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Kindersoldaten

Nepal: Ehemalige Kindersoldaten – Letzter Ausweg Gewalt

Kathmandu (APA/dpa) – Vor zehn Jahren endete in Nepal der Bürgerkrieg. Bis heute leidet eine Gruppe besonders darunter: ehemalige Kindersoldaten. Beobachter befürchten, dass die Gewalt bald wieder ausbrechen könnte.

Als er gerade einmal zwölf Jahre alt war, hatten die maoistischen Aufständischen Lenin Bista in ihren Bann gezogen. Es war auf einer Veranstaltung in der Nähe seines Heimatdorfes Chhatiwan in Südost-Nepal, erinnert er sich heute. Rund 300 Menschen hatten sich auf einem Feld versammelt, wo eine maoistische Tanzgruppe revolutionäre Musik und Tänze aufführte. „Wir hätten damals zur Schule gehen sollen“, sagt Bista heute. „Stattdessen wurden wir in einen Krieg hineingezogen.“ …

http://www.tt.com/home/12212249-91/nepals-ehemalige-kindersoldaten—letzter-ausweg-gewalt.csp

Kindersoldaten

Film: Wrong Elements

Dokumentarfilm von  JONATHAN LITTELL, Frankreich, Belgien, Deutschland, Englisch/Acholi, 2016, 133 Min.

Besprechung in Schwäbisches Tagblatt:

Bei Littell sind es die Kindersoldaten einer obskuren Geisterarmee und Söldnersekte, die (wie heute noch Boko Haram in Nigeria) in Uganda und im Südsudan ihr Unwesen trieb. Sie erscheinen als Täter und Opfer gleichermaßen, in blutjungen Jahren zum Waffendienst der Rebellenbewegung LRA (Lord‘s Resistance Army) gepresst und dabei hundert- und tausendfach zu Mördern und Marodeuren umfunktioniert.

Littell hatte schon seinen Roman in Form einer barocken Suite komponiert. Auch hier bettet er die Reise zu den afrikanischen Abgründen neuerlicher Schreckensszenarien in die musikalischen Trostbotschaften aus Bachs Johannespassion und Bibers Rosencranz-Sonaten – ein Kontrastprogramm, das bereits auf Vergebung statt Vergeltung hindeutet.

Tatsächlich sind die drei jungen Hauptpersonen in Littells beeindruckendem Filmdebüt drei Gezeichnete. Allen voran Geofrey, scheinbar ein Sonnyboy mit erfrischend spitzbübischem Lächeln, der mit seinen Kumpeln Michael und Nighty fröhlich feixt und Faxen macht, als wollten sie die verpasste Kindheit nachholen und die Kellerleichen von damals verscheuchen. Sie wurden allesamt entführt und traumatisiert, machten sich unschuldig schuldig und suchen nun nach Normalität.

Littell begleitet sie zu den Tatorten und Schauplätzen in Busch und Dschungel, spürt mit ihnen den dokumentarisch angetippten Verbrechen nach: eindringlich, aber nie aufdringlich, und weit weniger spektakulär als mit seinem Roman-Aufreger vor zehn Jahren. Doch wer Geofrey dabei zusieht, wie er sich Absolution holt bei einer verwitterten Überlebenden eines der Massaker, ahnt: absoluten Frieden dürfte es für die verwüsteten Seelen trotz allem kaum geben. Der Film endet mit einem heftigen tropischen Gewitter. Ein reinigendes wird es nicht sein

http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Zu-Moerdern-und-Marodeuren-gemacht-309122.html

http://www.wrongmen.be/film-wrongmen-17-movies-en.html

Kindersoldaten

Deutschland: Kindersoldat beim deutschen Kaiser – im KZ Sachsenhausen umgebracht

Bayume Mohamed Husen (Geburtsname Mahjub bin Adam Mohamed;  22. Februar 1904 in Daressalam, Deutsch-Ostafrika, heute Tansania; † 24. November 1944 im KZ Sachsenhausen) war ein afrikanisch-deutscher Askari (Soldat) und Schauspieler. Husen wurde im Ersten Weltkrieg in der „Schutztruppe“ Deutsch-Ostafrikas als Kindersoldat eingesetzt und kam 1929 nach Berlin, um seinen ausstehenden Sold einzufordern. Hier gründete er eine Familie und arbeitete als Kellner, Sprachlektor und Schauspieler, unter anderem an der Seite von Hans Albers. Im August 1941 wurde er von der Gestapo wegen eines Verhältnisses mit einer „Arierin“ verhaftet und im September unter dem Vorwurf der „Rassenschande“ ins KZ Sachsenhausen eingeliefert, wo er nach dreijähriger Haft starb.

