der Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte bieten, den die Bundesregierung im Juni vorlegen möchte. Vieles deutet aber darauf hin, dass dieser nur unverbindliche Empfehlungen und Beratungsangebote statt gesetzliche Verpflichtungen vorsehen wird.

Wir fordern indes für den Nationalen Aktionsplan:

  • eine gesetzlich verankerte menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für Unternehmen
  • Klagemöglichkeiten für Opfer von Menschenrechtsverletzungen
  • die Kopplung von öffentlichen Aufträgen und Außenwirtschaftsförderung an die Erfüllung der Sorgfaltspflicht.

 

Setzen Sie sich gemeinsam mit uns für einen ambitionierten Aktionsplan ein.

Ansprechpartnerin:

Eva-Maria Reinwald, SÜDWIND, Tel.: 0228-763698-21, E-Mail: reinwald@suedwind-institut.de

 Getragen wird die Petition durch die Verbände CorA, Forum Menschenrechte und VENRO sowie die Einzelorganisationen Brot für die Welt, CIR, Germanwatch, INKOTA-netzwerk, MISEREOR, Oxfam, SÜDWIND, terre des hommes und ver.di

Hier geht es zur Petition!

Film „Urmila – für die Freiheit“

Urmila Chaudhary lebt 12 Jahr lang als Haussklavin in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu, bevor sie befreit wird und in ihre Heimat im Süden des Landes zurückkehren kann. Die Regisseurin Susan Gluth hat Urmila über fünf Jahre begleitet und zeichnet in ihrem Film das Portrait einer jungen Frau, die sich als Aktivistin der Organisation „Freed Kamalari Development Forum“ (FKDF) heute selbst für die Befreiung von Mädchen und deren Rechte einsetzt. Bei ihrem Einsatz für Menschenrechte, mit dem sie mittlerweile auch international für Aufmerksamkeit sorgt, wird die Kraft der jungen Frau deutlich. Und doch sind auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben die Dämonen der Vergangenheit ihre ständigen Begleiter.

Die Tourdaten:

26.05.2016, 20.00, Berlin, Hackesche Höfe Kino
28.05.2016, 17.00, Aschaffenburg, Casino
28.05.2016, 19.00, Frankfurt, Cinema
29.05.2016, 17.30, Wiesbaden, Caligari
30.05.2016, 19.30, Leipzig, Passage
31.05.2016, 18.00, Rendsburg, Schauburg
31.05.2016, 20.00, Kiel, Studio Filmtheater
01.06.2016, 17.45, Hamburg, Blankeneser Kino
01.06.2016, 20.00, Hamburg, Abaton
02.06.2016, 19.00, Lüneburg, Scala
03.06.2016, 18.00, Münster, Cinema
03.06.2016, 20.30, Dortmund, sweetSixteen
04.06.2016, 18.00, Bergisch-Gladbach, Cineplex Bensberg
04.06.2016, 20.00, Köln, filmhauskino
05.06.2016, 11.30, Heidelberg, Gloria
05.06.2016, 17.00, Heilbronn, Universum
05.06.2016, 20.00, Stuttgart, Delphi
06.06.2016, 20.00, Ulm, Obscura
07.06.2016, 20.15, Regensburg, Neues Regina
08.06.2016, 18.00, München, Monopol
08.06.2016, 19.45, Seefeld, Breitwand
09.06.2016, 18.30, Bamberg, Lichtspiel
09.06.2016, 20.00, Nürnberg, Casablanca

Der Film lohnt den Kinobesuch, zu dem wir Sie einladen möchten. Eine DVD für die Bildungsarbeit wird bei EZEF nach der Kinoauswertung – voraussichtlich Ende des Jahres – erscheinen. Mehr

Projekt Zukunft – die letzte Sitzung

Der letzte Besuch in den Klassen IK4 und IK5. Wir haben in den drei Monaten doch viel voneinander erfahren und miteinander erarbeitet. Wir zeigten in beiden Klassen noch einmal den Film, den Christian Deckert während unserer Arbeit drehte. Und um den ging es dann auch noch einmal, weil wir die Jugendlichen fragen wollten, ob sie damit einverstanden sind, dass wir den Film auf unsere Webseite setzen.

Interview auf ProMosaik

Vor einer Woche machte Milena Rampoldi von ProMosaik e.V. ein Interview mit Günter Haverkamp:

http://promosaik.blogspot.de/2016/05/friedensband-promosaik-im-gesprach-mit.html

ProMosaik-Selbstdarstellung: “Der Verein ProMosaik e.V. ist aus der Idee entstanden, Völker, Sprachen, Kulturen und Religionen zusammenzuführen. Unsere jahrelange Erfahrung als Übersetzer, Intellektuelle und Schriftsteller hat uns dazu geführt, diese Vereinigung zu gründen. Hier kann man kostenlos die eigenen Beiträge veröffentlichen, die eigenen Ideen zu politischen und sozialen Themen äußern, Texte aus anderen Sprachen übersetzen und vorstellen, Rezensionen über Bücher, Konferenzen und Filme verfassen, News zu verschiedenen Themen in den Bereichen Kultur, Sprachen, Religionen, Friedenserziehung, Literatur, Menschenrechte und interreligiöser und interkultureller Dialog veröffentlichen, sich über den Blog, den Chat auf Skype und die sozialen Medien des Vereins mit anderen Menschen austauschen und den eigenen Verein und seine Projekte unentgeltlich auf der Vereinsseite von ProMosaik e.V. präsentieren.”

 

 

Unter18nie!

Der neue DAKS-Newsletter Ausgabe 4/2016 Nr. 127 enthält einen Beitrag von Ralf Willinger, terre des hommes, zum Unrecht, dass Jugendliche unter 18 in Deutschland eingezogen werden können.

DAKS-Newsl-2016-04

Den DAKS-Kleinwaffen-Newsletter Informationen des Deutschen Aktionsnetzes Kleinwaffen Stoppen können Sie abonnieren  (als kostenlose E-Mail), senden Sie uns einfach eine Mail mit dem Stichwort “Kleinwaffen-Newsletter”. Die E-Mail-Adresse finden Sie im Newsletter

 

 

Wirbt der Westen ehemalige Kindersoldaten an?

Dänische Doku: Wie der Westen ehemalige Kindersoldaten anwirbt

In einem vor Kurzem erschienenen Dokumentarfilm des dänischen Regisseurs Mads Ellesøe wird behauptet, dass einige private britische Militärunternehmen für den Dienst auf US-Stützpunkten im Irak Soldaten anwarben, die im Kindesalter an Kämpfen in Afrika teilgenommen hatten, berichtet der TV-Sender RT auf seiner Webseite.

http://de.sputniknews.com/politik/20160425/309454313/westen-kindersoldaten.html

https://deutsch.rt.com/international/37865-britische-militarfirma-heuerte-ex-kindersoldaten/

Zwangsrekrutierung durch syrischen PKK-Ableger PYD?

