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Eine-Welt-Filmpreis NRW

3. Preis: #MyEscape

Begründung der Jury

Die Bilder meint man zu kennen: Luftangriffe, Bomben, Zerstörungen, Flüchtlingstrecks, übervolle Schlauchboote, versperrte Grenzen. All das hat man in den TV-Nachrichten oder auf YouTube schon einmal gesehen. Doch „#MyEscape“ verändert die Perspektive: Erstmals erzählt ein Film die massenhafte Fluchtbewegung nach Europa im Herbst 2015 direkt aus der Sicht einzelner Flüchtender : Anhand kleiner Videosequenzen, von Flüchtlingen selbst auf ihrer Route gedreht, wird der abenteuerliche, ja lebensgefährliche Weg von Syrien, Afghanistan oder Eritrea bis nach Deutschland geschildert.

Da gibt es nicht mehr den Blick von außen auf den LKW, in dem Schlepper die Menschen über Grenzen bringen, sondern das Bild vom Tod im LKW selbst. Dutzende Menschen auf engstem Raum, angstvolle Blicke, kein Halt im schwankenden Laderaum: Der Zuschauer wird in den Film gleichsam hereingeholt, kann erstmals subjektiv miterleben, was es heißt, auf der Flucht zu sein.

„Nutzer-generierte Inhalte“ gibt es in den Medien schon länger. Doch hier ist es den selbst produzierten Filmdokumenten der Flüchtlinge zu verdanken, dass diese Inhalte von ihren Handys in die Redaktionen bei WDR, Deutscher Welle und BerlinProducers kamen und von der Regisseurin Elke Sasse mit neu gedrehten Sequenzen in einer bewegenden erzählerischen Dramaturgie filmisch zusammengefügt wurden.

Besonders zu würdigen sind dabei der Schnitt und die Kunst, aus der schier unübersichtlichen Fülle an Material in wenigen Wochen einen Film entstehen zu lassen, in dem einzelne Flüchtlinge als Protagonisten einer Handlung sichtbar werden. Sasse entwickelt daraus einen roten Faden bis zum Zeitpunkt der Willkommenskultur in Deutschland im Herbst 2015.

Wichtig ist aber auch, dass die Filmemacherin uns in ihrer Montage die Ursachen der Flucht nahebringt, uns an den dramatischen Aufbrüchen aus einer Heimat teilhaben lässt, die im Chaos zu versinken droht: Gleich zu Beginn sehen wir Bilder, wie Kampfflugzeuge Bomben über dem mit dem Handy Filmenden abwerfen.

Der kreative Ansatz von Sasses Film besteht darin, dass sie reale Handyvideos und soziale Medien nutzt, um sie zu einem Erzählstrang zu verknüpfen. Dies schafft einen neuen, ungefilterten Blick auf das Drama der Flucht und ermöglicht es so den Zuschauenden, sich persönlich in die Situation der Flüchtenden hineinzuversetzen.

Die Entscheidung der Regisseurin, die Protagonisten der Handyvideos später, nach ihrer Ankunft in Deutschland, als wahrhaftige Zeugen ihre Fluchterlebnisse rückblickend in Interviews kommentieren zu lassen, ist eine dramaturgisch gut gewählte und gibt dem Film eine notwendige Reflexionsebene. Die Authentizität der Bilder und die Berichte derer, die sie gemacht haben, vermitteln eine Wirklichkeit, die keine Relativierung zulässt. Denn deutlich wird: Niemand hat seine Heimat freiwillig oder grundlos verlassen. Flüchten bedeutet, sein Leben aufs Spiel zu setzen. Die besondere Leistung des Films „#My Escape“ besteht darin, dies direkt, subjektiv und auf so eindringlich emotionale Art zu vermitteln, dass die Zuschauer dadurch in die Lage versetzt werden, eine andere, eigene Perspektive auf die Fluchtthematik einzunehmen als die allein durch die aktuellen Nachrichten transportierte.


Deutschen Welle / WDR

2016 ist der Film #MyEscape mehrmals im Fernsehprogramm der Deutschen Welle gelaufen. Dazu entstand eine Webseite. Sie können dort den ganzen Film sehen. Interessant auch die zwei Dossiers, die die DW erstellt hat: “Flucht nach Europa” und “Erste Schritte in Deutschland”. Weiterlesen und -sehen: Deutsche Welle, WDR


Handelsblatt

Es ist ein verzweifeltes Stoßgebet: „Allahu Akbar“ – „Gott ist groß“, sagt eine Stimme aus dem Off. Der Blick der Kamera richtet sich in den strahlend blauen Himmel. Ein Kampfflugzeug, von den Tragflächen lösen sich Bomben. Dann wackelt die Kamera, vom Nachbarhaus steigen Rauchwolken auf. Schnitt. Zwei junge Männer auf einem Balkon: Ausgelassen klimpern sie auf einer Gitarre, lachen. „Ich sehne mich nach der alten Zeit. Nach Damaskus vor dem Krieg“, sagt Mohammad Ghunaim, 25 Jahre, aus Syrien – der Mann hinter der Handykamera. Weiterlesen: Handelsblatt, 10.02.2017


Zeitgeschichte online

Filmbeschreibung von Hans-Ulrich Wagner, Senior Researcher am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg und Leiter der Forschungsstelle Mediengeschichte. Zu seinen Forschungsgebieten gehören die Medien-, Programm- und Mentalitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts, die medienvermittelte Erinnerungskultur und die historische Medienwirkungsforschung.

