DDR

Junge Pioniere und FDJ

In der Deutschen Demokratischen Republik war die vormilitärische Erziehung und Ausbildung sehr wichtig: Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren waren bei den Jungen Pionieren. Die Pioniere waren ähnlich wie Pfadfinder, es gab Veranstaltungen wie zum Beispiel Zeltlager und regelmäßige Treffen. Die Organisation diente aber dazu, die Kinder nach dem Idealbild der Regierung zu erziehen und für die Freie Deutsche Jugend (FDJ) vorzubereiten.

Die FDJ war schon 1946, früher als die DDR, gegründet worden. Diese Organisation war ein paralleles Erziehungssystem zur Schule. Die Mitgliedschaft war für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 25 Jahren zwar freiwillig, aber Nichtmitglieder hatten später Probleme bei der Schul- und Berufswahl. Die FDJ, auch „Kampfreserve der SED“ (Sozialistische Einheitspartei Deutschland) genannt, war eine Massenorganisation, um die Jugend im Sinne des Staates zu erziehen.

Beide Organisationen trugen bereits zur „sozialistischen Wehrerziehung“ bei. Die Jungen Pioniere führten z. B. regelmäßige „Pioniermanöver“ durch, und die FDJ richtete u. a. seit 1967/68 die so genannten „Hans-Beimler-Wettkämpfe“ aus, in denen der vormilitärische Leistungsstand nahezu aller 14 – 16-jährigen Jungen und Mädchen getestet wurde.

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Schule und Kindergärten

Die Wehrerziehung fand in Form von Truppenbesuchen von Kindergärten oder Präsenz der Nationalen Volksarmee (NVA) auf Pressefesten und ähnlichen Veranstaltungen statt. In unteren Klassenstufen, Pionierlagern und Ferienlagern wurden Geländespiele und Pioniermanöver durchgeführt. Grundformen militärischer Ordnungsformen wurden im Sportunterricht vermittelt.

Seit dem Schuljahr 1978/79 war der Wehrunterricht in der 9. und 10. Klasse Pflichtfach. Teil des Faches war am Ende des 9. Schuljahres ein zweiwöchiges Lager. Jungen wurden meist ins Wehrlager geschickt, während Mädchen an der Schule in Zivilverteidigung (ZV) ausgebildet wurden. Die Einführung des obligatorischen Faches wurde von der NVA und der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) unterstützt. In der gymnasialen Oberstufe der Erweiterten Oberschule wurde die vormilitärische Ausbildung kontinuierlich fortgesetzt. Nach der 11. Klasse beziehungsweise auch nach dem 1. Lehrjahr gab es wieder ein GST- oder ZV-Lager. Teilweise wurden Schulabgänger auch in der Lehre, beim Studium und im FDGB in wehrerzieherische Programme integriert. Ablehnung konnte zu Karriereproblemen führen. Allerdings muss man auch beachten, dass es viele Formen des stillen Protestes gegen wehrerzieherische Maßnahmen gab.

 

Gesellschaft für Sport und Technik (GST)

Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) war eine vormilitärische Massenorganisation der DDR und bildete einen Dachverband für technische Sportarten wie Sportschießen, Motorsport, Marine- und Seesport, Tauchsport, Segelfliegen, Funksport. Die GST war neben der Nationalen Volksarmee zuständig für die gesetzlich vorgeschriebene vormilitärische Ausbildung, die an Schulen, Universitäten und in den Betrieben durchgeführt wurde, wodurch die GST auch zur Militarisierung der Gesellschaft der DDR, zur Disziplinierung der Jugend und der Förderung der Wehrbereitschaft der Bevölkerung beitrug

 

 

Weiterlesen:

Wikipedia: Wehrerziehung

Indimedia.org – Militärische Erziehung in der DDR

jugendopposition.de – von wegen Frieden

www.zeit.de – Ein Gewehr in KInderhänden

Wikipedia: Gesellschaft für Sport und Technik