EU-Abgeordneter Alyn Smith: YPG muss Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten beenden
Sanliurfa (nex) – Ein aus Schottland kommender Europaabgeordneter hat am Mittwoch die Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten durch den syrischen PKK-Ableger PYD verurteilt und die Gruppe dazu aufgerufen, diese Praxis zu beenden. „Der Krieg ist keine Entschuldigung für den Einsatz von Kindersoldaten auf dem Schlachtfeld“, erklärte Alyn Smith von der Schottischen Nationalpartei (SNP).
http://www.nachrichtenxpress.com/04/2016/eu-abgeordneter-alyn-smith-ypg-muss-zwangsrekrutierung-von-kindersoldaten-beenden/

Film und TV – Kindersoldaten, die sich in den Schlaf weinen

Martin Zandvliet erzählt in „Unter dem Sand“ ein düsteres Kapitel der dänischen Nachkriegsgeschichte als spannenden Thriller.
Jugendliche deutsche Soldaten wurden 1945 zur Entschärfung der Minen an den dänischen Küsten gezwungen
Innsbruck – Vor der Invasion durch die Alliierten hatten sich Hitler und seine Generäle verschätzt, als sie die Landung statt in der Normandie in Dänemark erwarteten. Über zwei Millionen Landminen wurden an den dänischen Küsten vergraben. Nach der Niederlage der Nazis wurden 1945 von Briten und Dänen deutsche Kriegsgefangene zur Beseitigung der etwa 20 Zentimeter „unter dem Sand“ verborgenen Minen unterschiedlicher Bauart gezwungen.

http://www.tt.com/kultur/kinoundtv/11339693-91/kindersoldaten-die-sich-in-den-schlaf-weinen.csp

http://www.morgenpost.de/kultur/kino/article207376877/Kindersoldaten-als-Minenraeumer-das-Filmdrama-Unter-dem-Sand.html

https://www.ndr.de/kultur/film/Drama-Unter-dem-Sand,unterdemsand100.html

https://magazin.spiegel.de/SP/2016/14/143908161/?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage

Bundeswehr stellt pro Jahr 1500 “Kindersoldaten” ein

Rekrutierungs-Stopp gefordert: Bundeswehr stellt pro Jahr 1500 “Kindersoldaten” ein

Die Kinderkommission des Bundestages macht mobil gegen minderjährige Soldaten: Wer noch nicht volljährig ist, hat bei der Truppe nichts zu suchen. Ganz gleich, ob die Eltern das nun erlauben oder nicht.

Deutschlands Soldaten werden immer jünger: Inzwischen stellt die Bundeswehr pro Jahr 1500 Rekruten ein, die noch minderjährig sind. Das macht sieben Prozent eines gesamten Bundeswehr-Jahrgangs aus. „Ein Skandal“, zitiert die “Welt” Norbert Müller. Er ist Vorsitzender der Kinderkommission des Bundestages, die bereits mehrfach zu diesem Thema getagt hat.

Zwar erlaubt die Gesetzlage die Rekrutierung von 17-Jährigen zu Ausbildungszwecken, wenn die Eltern ihr Einverständnis dazu geben. An die Waffen dürfen die jungen Rekruten erst ran, wenn sie volljährig sind. Doch mit den minderjährigen Rekruten soll nun Schluss sein: Müller fordert einen sofortigen Einstellungsstopp. Heranwachsende begäben sich schneller in Gefahr und seien einem höheren Risiko für Trauma-Störungen ausgesetzt, sagte er der Zeitung.
https://www.google.com/url?rct=j&sa=t&url=http://www.focus.de/panorama/videos/rekrutierungs-stopp-gefordert-bundeswehr-stellt-pro-jahr-1500-minderjaehrige-soldaten-ein_id_5418809.html&ct=ga&cd=CAEYAioTNTMxODQxMjI1MTI5OTI3NTM2MzIaNmNhZDBmYjc0Yjg5NjM2ODpjb206ZGU6VVM&usg=AFQjCNFlJE3ulGdwKdN_0NcO8kFwmK3P0g

EPA’s – Wie Afrika ärmer wird

Ein Freihandelsabkommen wird den Trend verstärken: Afrikanische Märkte werden von subventionierten Waren aus Europa zerstört. Die Menschen verlieren Arbeit und Perspektive und kommen zu uns… Ein sehr spannendes Feature des WDR. Anhören oder downloaden.

Projekt “Zukunft – eine Falle?”

In spannenden Workshops erarbeiten wir mit geflüchteten Jugendlichen neue Zugänge, um die Sprachlosigkeit zu überwinden.
Für die Jugendlichen ergibt sich aus der AP1240889useinandersetzung mit den Fallen in ihrer Zukunft die Chance, sie bewusst wahrnehmen zu können. Eine Beteiligung an der Ausgestaltung des Projektes soll den Aufmerksamkeitswert und die Akzeptanz erhöhen und entsprechende Kompetenzen fördern.
Das gilt ganz besonders für geflüchtete Kinder. In der Dumont-Lindemann-Hauptschule und in der Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße in Düsseldorf führen wir das Projekt mit insgesamt drei Klassen durch.
Wir haben in der Vorbereitung sicherlich die doppelte Zeit gebraucht für jeden Workshop, weil die Herausforderung, mit geflüchteten Jugendlichen zu haben, groß ist. Es ist einerseits der Umgang mit den Kulturen, die immer wieder berührt werden und dann natürlich ist es die Frage, wie können wir es Jugendlichen erklären, die des Deutschen nicht oder noch nicht mächtig sind.
Wir haben den Vorteil, dass wir schon seit vielen Jahren mit sehr einfachen Mitteln arbeiten. Die Meinungswand ist ein wichtiges Element in unseren Workshops. Sie erlaubt großflächig zu schreiben oder, wenn das nicht gelingt, zu malen.

Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße Düsseldorf – Klassen IK 4 und 5
Die Klasse IK 5 besteht aus Jugendlichen, die über geringe deutsche Sprachkenntnisse verfügen.
Die Klasse IK 4 besteht aus Jugendlichen, die bereits über bessere deutsche Sprachkenntnisse verfügen.
Wie sieht meine Zukunft aus?
17.2.16 – IK 5 – Als Material wurden nacheinander vier Bilder (Ziele, Familie, Freunde, Job) auf die Papierbahn gelegt. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit ihre jeweiligen Gedanken zu äußern und auch aufzuschreiben. Dabei konnten sie sich untereinander helfen, bekamen aber auch Hilfestellungen von uns. Relativ schnell entwickelte sich das Thema Beruf als Fokus. Den Berufswunsch konnten sie auch pantomimisch vor der Kamera darstellen. Auch die familiäre Situation und Vorstellung für die Zukunft entwickelten sich zum Thema. Trotz der sehr persönlichen Fragen gaben die Jugendlichen bereitwillig Auskunft und hatten teilweise schon sehr konkrete berufliche Ziele.
17.2.16 – IK 4 – Da die Jugendlichen mehr verstehen, konnten sie sich stärker einbringen. So sprachen sie, wie es um ihren Freundeskreis steht und wie schwierig es ist neue Freunde zu finden, auch aufgrund der Sprachbarriere. Sie konnten sich ganz konkret zu ihren Zielen äußern. Für ein Bewegungsspiel legten wir vier Papiere auf den Boden. Auf dem einen stand “-5”, auf dem zweiten “0” und auf dem dritten “+5”. Indem sie sich der Reihe nach auf die Papiere stellten, beantworteten die Jugendlichen die Fragen “Wo war ich vor fünf Jahren?” – “Wo bin ich jetzt?” – “Wo werde ich in fünf Jahren stehen?” Sie konnten damit ihre Erlebnisse, ihre Situation und ihre Wünsche zusammenfassen.
Meine Zukunft – unsere Zukunft
24.2.2016 – DP1260467 (2)ie geflüchteten oder zugewanderten Jugendlichen in den Klassen IK 4 und 5 versuchten für sich eine Zuordnung: Was ist für uns heute hier im neuen Land für uns das Wichtigste. Angeboten haben wir Symbole für Heim, Familie, Kinder, Auto, Fahrrad, Gesundheit und Schutz. Da kamen die Jugendlichen schon ins Nachdenken. Was hätten sie noch vor kurzem gewählt, was jetzt? Und was ist wichtiger? Da wanderte der Kinderwunsch bei vielen nach unten. Gesundheit war bei allen wichtig.
Welche Menschenrechte sind für meine Zukunft wichtig?
 2.3.2016 – Dieses Mal ging es um die Wertvorstellungen und Rechte, die sich bei den Jugendlichen durch das Leben in einem fremden Land verändern. Mit Symbolen für die wichtigsten Menschenrechte regten wir die Jugendlichen zum Nachdenken an und zeigten ihnen, dass nur durch Toleranz ein Zusammenleben ohne gewalttätige Konflikte möglich sind. Der Sinn der Menschenrechte wurde deutlich gemacht und die Jugendlichen formulierten sogar eigene Rechte, angelehnt an ihre Wünsche. Dabei wurden Erfahrungen ausgetauscht.

Dumont-Lindemann-Hauptschule Düsseldorf – Klasse SE 1
Die Klasse SE 1 besteht aus Jugendlichen, die überwiegend bereits länger als 6 Monate in Deutschland sind.
Wer ist für unsere Zukunft verantwortlich?
22.1.16 – Im Rathaus Düsseldorf möchten die JugP1260194endlichen der SE-Klasse 1 der Dumont-Lindemann-Hauptschule wissen, wie Politik gemacht wird in ihrer neuen Heimatstadt. Dazu hat sich Bürgermeister Günter Karen-Jungen viel Zeit genommen. Zwischendurch kommt auch Oberbürgermeister Thomas Geisel dazu und interessiert sich für die Meinung der Jugendlichen. Die sind natürlich tief beeindruckt, nehmen aber vor allem auch mit, dass hier Politik nicht gefährlich und sehr bürgernah abläuft. Eine guter Einstieg in das Thema Zukunft
Flucht in die Zukunft
19.2.16 – Die SE 1 beschäftigte sich intensiv mit der Frage, wie die Zukunft der Welt aussieht. Sie haben es geschafft, einen Ort zu erreichen, an dem sie sicher sind, keinen Hunger haben und zur Schule gehen können. Besorgt machte sie, dass nicht nur durch Kriege Menschen fliehen müssen. Auch die vom Menschen verursachten Klimaprobleme zwischen Menschen zunehmend, ihr Land zu verlassen. Was man dagegen tun kann, war ein wichtiges Thema in dieser Stunde.
Eure Zukunft ist unsere Zukunft!
26.2.16 – Mit der SE 1 die Flüchtlingsunterkunft Moskauer Straße zu besuchP1260479en, war spannend. Selbst Jugendliche, die in verschiedenen Unterkünften waren, wollen sie denen helfen, die noch drin sind. “Eure Zukunft ist unsere Zukunft” meint, dass die Jugendlichen begriffen haben, dass sie mithelfen müssen. Wenn noch mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen, wird es darauf ankommen, das möglichst viele Menschen mithelfen. Da sind die jungen Flüchtlinge als Expertinnen hoch willkommen. Mädchen nehmen Mädchen mit zum Treff, Jungs, die in Sport- oder Jugendclubs sind, versuchen andere Jugendliche unterzubringen. Und das gemeinsame Fußballspielen wird hoffentlich auch gelingen – oder gibt es da Hürden? Wir werden es bald wissen!
 
Wie geben wir anderen eine Zukunft?
4.3.16 – Ein langsamer, spannender Prozess. Anderen helfen ist in den Herkunftsländern der Jugendlichen in der hier gelebten Form nicht so bekannt. Es entsteht eine Freude daran, etwas für andere zu tun. Von Seiten des Grünflächenamtes haben wir grünes Licht bekommen und können auf dem Rasen vor der Flüchtlingsunterkunft Moskauer Straße Fußball spielen. Acht Jungs sind dabei und bringen auch noch andere mit. Möglich ist das Fußballspielen auch auf dafür vorgesehene Plätze. Der Mädchentreff wird wohl auch Zulauf bekommen. Tischtennis kann auf dem Programm stehen.
Das Projekt wird gefördert durch das Landesjugendamt Rheinland

Was für ein Spiel: The Little Ones – Test zum Überlebenskampf der Kinder

“Ihr startet an Tag 1 mit eurer Truppe in einem verlassenen Haus, das fortan als euer Unterschlupf dienen wird. Diesen könnt ihr erkunden und dabei alle möglichen Gegenstände aus den Trümmern bergen. Für besonders große Trümmerhaufen braucht ihr ohne passendes Utensil allerdings einige Zeit, bis ihr diese abgesucht habt. Die Zeit in This War of Mine: The Little Ones vergeht Tag für Tag bis zum Waffenstillstand. Oben links in der Ecke habt ihr eine Anzeige mit der Uhrzeit, die euch parallel die Zeit bis zur nächsten Nacht / zum nächsten Tag anzeigt. Daneben seht ihr eine Temperaturanzeige, die ihr durch einen Ofen im Unterschlupf beeinflussen könnt. Achtet also darauf, dass euer Unterschlupf nicht zu kalt wird! Generell ist die Stimmung im Unterschlupf und dem gesamten Spiel recht düster: Alles ist in schwarz/weiß gehalten und wirkt wie eine Bleistiftzeichnung. Die passende Musik unterstreit die bedrückte Atmosphäre und nimmt einem jegliche Freude am Spielen des Taktikspiels. Egal, was für Erfolge ihr erreicht, ihr behaltet immer im Hinterkopf, dass der nächste Tag trotzdem euer letzter sein könnte.”
http://www.nat-games.de/this-war-of-mine-the-little-ones-test-zum-ueberlebenskampf-der-kinder-07-02-2016/

Kindersklaven in der Schweiz – Verdingkinder

Das Feature: Hunderttausende Waisen- und Scheidungskinder, uneheliche und “milieugeschädigte” Kinder wurden in der Schweiz “verdingt” und auf Bauernhöfen teilweise wie Sklaven gehalten. Einige wurden misshandelt und missbraucht. Anhören und herunterladen