Ausschnitt: “Was macht diesen Dokumentarfilm so bemerkenswert? – Zu allererst ist es sicherlich das Bildmaterial, das es den Zuschauern ermöglicht, an etwas teilzuhaben, das normalerweise journalistisch gar nicht dargestellt werden kann: an der Flucht selbst.”

Quelle: zeitgeschichte online 7.9.-2017


Weitere Pressestimmen

Hannoversche Allgmeine: Handyvideos von Flüchtlingen werden zum Film 10.2.16

tz München: Handyvideos von Flüchtlingen werden zum Film  4.2.17

Berlin Producers: Pressestimmen

Konflikte

Bundestag lädt am 19.6.17 zu zivile Friedensarbeit ein

„Frieden machen“: Bundestag lädt zur Ausstellung und Podiumsdiskussion über zivile Friedensarbeit ein

Montag, 19. Juni 2017, 16 Uhr / 18 Uhr
Paul-Löbe-Haus, Saal E 400 und Halle

Krieg und Gewalt in vielen Regionen der Welt bestimmen die Berichterstattung der Medien. Von friedlichen Lösungen wird dagegen selten und wenig berichtet. Auch über die Arbeit zahlreicher ziviler Fachleute, die neben internationalen Truppen in vielen Krisenregionen tätig sind, hört die Öffentlichkeit nur selten. Aus diesem Grund hat der Unterausschuss für Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages angeregt, dass eine Wanderausstellung die zivile Friedensarbeit bekannter machen sollte.

Am 19. Juni lädt der Unterausschuss zu einer Podiumsdiskussion über die Frage ein, warum die Medien so wenig über die friedliche Beilegung von Konflikten berichten. Warum konzentrieren sich die Medien vor allem in den gewalttätigen Phasen auf  internationale Krisen? Warum ist es umgekehrt offenkundig so schwierig, auch auf friedliche Entwicklungen einzugehen und diese ebenfalls zu einem Teil der Berichterstattung zu machen? Wie lässt sich dies ändern?

Über diese Fragen diskutieren:

  • Andrea Böhm, DIE ZEIT
  • Markus Ackeret, Neue Zürcher Zeitung
  • Arne Freya Zillich, Universität Jena
  • Uli Jäger, Berghof Foundation.

Moderation: Dr. Sylke Tempel (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik). Beginn 16 Uhr im Paul-Löbe-Haus, Saal E 400.

Anschließend (Beginn 18 Uhr, PLH Halle) wird die Ausstellung „Frieden machen“ von Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn eröffnet. Franziska Brantner, die Vorsitzende des Unterausschusses für Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln, spricht ein Grußwort. Danach führt Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, in die Ausstellung ein.

Die Wanderausstellung, die die Prinzipien, Instrumente und Kontroversen der zivilen Friedensarbeit schildert, wurde durch die Bundeszentrale für politische Bildung zusammen mit dem Verein Politikmuseum e.V. realisiert. Nach der Präsentation im Paul-Löbe-Haus wird sie bundesweit in Schulen gezeigt.

 

Medienvertreter sind zur Teilnahme und Berichterstattung herzlich eingeladen. Zum Betreten der Gebäude des Deutschen Bundestages benötigen Sie eine Akkreditierung der Pressestelle (www.bundestag.de/presse/akkreditierung).

Für Besucher ist die Ausstellung vom 20. bis 30. Juni geöffnet. Anmeldungen unter Tel. 030 227-38883, per E-Mail an ausstellungen@bundestag.de oder direkt online anmelden: www.bundestag.de/parlamentarische_ausstellung.

Deutscher Bundestag
Presse und Kommunikation, PuK 1
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-37171, Fax +49 30 227-36192
www.bundestag.de, pressereferat@bundestag.de

Kindersoldaten

ARTE 27.06.17: Ashbal, die Kindersoldaten der Terrormiliz

Die Kinder, die in die Hände des IS fallen, werden vom IS “Ashbal” – “junge Löwen” genannt. Sie werden monatelang misshandelt und einer Gehirnwäsche unterzogen, um dann für die Terrororganisation in den Kampf zu ziehen. Die Filmemacher gewannen nach monatelanger Annäherung das Vertrauen von einigen dieser traumatisierten Kinder und haben sie zu ihrem heutigen Leben befragt.

Weiterlesen: ARTE

Konflikte

Hintergrund: Was spaltet Sunniten und Schiiten?

SCHRIFTENREIHE Sunniten und Schiiten
Was spaltet Sunniten und Schiiten? Die Spannungen zwischen den Glaubensrichtungen gehen bis weit in die Geschichte des Islam zurück. Aber wie viel Vergangenheit steckt wirklich in den Konflikten des Nahen Ostens der Gegenwart? Und wie kann das Misstrauen überwunden werden?