Mehr Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Bayume_Mohamed_Husen

Kindersoldaten

Südsudan: 145 Kindersoldaten werden freigelassen

Rund 145 Kindersoldaten sind von bewaffneten Gruppen im Südsudan freigelassen worden. Den Kindern, die für die Anhänger des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar und andere Rebellengruppen kämpften, wurden daraufhin Waffen und Uniformen abgenommen, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) am Mittwoch mit. Nun werde nach ihren Familien gesucht. Geschätzte 16.000 Kinder wurden nach UN-Angaben seit Beginn des Bürgerkriegs Ende 2013 im Südsudan von Streitkräften und bewaffneten Gruppierungen rekrutiert.

http://www.morgenpost.de/incoming/article208503743/145-Kindersoldaten-werden-im-Suedsudan-freigelassen.html

Kindersoldaten

Irak: IS setzt zunehmend Kindersoldaten ein

Seine Angst ist fast mit den Händen zu greifen. Der 15-jährige Junge, der mit einem Sprengstoffgürtel bei einer schiitischen Moschee in der irakischen Stadt Kirkuk verhaftet worden ist, schluchzt still, während zwei Polizisten seine Arme weit auseinander halten, um ihn daran zu hindern, den Sprengstoff zu zünden.

Im August hatte die Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) den Jungen nach Kirkuk geschickt, ebenso wie einen anderen Jungen gleichen Alters. Der hatte es wenige Minuten zuvor geschafft, seinen Sprengstoff in einer anderen schiitischen Moschee zu zünden.

Der IS benutzt in jüngster Zeit verstärkt Kinder als Selbstmordattentäter. Nur Tage, nachdem der Teenager in Kirkuk verhaftet wurde, führten vier Jugendliche in der überwiegend von Schiiten bewohnten Stadt Kerbala einen Angriff durch. Im März zog ein Junge bei einem Fußballspiel im südlichen Irak den Auslöser an seiner Sprengstoffweste.

http://www.dw.com/de/kindersoldaten-beim-islamischen-staat/a-36054490

Kongress “Angekommen – und nun?”

Jugendliche erarbeiten sich in einem Kongress grundsätzliche Themen rund um das friedliche Zusammenleben in einer offenen Gesellschaft. Für Jugendliche aus Ländern, in denen eine starke Prägung durch streng religiöse Auflagen erfolgte, ist es schwer sich in unserer Gesellschaft zurechtzufinden.group-418449_1280

punkt Muss ich mich an Regeln in der Schule auch dann halten, wenn ich nicht geschlagen werde? Es ist für Jugendliche schwer zu begreifen, dass sie nicht mit dem Stock gezüchtigt werden, wenn ihnen gerade ein Wort nicht einfällt.

punkt Wie gehe ich damit um, dass mir eine Lehrerin eine Anweisung gibt? Unfassbar ist das für viele Jungen, die aus einem patriarchalen Land kommen. Spiele ich äußerlich mit und gehe innerlich in die Opposition?

punkt Wie schaffe ich es, Mädchen nicht zu verachten, die nicht im Sinne meiner Erziehung korrekt gekleidet sind und den richtigen Glauben haben? Wie kann ich einen Respekt lernen, der mir hilft, Menschen zu akzeptieren, wie sie sind – vielleicht mich sogar an ihrer Andersartigkeit zu freuen?

punkt Als Mädchen habe ich große Angst, die Regeln meiner Familie oder meiner Religion zu verletzen. Die neue Heimat gibt ganz andere Regeln vor. Wie kann ich in Deutschland leben und beides miteinander in Einklang bringen?

Aus drei Schulen sollen jeweils aus zwei SE-Klassen Jugendliche in den Kongress geschickt werden, die sich bereits mit unserer Gesellschaft auseinander gesetzt haben. Sie sollen in ihrer Umgebung die Erfahrungen weitergeben, die sie im Kongress gesammelt haben.