EU: Gerichtshof verschiebt Abschiebung in Fall von Genitalverstümmelung

EGMR hat aber keine grundsätzlichen Einwände gegen Ausweisung
Straßburg – Belgien darf nach einem Urteil des Europäischen
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) eine abgelehnte
Asylbewerberin aus Guinea vorläufig nicht ausweisen. Es geht
dabei um Zwangsheirat und drohende Genitalverstümmelung
in Guinea. Der EGMR erklärte am Dienstag in Straßburg
zugleich, er habe keine grundsätzlichen Einwände gegen eine
Ausweisung der 1987 geborenen Frau in ihre Heimat.
Ihr Stiefvater hatte sie zu einer Beschneidung gezwungen, die
wegen ihres Widerstands bei der grausamen Prozedur
abgebrochen werden musste. Drei Tage nach ihrer
Zwangsheirat mit ihrem Cousin gelang ihr die Flucht nach
Brüssel.
Ihre Asylanträge in Belgien wurden abgelehnt, weil sie das
Argument der Beschneidung nicht bereits im ersten, sondern
erst im dritten Asylantrag erwähnt hatte. Jetzt kann sie
frühestens in drei Monaten zurückgeschickt werden, wenn
dieses Urteil rechtskräftig wird. (APA, 19.1.2016)
http://derstandard.at/2000029351680/Gerichtshof­verschiebt­Abschiebung­in­Fall­von­Genitalverstuemmelung 1/1

Kamerun – Kakaogenuss ohne Reue

66 Kakao Preis

Der Kakao für die in Deutschland hergestellte Schokolade kommt zu großen Teilen aus Westafrika. Kamerun belegt Platz fünf in der weltweiten Kakaoproduktion. Die Landwirtschaft spielt in dem Land eine wichtige Rolle. So machen Kaffee, Kakao und Baumwolle den Hauptteil des Exports aus.Kakao KONAFCOOP

Keine Kinderarbeit!

Auf den Kakaoplantagen arbeiten vor allem Kinder als billige Arbeitskräfte unter schlimmsten Bedingungen. Der Faire Handel sorgt dafür, dass die Kinder zur Schule gehen und die Familie sozial abgesichert sind.

In Konye im Südwesten Kameruns liegt das Büro unseres Kakao-Partners KONAFCOOP. Die Umgebung ist geprägt von Wäldern und Landwirtschaft; u. a. säumen Kakao- und Papayabäume und Ölpalmen die Wege und Felder. Gegründet wurde die Organisation, um den konventionellen Kakao von Kleinbauern besser zu vermarkten. Die Abhängigkeit von kommerziellen Händlern war den Mitgliedern der Kooperative zu unsicher,weshalb sie nach neuen Vermarktungswegen suchten. Seit 2006 besteht der Kontakt zum Fairen Handel.

Zu KONAFCOOP gehören sieben Kooperativen. In einem traditionellen System bearbeiten die Bauern einen Teil ihres Landes, im Schnitt fünf Hektar, selbst und verpachten den Rest. Die Kakaobäume stehen mitten im Wald. Von hier werden die geernteten Bohnen zurück zur Farm transportiert und dort weiterverarbeitet. Die Bauern bauen bisher konventionell an, werden jedoch mit Unterstützung des Bio-Anbauverbandes Naturland und unserem Gesellschafter Brot für die Welt in Sachen Bioanbau geschult. Aus der Genossenschafts-Baumschule erhielten sie ca. 100.000 Kakaopflanzen.

Mit einem Workshop sollen neue weibliche Mitglieder gewonnen werden. Männer werden ermutigt, ihren Frauen Land zu übertragen. Ein Projekt zur Förderung des Maniok-Anbaus soll den Frauen zugute kommen.

Die GEPA und die Bio-Anbauverband Naturland unterstützen die Bioumstellung bei KONAFCOOP. Brot für die Welt führt zusammen mit den Bauern dazu Workshops durch. Für Biokakao werden sie nach der längeren Umstellungsphase einen höheren Preis erhalten.

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KONAFCOOP gründete 2013 eine Kreditgenossenschaft, die die Ersparnisse der Bauern verwaltet und Kredite vergibt.

Kakao aus Kamerun ist für seine Qualität bekannt. Mit Hilfe der GEPA wurde eine Trocknungsanlage finanziert, die hilft, Wasserschäden beim Export zu vermeiden.

Die Mitglieder können sich weiterbilden, vor allem im Bioanbau und in der Qualitätssicherung.

KONAFCOOP erhält von der GEPA einen Preis, der über dem von FAIRTRADE INTERNATIONAL (FLO) festgesetzten Mindestpreis liegt. Dazu kommen die Fair-Trade-Prämie sowie ein Qualitätszuschlag. So profitieren die Partner von steigenden Preisen, sind aber nach unten abgesichert.

Der Aufbau einer eigenen zentralen Verarbeitungsanlage steht im Mittelpunkt der Bestrebungen, eine bessere Kakaoqualität zu produzieren. Die Bauern erhielten rund 100.000 Kakaopflanzen von der Genossenschafts-Baumschule.

Der Faire Handel hat den direkten Zugang zum europäischen Markt ermöglicht. Die Lagerfähigkeit des Kakaos war hierfür Grundvoraussetzung.

Das ist noch zu tun

Die GEPA und der Bio-Anbauverband Naturland haben zusammen einen Antrag bei Brot für die Welt unterstützt, damit ein Entwicklungshelfer vor Ort die Bioumstellung begleitet.

 

 

Kambodscha – Aus Müll werden Schätze

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Zur Tasche:
Der Schultergurt ist verstellbar bis max. 142 cm. An der Front- und Rückseite befindet sich ein Einschubfach, innen sorgen ein Reißverschlußfach, sowie ein Stifte- und ein Smartphonefach für gute Übersichtlichkeit. Der Futterstoff ist aus Baumwolle und passend zum Design der Tasche rot gefärbt.
Da die Taschen alle aus Zementsäcken gefertigt werden, die unterschiedlich bedruckt sind, unterscheiden sich auch die Muster und Bilder auf den Taschen. Keine Tasche ist wie die andere. Lassen Sie sich überraschen!
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Hersteller
Unser neuer Handelspartner Villageworks aus Kambodscha stellt sehr hochwertige und wunderschöne Recyclingtaschen her, wie z.B. hier aus Zementsäcken.
Die Beschaffung ist nachhaltig, ökologisch und fair: Villageworks kauft von der armen Landbevölkerung Verpackungsmaterial an, das auf dem Land wild entsorgt wurde. So schlägt unser Handelspartner mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die mittellose Landbevölkerung kann einen kleinen Verdienst erzielen, die Verpackungsmaterialien werden eingesammelt, gereinigt und recycelt und die Rohstoffkosten für Villageworks bleiben im Rahmen. Zum Zweiten kauft unser neuer Handelspartner auch Überbestände, Restmengen und Verschnittware von Textilunternehmen auf.
In Kambodscha leben viele junge Menschen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 27 Jahren. Arbeitsplätze für junge Menschen und Frauen zu schaffen, ist das wichtigste Ziel unseres Partners Villageworks in Kambodscha. Die Girls´ Brigade Singapore, eine christliche Nicht-Regierungsorganisation, initiierte die Organisation und fördert sie bis heute. Bei Villageworks wird großen Wert auf nachhaltige Rohmaterialien gelegt. So werden zum Beispiel Werbebanner und ehemalige Zementsäcke nach entsprechender Reinigung zu schicken individuellen Taschen verarbeitet. Ihr Motto lautet: „Aus Müll werden Schätze“. Unser Partner betreibt in der Hauptstadt Phnom Penh ein Café mit einem Shop. Hergestellt werden die Produkte auf den Dörfern in der Provinz Kampong Thom.
Die Handwerkerin Seang Sopheak wuchs in Baray im Distrikt Kompong auf. Ihre Mutter bestritt den Unterhalt der Familie durch den Verkauf von Fisch auf dem lokalen Markt. Sie war 12 Jahre alt als ihr Vater starb. Da es an Geld fehlte, wurde sie als Haushaltshilfe zu einer reichen Familie in die nächste Stadt geschickt. Seang Sopheak schaffte es trotz ihrer Arbeit weiter zur Schule gehen zu können. Mit 19 erfuhr sie von einer Nachbarin, dass bei Villageworks Ausbildungskurse angeboten werden. Sie bewarb sich, wurde genommen und lernte zunächst Sticken und dann Weben.