Bundeszentrale für Politische Bildung

Mädchenbeschneidung

10 Jahre Runder Tisch NRW gegen FGC

Am 1. März hat der Runde Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen in seiner 39. Sitzung ein wenig stolz zurückgeblickt auf 10 Jahre intensiver Arbeit gegen Mädchenbeschneidung. Viel Zeit dafür blieb nicht, weil ein volles Programm und ein entsprechend enges Zeitraster bald ins vorgesehene Programm zwang. Aber zu Beginn haben wir ein gemeinsames Transparent mit unseren Gedanken erstellt und uns zu einem Foto aufgestellt (das nachgereicht wird)

 

 

 

Film in Aktion

Entwicklungspolitische Filme einreichen

Aktuelle Film- und Fernsehproduktionen, die sich mit Nord-Süd-Themen, den politischen und sozialen Auswirkungen der Globalisierung, mit Arbeitsbedingungen auf dem Land und in der Stadt, mit Flucht / Migration oder interkulturellen Begegnungen auseinandersetzen, stehen im Mittelpunkt des 24. Fernsehworkshop Entwicklungspolitik, der vom 11.-14.05.2017 im Haus am Dom in Frankfurt am Main  stattfinden. Die filmische Auseinandersetzung gilt brisanten Themen des globalen Südens ebenso, wie Beobachtungen aus dem Alltag, die Beziehungen, kulturelle Ausdrucksformen oder die Lebenswirklichkeiten von Kindern und Jugendlichen spiegeln.

Wir möchten Sie einladen, Film- und Fernsehproduktionen zum Fernsehworkshop Entwicklungspolitik einzureichen und Produktionen für den 9. Eine-Welt-Filmpreis NRW vorzuschlagen. Anmeldeformular: 2017 Filmanmeldung Das Reglement ist Teil der Anmeldung. Anmeldungen bis: 15.03.2017

 

Nikotinkinder

Kindernothilfe: Interview mit Honest Mweemba, ehemaliger Kinderarbeiter

Honest Mweemba hat als Kind selbst auf einer Tabakplantage gearbeitet. In diesem Interview berichtet er über seiner Erfahrungen als Kinderarbeiter und welche Folgen die Arbeit auf den Tabakplantagen für ihn hatte.

Newsletter

Wo wählen gefährlich ist – Projekt mit jungen Experten

Die SchülerInnen der SE1 kennen uns teilweise. Anfang des Jahres hatten wir einen ganzen Reigen von Projekten mit den Jugendlichen abgeschlossen. Nach einer Aufwärm- und Kennenlernphase näherten wir uns dem Thema “Wählen”. Sofort fiel der Name Trump und alle hatten die Vorstellung, dass es für die Länder, aus denen sie kommen (Syrien, Albanien, Irak), nicht gut ist.  Einige haben ihre Heimat so jung verlassen, dass sie nichts über die Situation dort wissen. In der nächsten Woche wollen wir gemeinsam das Projekt gestalten und überlegen, welche Bestandteile es enthalten soll. Ganz sicher ist, es soll wieder eine Meinungsumfrage geben. Das haben die Jugendlichen, die schon bei Projekten mitgemacht haben, gewünscht. Und es sollen wieder PolitikerInnen und Medien dabei sein!

Kindersoldaten

Irak: IS rekrutiert in Mossul Kinder

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat setzt nach UN-Erkenntnissen in der Schlacht um Mossul wohl auch Kinder ein. Die Extremisten hätten die Einwohner in der Ortschaft Hammam al-Alil südlich von Mossul dazu gedrängt, insbesondere Jungen ab einem Alter von neun Jahren an die Kämpfer zu übergeben, sagte eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsbeauftragten. Dabei handle es sich augenscheinlich um die Rekrutierung von Kindersoldaten.

http://www.n-tv.de/politik/IS-setzt-offenbar-Kindersoldaten-ein-article19009711.html

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Rheinische-Post-IS-rekrutiert-in-Mossul-Neunjaehrige-als-Kindersoldaten-5171854

Kindersoldaten

Schauspiel: 14 Kinder spielen im Stück FEUERSCHLANGE mit

Nach Diskussionen um die Treffsicherheit des Sturmgewehrs G36 und um Waffenexporte ins Ausland hat sich das Schauspiel Stuttgart den schwäbischen Waffenhändler vorgeknöpft. Mit vorsichtigen politischen Anklängen inszenierte Regisseur Dominic Friedel das Stück „Feuerschlange“ von Philipp Löhle für die abgelegene kleine Nord-Bühne. Die Uraufführung des handlungsarmen Episodenstücks, das mehr Rezitation als Dialoge bietet, bestritten am Samstagabend 14 Kinder und 5 Schauspieler. Inspiration für Friedel und Löhle war nach eigener Darstellung das Unternehmen Heckler & Koch – in dem Stück Lecker & Loch genannt.

http://www.swp.de/goeppingen/nachrichten/suedwestumschau/schauspiel-stuttgart-thematisiert-waffenhersteller-13910092.html