 

was bisher geschah

Mit dem ersten Kongress “Angekommen – wirklich?” haben wir im Mai gemeinsam mit  geflüchteten und zugewanderten Jugendlichen Fragen um das Frauenbild und das Ankommen in einer offenen Gesellschaft besprochen. Mehr

In drei Projekten mit insgesamt etwa 100 Workshops erarbeiteten wir uns die Grundlagen für unsere Zusammenarbeit mit den geflüchteten und zugewanderten Jugendlichen:

Zukunft – eine Falle?

Klima – eine Falle?

Zuwanderung – willkommen!

 

Nikotinkinder

BAT: Erst kassieren, dann abwandern

Das Unternehmen British American Tobacco will in Bayreuth 950 Arbeitsplätze streichen und nach Osteuropa verlagern. Der Aufschrei bei Politikern, Unternehmern, Kammern in der Region war groß: Hilfe für die Mitarbeiter müsse her. Staat und Stadt sollen die BAT-Mitarbeiter unterstützen. So wie sie es über Jahre mit dem Unternehmen gemacht haben.

Weiterlesen Nordbayerischer Kurier 29.7.2016

Wikipedia schreibt:
Laut Transparenzliste des bayerischen Wirtschaftsministeriums erhielt BAT von der Europäischen Union in der Förderperiode 2007 bis 2013 Subventionen in Höhe von 1,3 Millionen Euro.

Wahlen

Brexit: Junge Briten demonstrieren

Tausende Briten haben gestern Abend in mehreren Städten gegen den EU-Austritt ihres Landes demonstriert. Es waren vor allem junge Leute, die sich versammelt hatten. Sie sehen ihre Zukunft durch das Brexit-Votum gefährdet – doch nur etwa ein Drittel von ihnen hatte beim Referendum eine Stimme abgegeben.

Radiobeitrag: Junge Briten demonstrieren auf dem Trafalgar Square gegen den Brexit

Länge 03:45 Minuten
Autor Biesinger, Gabi
Hören bis 5. Januar 2017 – 08:12 Uhr
Sendung Europa heute
Audio hören Mediatheklink

Text: Deutschlandfunk

Film in Aktion

Film „Wir waren Rebellen – Krieg und Frieden im Südsudan“

Ehemaliger Kindersoldat gerät erneut in die Kriegswirren

Neue DVD bei EZEF

Am 9. Juli jährt sich die Unabhängigkeit des Südsudan zum 5. Mal. In ihrem Film „Wir waren Rebellen – Krieg und Frieden im Südsudan“ begleiten die FilmemacherInnen Katharina von Schroeder und Florian Schewe Agel Ring Machar in dieser für das Land entscheidenden Zeit. Der ehemalige Kindersoldat war kurz vor der Unabhängigkeit 2011 aus Australien zurückgekehrt, um beim Aufbau zu helfen. Als Basketball-Profi trainiert er die erste Basketballnationalmannschaft und engagiert sich im Brunnenbau und in der ländlichen Entwicklung. Nur zwei Jahre nach der Unabhängigkeit bricht 2013 der Bürgerkrieg erneut aus, so dass Agel keine andere Möglichkeit sieht, als wieder zur Waffe zu greifen.

Die erbitterten Kämpfe zwischen der Regierungsarmee unter Präsident Salva Kiir und den Rebellen des ehemaligen Vize-Präsidenten Riek Machar dauern bis Anfang 2016. Auch heute werden von beiden Kriegsparteien wieder Kinder dazu gezwungen, Soldaten zu werden, so wie es Agel am Anfang des Films beschreibt, mit den gleichen unabsehbaren Folgen.

„Wir waren Rebellen“ wurde 2015 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. In der Begründung heißt es: „Der Film zeigt ausschließlich den Südsudan.
Und doch erreichen von Schroeder und Schewe am Ende mehr, als nur ein differenziertes Bild dieses Landes zu zeichnen. Denn Hoffnungen scheitern nicht nur dort, Neuanfänge unter schwierigsten Bedingungen gibt es auch woanders. Irak oder Afghanistan zum Beispiel haben eine völlig andere Geschichte, aber wer mit Machar die ersten beiden Jahre Südsudan erlebt hat, wird auch Berichte aus anderen Ländern besser verstehen.“

„Wir waren Rebellen“ wurde von Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst in der Produktion gefördert. Die gemeinsam mit dem Goethe-Institut und Perfect Shot Films produzierte DVD steht ab sofort bei EZEF für die Bildungsarbeit zur Verfügung.

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