Vatikan: „Die Märtyrer von heute“

Zum Weihnachtsfest gehören Geschichten von Gewalt und Vertreibung, bereits die Bibel verbindet diese beiden Dimensionen und mit dem Fest der unschuldigen Kinder hat es auch Eingang in die Liturgie gefunden. Zu diesen unschuldigen Kindern müsse man heute Kindersoldaten zählen, das hatte Papst Franziskus bei seiner Weihnachtsbotschaft zum Segen Urbi et Orbi betont, weltweit gibt es derzeit geschätzte 250.000 Kindersoldaten, immer mehr von ihnen auch Mädchen.

Dieses Phänomen nehme derzeit noch einmal stark zu. Das sagt im Gespräch mit Radio Vatikan Marco Rotelli, Generalsekretär des internationalen Hilfswerks Intersos. „Es ist ein globales Phänomen: Afrika, Naher Osten, Asien, Zentralamerika. Und es sind nicht nur die mit Kalaschnikow-Gewehren bewaffneten Jungs, sondern auch die Mädchen, ihre Schwestern, die sexuell missbraucht werden oder andere Dienste leisten müssen, bei der Versorgung und in der Küche etwa.“ Seine Hilfsorganisation arbeite auf zwei Ebenen, so Rutelli. Zum einen müsse man präventiv tätig sein und die Kinder vor Soldaten und Milizen schützen, die sie spontan mitnehmen könnten. Das geschehe vor allem durch Bildungszentren und Ausbildung. Dann aber müsse man sich auch um die Kinder kümmern, die entweder gefangen genommen wurden oder fliehen konnten, hier sei eine Wiedereingliederung sehr schwer, weil die Traumata der Kinder sehr tief säßen.

http://de.radiovaticana.va/news/2015/12/29/kindersoldaten_%E2%80%9Edie_m%C3%A4rtyrer_von_heute%E2%80%9C/1197496

Friedliches Jahr 2016 – Die coolsten Waffen

Habt ihr euch nicht auch schon immer gefragt, welches die zehn coolsten Waffen aus Videospielen sind? Hier sind unsere Favoriten!Die 10 coolsten Waffen!
Wir haben uns die Frage gestellt, welches wohl die zehn coolsten Waffen sind! Ein paar haben wir zusammentragen können und sie hier für euch aufgelistet. Beachtet bitte, dass es sich dabei um subjektive Ansichten handelt. Auch geht es hier nicht um „die Beste“ sondern um die Waffe, die den besten oder coolsten Auftritt in einem Spiel hat.
Mit diesen 10 Waffen ausgerüstet, können wir beruhigt in die Auseinandersetzungen des neuen Jahres gehen!

Nigeria: Terroranschlag durch Kindersoldaten

Immer brutaler entwickeln sich die Methoden der islamistischen Terrormiliz Boko Haram in Nigeria. Im heiß umkämpften Bundesstaat Borno wurden von den radikalen Muslimen jetzt sogar Kindersoldaten als Selbstmordattentäter eingesetzt. Drei Minderjährige im Alter zwischen zehn und fünfzehn Jahren sprengten sich bei einer Polizeikontrolle in die Luft. Bei diesem Attentat wurden neun Menschen getötet und 24 weitere zum Teil schwer verletzt.

Gelsenkirchen sucht ehemalige Kindersoldaten als Zeitzeugen

Die Stadt Gelsenkirchen veranstaltet am 18. Februar 2016 in Kooperation mit der Gesamtschule Buer wieder den „Red Hand Day“. Veranstaltungsort ist das Erich Kästner Haus, Frankampstraße 43 in Erle. Der „Red Hand Day“ ist ein internationaler Aktionstag und richtet sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten.

Auch in Deutschland wurden in der Zeit des Zweiten Weltkrieges Kinder als Soldaten eingesetzt. Um jungen Menschen von heute darüber zu berichten, sucht das Referat Erziehung und Bildung zwei bis drei Zeitzeugen der Jahrgänge 1928/29/30, die als Kindersoldaten die letzten Tagen des Krieges selbst erlebt haben.

Diese „Kindersoldaten“ hatten damals ein ähnliches Schicksal zu erleiden, wie die heutigen „Kindersoldaten“.Die Zeitzeugen werden durch den Schauspieler und Regisseur Ulrich Penquitt (Trias Theater-Ruhr) begleitet, interviewt und zu den eigenen Erlebnissen befragt. Die Gespräche werden etwa 15 Minuten dauern. Zudem wird es ein Stammtisch für Zeitzeugen geben, um mit den Schülern ins Gespräch zu kommen.

Schirmherr ist Oberbürgermeister Frank Baranowski.Kontakt über Ulrich Penquitt, 0209 39169, ulrichpenquitt@gelsennet.de oder Udo Reinmuth, 0209 1699349, udo.reinmuth@gelsenkirchen.de.

http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/fruehere-kindersoldaten-gesucht-aimp-id11371137.html#plx696887007

80 Prozent aller Flüchtenden sind Frauen und Kinder –

Weltweit sind momentan rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und schlechten Lebensbedingungen. Meist sind es junge Männer, die auf Booten oder dem Landweg versuchen, Europa zu erreichen. Dass jedoch schätzungsweise weltweit etwa 80 Prozent aller Flüchtlinge Frauen und Kinder sind, wird in diesen Bildern nicht immer deutlich. In einem Vortrag von Elisabeth Rohr, Professorin für interkulturelle Erziehung an der Uni Marburg, bei einem Informationsabend, den die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen und das Büro für Frauen- und Gleichberechtigungsfragen ausrichteten, bekamen die Zuhörer Einblick in die Beweggründe und Fluchtwege von Frauen´.

Massenvergewaltigungen als psychologische Kriegsführung, sexuelle oder generelle Versklavung oder Zwangsprostitution bis hin zu Genitalverstümmelungen, Witwenverbrennung und Steinigung zwingen Frauen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Auch die oft fehlende Möglichkeit, die eigenen Kinder vor Zwangsverheiratung oder Polygamie zu schützen, zwinge manche Frauen zur Flucht. Als Binnenflüchtlinge im eigenen Land erhalten sie jedoch kaum Unterstützung.

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/auf-flucht-sexueller-gewalt-ausgesetzt_16426751.htm

Bildbasierte Kommunikationshilfe – Wo Worte fehlen helfen Bilder

Der First Communication Helper for Refugees ist eine bildbasierte Kommunikationshilfe. Er hilft durch Bilder, wenn Worte fehlen. Eingeteilt in Kategorien wie Kleidung, Gesundheit, Nahrung oder Verkehr, können Flüchtlinge und Helfer/-innen schnell das entsprechende Zeichen für die Beschreibung ihres Problems finden und sich durch einen einfachen Fingerzeig auf das Bild jedem verständlich machen.  Sie erhalten Prinexemplare der Kommunikationshilfe so lange der Vorrat reicht kostenfrei bei Ihrer Kreisgruppe des Paritätischen NRW. Außerdem kann die Kommunikationshilfe heruntergeladen, online weiterverbreitet und verfielfältigt werden, da sie der Creative Commons Lizenz unterliegt.

 

Wegweiser und Schilder Auf Anfrage aus der Mitgliedschaft hat der Gesamtverband außerdem Schilder in selber Machart produzieren lassen, die den Weg zu Kleiderkammern, Servicebereichen etc. weisen. Diese Schilder stehen als PDF-Datei zur Verfügung, können nach Bedarf vor Ort ausgedruckt und unverändert beliebig weitergegeben werden.

Der First Communication Helper For Refugees sowie die Schilder enstanden in Kooperation mit ICOON und Henrich Druck und Medien.

Europarat veröffentlicht Video für Kinder gegen sexuelle Gewalt

Der Europarat hat einen sensiblen Videoclip zur sexuellen Gewalt gegen Kinder veröffentlicht, der sich direkt an sie richtet und Betroffenen Mut machen soll. Veröffentlicht wurde das Trickfilmvideo am Mittwoch im Internet anlässlich des Europäischen Aktionstages zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch. “Die Botschaft an die Kinder, Jungen wie Mädchen, ist eindeutig”, erklärte der Europarat. “Die Körperteile, die von Unterwäsche bedeckt sind, gehören Dir und niemand hat das Recht, Dich zu etwas zu zwingen, das Dir unangenehm ist oder das Dich beschämt.

Kakao – Gewerkschafterin appelliert an Schokoladenindustrie

“Wer Kinderarbeit bekämpfen will, muss Kakaobauern aus der Armut holen”
Zum Tag der Kinderrechte fordert die ivorische Gewerkschafterin Marie-Jeanne N’Zore Kombo die Schokoladenindustrie auf, konsequent gegen missbräuchliche Kinderarbeit in der Kakaoproduktion vorzugehen. Noch immer arbeiten 1,15 Millionen Kinder unter gefährlichen Bedingungen auf Kakaoplantagen in der Côte d’Ivoire, dem Hauptanbauland für Kakao weltweit. Auch in Deutschland stammen etwa 60 Prozent der verarbeiteten Kakaobohnen von dort. Kombo ist vom 23. bis zum 27. November auf Einladung der Kampagne Make Chocolate Fair! zu Gast in Deutschland.

Partei “Die Rechte” – kein Verbot

19.11.2015 – Schlechte Aussichten für ein schnelles Verbot der Partei “Die Rechte” – Nach Gutachten keine Möglichkeit für ein vereinsrechtliches Verbot der Rechtsextremisten

Trotz massiver Einschüchterungen und Provokationen durch Mitglieder der Partei „Die Rechte“ in den vergangenen Monaten sieht das von der Landesregierung beauftragte Gutachten keine ausreichende Begründung für ein vereinsrechtliches Verbotsverfahren. Das gab Innenminister Ralf Jäger heute in Düsseldorf bekannt. In dem ausführlichen Gutachten wurde geprüft, ob „Die Rechte“ als Nachfolgeorganisation bereits verbotener Vereine und Kameradschaften zu betrachten ist. Dann wäre ein schnelles Verbotsverfahren möglich gewesen. Das Gutachten kommt allerdings zu einem anderen Schluss „Die Rechte“ erfülle, trotz ihrer offensichtlich rechtsextremistischen Gesinnung, Parteimerkmale und habe damit auch den Rechtsstatus einer politischen Partei. „Ein mögliches Verbot der Partei „Die Rechte“ kann daher nur durch die Verfassungsorgane Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung initiiert werden“, erklärte der NRW-Innenminister.

„Die Mitglieder von „Die Rechte“ sind geistige Brandstifter, die aggressiv-kämpferisch auftreten und versuchen einen Keil in die Gesellschaft zu treiben“, betonte Ralf Jäger. „Das ist heute gefährlicher denn je. Das Gutachten war wichtig, um wirklich alle Mittel gegen diese Organisation abzuwägen.“ Vor allem der Kreisverband Dortmund von „Die Rechte“ versucht mit gezielten Provokationen immer wieder Journalisten, Politiker und Privatpersonen einzuschüchtern.

So veranstaltete der Kreisverband in Dortmund 2012 sogenannte „Weihnachtsbesuche“, bei denen Kundgebungen vor den privaten Wohnungen von politischen Gegnern durchgeführt wurden. Seit Anfang des Jahres organisierte die Vereinigung außerdem zahlreiche offen fremdenfeindliche Demonstrationen im Umfeld von geplanten Flüchtlingsunterkünften. Der stellvertretende Landesvorsitzende der Partei „Die Rechten“ vertreibt zudem über seinen sogenannten „Antisem-Versand“ Sturmhauben, Pfefferspray und Aufkleber mit dem Slogan „Asylheime dichtmachen“.

Diese menschenverachtende und rechtsextremistische Gesinnung erfordere eine breite gesellschaftliche Antwort. „Wir werden auch in Zukunft konsequent gegen rechtsextremistische Gruppierungen vorgehen“, so Jäger. Darüber hinaus sei es aber auch an der Zivilgesellschaft, den Medien, den Sicherheitsbehörden und der Politik sich gemeinsam entschlossen rechtsextremistischen Organisationen entgegen zu stellen.

Quelle: Ministerium für Inneres und Kommunales NRW, 19.11.2015

Ukraine: Kindersoldaten im Front-Einsatz

ZDF-Magazin “Frontal 21” über Kindersoldaten im Front-Einsatz
In den Separatistengebieten in der Ost-Ukraine wurden Kinder und Jugendliche zu Kampfeinsätzen an die Front geschickt. Das ergeben Recherchen des ZDF-Magazins “Frontal 21”. In der Sendung am Dienstag, 10. November 2015, 21.00 Uhr, räumen Jugendliche in Interviews ein, dass sie bereits im Alter von 14 Jahren an “Säuberungsaktionen” der Separatisten teilgenommen und selbst Kriegswaffen eingesetzt haben. Der Einsatz von Kindersoldaten stellt laut Völkerstrafgesetzbuch ein Kriegsverbrechen dar.
http://www.presseportal.de/pm/7840/3169826

http://www.zdf.de/frontal-21/kriegsverbrechen-in-der-ukraine-kindersoldaten-im-front-einsatz-40911640.html

Landtag NRW: Wer ist für die Unterstützung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge zuständig?

LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN – 16. Wahlperiode –  Drucksache 16/10138  04.11.2015
Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 3914 vom 28. September 2015 des Abgeordneten Dirk Wedel FDP Drucksache 16/9871

Die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport hat die Kleine Anfrage 3914 mit Schreiben vom 3. November 2015 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit dem Minister für Inneres und Kommunales und dem Minister für Arbeit, Integration und Soziales beantwortet.

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD16-10138.pdf

Glossar „Von Abraham bis Zuckerfest“ vom Multikulturelle Forum e.V. in Lünen aufgelegt

Von Abraham bis Zuckerfest Das Multikulturelle Forum e.V. in Lünen hat das Glossar „Von Abraham bis Zuckerfest“ aufgelegt. Wer war Abraham? Was ist der Aschura-Tag? Wofür ist der Gebetsteppich? Was ist Matze? Und vieles mehr wird zu den unterschiedlichsten Religionen erläutert. Auch die wichtigsten Grundlagen aus den Religionen Islam, Judentum, Alevitentum und Christentum werden erklärt. Das Glossar kann von der Internetseite des Vereins heruntergeladen werden. http://www.multikulti-forum.de

Kommunizieren mit Bildern vom Langenscheidt-Verlag – mit Bildern zur Verständigung

Kommunizieren mit Bildern – Der Langenscheidt-Verlag hat die kleine Broschüre „Zeig mal! Schnell kommunizieren mit Bildern“ herausgegeben. Eindeutig erkennbare Bilder von Kleidung über Essen bis zu Notfällen sollen Flüchtlingen und Betreuer/innen helfen, sich zu verständigen. Mit dabei ist unter anderem eine Deutschlandkarte. Das Heft kann gegen eine geringe Schutzgebühr bestellt werden: www.langenscheidt.de/Zeig-mal-Schnell-kommunizieren-mit-Bildern

Sprachführer für die Flüchtlingsarbeit vom Reise Know-How Verlag in Bielefeld

Sprachführer für die Flüchtlingsarbeit
Der Reise Know-How Verlag in Bielefeld stellt Helfern in der Arbeit mit Flüchtlingen kostenfreie Downloads aus der Reihe „Kauderwelsch Sprachführer“ zur Verfügung. Z. B. Palästinensisch, Irakisch, Paschto, für Alltagssituationen und mit einfacher Grammatik.
Mehr Informationen unter
http://www.reise-know-how.de/verlag/reise-know-how-verlag-hilft-helfern-kommunikation-fluechtlingen-44346
Das Angebot gilt bis zum 31. Januar 2016

Das Grundgesetz gilt auch in Flüchtlingsunterkünften – Gewalt an Frauen

In zu vielen Flüchtlingseinrichtungen gehört Gewalt zum Alltag. Ursache ist der Mangel an Regeln. Opfer sind vor allem Frauen. Das Deutsche Rote Kreuz zieht jetzt Konsequenzen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise-gewalt-gegen-frauen-in-fluechtlingsheimen-13894202.html

DRK in der Flüchtlingskrise – Empfehlungen zum Schutz vor sexueller Gewalt

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/drk-ueberarbeitet-empfehlungen-zum-schutz-vor-sexueller-gewalt-13893911.html

Datenblatt Entwicklung des Bielefelder Welthauses mit aktuellen Statistiken

Das “Datenblatt Entwicklungspolitik” will Ihnen neueste statistische Daten (veröffentlicht überwiegend von den UN und ihren Unterorganisationen) über weltweite Entwicklungen auf übersichtliche Weise verfügbar machen. Es soll Lehrerinnen und Lehrern, Erwachsenenbildnern, Journalisten etc. dabei helfen, Veröffentlichungen, Vorträge und Veranstaltungen auf eine zeitnahe empirische Basis zu stellen oder Angaben aus Schulbüchern zu aktualisieren.

Datenblatt-Entwicklungspolitik-II-2015

Gebrauchte Handy sammeln!

80handyinfo

Woher kommen die Rohstoffe und was richten wir mit dem Kauf eines Handy an – vor allem aber: wie können wir helfen?

mehr bei handyaktion-nrw.de

70 Prozent der Flüchtlingsfrauen werden auf ihrer Reise durch Mexiko vergewaltigt

auf der Reise von Mittelamerika in die USA an der Tagesordnung.
Jedes Jahr machen sich rund 45.000 Frauen aus Mittelamerika auf den Weg Richtung USA. Was sie im «gelobten Land» erwartet, wissen sie nicht – wohl aber, was sie auf ihrer Reise durch Mexiko erleben: Rund 70 Prozent der Frauen und Mädchen werden unterwegs vergewaltigt. Deshalb lassen sich viele Frauen impfen. Das zeigt eine Statistik von Amnesty International aus dem Jahr 2014.
http://www.lessentiel.lu/de/news/panorama/story/22084494

Europäische Fachkonferenz “Free from Fear, Free from Pain”

Eliminating Female Genital Mutilation in Europe

Date: Wednesday 27th January 2016
Time: 10:00am — 4:30pm
Venue: NH Brussels Carrefour de l’Europe

According to the European Parliament estimates, 500,000 girls and women living in the EU have been subjected to female genital mutilation (FGM), while further 180,000 are at risk every year. Most of the girls are circumcised before the age of 5, which leads to physical, emotional and psychological trauma throughout their lives. The practice of FGM is originally common in numerous African countries, as well as in parts of Asia and Middle East. Nonetheless, due to increasing migration flows, the practice is no longer restricted to the traditional practising geographical areas. In these communities, FGM defines cultural identities and gender-roles, as the practice is thought to enhance the girl’s femininity, often synonymous with docility and obedience.

http://www.publicpolicyexchange.co.uk/events/FA20-PPE2

Schweiz: Bundesrat beschließt weitere Maßnahmen

Bern, 28.10.2015 – Weibliche Genitalverstümmelung ist eine Menschenrechtsverletzung und in der Schweiz eine Straftat. Der Bundesrat will deshalb weiterhin dagegen vorgehen. Dazu gehört insbesondere die Unterstützung von Massnahmen eines Netzwerks gegen weibliche Genitalverstümmelung.

In die Schweiz wandern zunehmend Frauen aus Ländern ein, in denen die weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird. Schätzungen gehen davon aus, dass in unserem Land rund 14‘700 betroffene oder gefährdete Mädchen und Frauen (v.a. aus Eritrea, Äthiopien und Ägypten) leben, wie ein Bericht in Erfüllung einer Motion (05.3235) von Nationalrätin Maria Bernasconi festhält.

In einer Umfrage erklärten 2012 vier von fünf Gynäkologinnen und Gynäkologen und zwei Drittel der Hebammen, Kontakt mit beschnittenen Mädchen oder Frauen gehabt zu haben. Ein Drittel der Befragten aus dem Gesundheits-, Asyl-und Sozialbereich gaben an, sie hätten in ihrem Arbeitsalltag schon erlebt, dass ein Mädchen in Gefahr war, eine Genitalverstümmelung zu erleiden. Eine Genitalverstümmelung kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Mädchen und Frauen haben und gilt in der Schweiz als schwere Körperverletzung.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Staatssekretariat für Migration (SEM) unterstützen seit 2003 verschiedene Präventions- und Sensibilisierungsmassnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung. Dazu gehört insbesondere eine Vermittlungsstelle zur Prävention von Mädchenbeschneidung, die von der Caritas Schweiz geführt wird. In den kommenden Jahren planen das BAG und das SEM, Informations-, Beratungs- und Präventionsaktivitäten eines Netzwerks mitzufinanzieren, das durch verschiedene Organisationen aufgebaut und getragen werden soll.

https://www.news.admin.ch/dokumentation/00002/00015/?lang=de&msg-id=59242

Nigeria: Präsident unterzeichnet Gesetz gegen Mädchenbeschneidung

Nigeria’s president has signed legislation banning Female Genital Mutilation (FGM), a practice commonly carried out to “initiate teenagers into womanhood according to Sebei traditional rites.” In what international advocates are calling a progressive step in the right direction, Nigerian president Goodluck Jonathan has signed a bill officially banning the practice of female genital mutilation (FGM). In addition to the banning of FGM, The Violence Against Persons (Prohibition) Act 2015 will also prevent men from leaving their families without proving financial support. As Nigeria APlus reports, women’s rights activists and public health groups have been campaigning against FGM for years now and are no doubt celebrating the monumental victory. The inhumane practice removes parts or all of a girl’s genitalia – often at a very young age and without the female’s consent – and often leads to severe health problems for the mutilated individual. According to UNICEF, “More than 130 million girls and women have experienced FGM/C in 29 countries in Africa and the Middle East where the practice is most common.” Thankfully, because activists have been campaigning against the practice for a few decades now, teenage girls in countries that still practice FGM are one-third less likely to undergo the procedure than thirty years ago.” copied. READ MORE: http://www.disclose.tv/news/female_genital_mutilation_fgm_banned_in_nigeria_now/122840

Lateinamerika: 36 % aller Frauen leiden unter körperlicher und psychischer Gewalt

Gewalt gegen Frauen ist ein ungelöstes Problem in Lateinamerika. Während einer in der peruanischen Hauptstadt Lima stattfindenden Sitzung von Ministern aus 32 Ländern der Region (unter anderem Brasilien, Chile, Costa Rica, Paraguay, Mexiko und Kolumbien) gab Perus Ministerin für Frauen Marcela Huaita Alegre bekannt, dass 36% aller Frauen in der Region unter körperlicher und psychischer Gewalt zu Hause leiden. Peru führt mit 38% die Liste der Länder mit einem hohen Anteil von männlichen Aggressoren an. Sieben von zehn Frauen gaben an, dass sie Opfer von psychischer, physischer oder sexueller Gewalt wurden und statistische Daten belegen, dass in Peru zwischen Januar 2009 und August dieses Jahres 727 Frauen getötet wurden. Das entspricht 110 Frauenmorde pro Jahr, neun Straftaten pro Monat.

Die Ministerin wies darauf hin, dass die Gewalt gegen Frauen weiter zunimmt und sich nicht nur auf Schläge oder sexuelle Vergewaltigung beschränkt. „Heute gibt es neue Arten von Gewalt, mit denen die Frauen Lateinamerikas konfrontiert sind“. Nach ihren Worten werden immer mehr Frauen auf den Straßen belästigt und körperlich verletzt. „Eine weitere neue Form der Gewalt ist der Kommerz. In den Medien Lateinamerikas wird der Körper der Frau immer mehr als Objekt präsentiert“.

Ein weiterer Punkt, der auf diesem internationalen Treffen diskutiert wurde, ist Gewalt durch politische Schikane gegenüber Frauen. Diese neue Form der Gewalt tritt auf, wenn ihnen nicht erlaubt wird, sich an der politischen Dynamik/Prozesse in ihrem Land zu beteiligen (Ausschluss von Ämtern/Funktionen, Ausschüssen und Arbeitsgruppen).

USA: Jede Woche ein Unfall durch Waffen in Kleinkinderhänden

Immer wieder sind auch sehr kleine Kinder in tragische Unfälle mit Schusswaffen verwickelt. Zwar scheint es, als wären solche Unglücke nur tragische Einzelfälle, doch wie die “Washington Post” berichtet, lässt sich allein für das Jahr 2015 bereits eine Liste mit 43 Vorfällen zusammenstellen. So ist gerade in dieser Woche wieder eine Frau im US-Bundesstaat South Carolina von ihrem Enkel erschossen worden. Der Zweijährige hatte während einer Autofahrt auf dem Rücksitz eine Pistole gefunden, mit der er seine Großmutter auf dem Beifahrersitz tötete.

http://www.welt.de/politik/ausland/article147632703/Jede-Woche-ein-Unfall-durch-Waffen-in-Kleinkinderhaenden.html

Hintergrundartikel: http://www.rnz.de/panorama/gesellschaft_artikel,-Kinderspiel-Warum-Amerikaner-von-Waffen-besessen-sind-_arid,137708.html

Untersuchung: Mädchenbeschneidungen eher aufgrund privater Überzeugung als sozialer Normen

Weltweit sind rund 125 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten trotz erheblichen Gesundheitsschäden. Entwicklungsorganisationen investieren jährlich mehrere Millionen Dollar in Interventionen gegen die Mädchenbeschneidung. Neue Daten von Forschenden der Universität Zürich und ihren Kollegen im Sudan ziehen nun die Grundlage vieler dieser Interventionen in Zweifel. Die Studie zeigt, dass Familien innerhalb von Gemeinschaften ein enorm unterschiedliches Beschneidungsverhalten haben. Dieses Ergebnis legt nahe, dass Mädchen eher aufgrund privater Überzeugung als sozialer Normen beschnitten werden.

https://idw-online.de/de/news638097

http://derstandard.at/2000022756625/Weibliche-Genitalverstuemmelung-haengt-wenig-von-sozialen-Normen-ab

2009 Kongress der Kinderschutz-Zentren zu Sexueller Gewalt

Die KInderschutz-Zentren hielten unter dem Titel “Institutionen – sichere Orte für Kinder – (Sexuelle) Gewalt gegen Kinder in gesellschaftlichen Einrichtungen” in Hannover vom 5. bis 6. November 2009 einen Kongress ab auf dem FRIEDENSBAND vertreten durch Simona Blumkowski am 6.11.2009 das Forum zu “Prävention von Gewalt in Institutionen durch Partizipation von KIndern und Jugendlichen” leitete.

Fachkongress Hannover

Internationaler Tag gegen Kinderarbeit

12.6.2004 Gemeinsam mit Welthungerhilfe machten wir in Bonn auf die Situation arbeitender Kinder aufmerksam. Schülerinnen und Schüler sprachen Erwachsene an und forderten sie zum Mitmachen auf – mit großem Erfolg. Anja Roth von logo!, der ZDF-Kindersendung, moderierte. Ein Bericht wurde in logo! am 14.6. gesendet. Das Ende der Aktion auf dem Bonner Marktplatz kam sehr plötzlich: Völlig überraschend stand eine schwarze Wand über uns und innerhalb von Sekunden war alles Land unter. Wir hatten kaum noch Zeit, die Materialien zu retten. Aber es war eine tolle Aktion.