Entstehung der Zeitschrift ID ASYL

 

1982 startete Günter Haverkamp in Neuss den Arbeitskreis Asyl als regionale Flüchtlingsgruppe. In den folgenden Jahren arbeitete er auch bundesweit aktiv in diesem Bereich und stellte schnell fest, dass es an einer gemeinsamen Informationsquelle fehlt.

Er begann Zeitungsartikel zu sammeln und hatte bald eine große Anzahl von Unterstützer*innen, die ihm aus ganz Deutschland und allen möglichen Publikationen, Informationen zuleiteten. Dann kamen Universitäten hinzu, in denen sich Newsgroups gebildet hatten und begannen, selbst Artikel zu verfassen und einzusenden. So entstand die Zeitschrift ID ASYL (ID für Informationsdienst).

 

 

Der Anfang: Handgestrickt und mühevoll

Die ersten Ausgaben waren aus heutiger Sicht eher eine Zumutung. Aber sie erfüllten ihren Zweck. Bundesweit sammelten Akteure in der Asylbewegung Informationen und schickten sie uns zu. Wir bündelten, kopierten und veröffentlichten.

 

Stärkung der Asylbewegung

Mit der Zeitschrift wuchs auch die Vernetzung. Von vornherein war die journalistische und die praktische Arbeit untrennbar miteinander verbunden. Die Artikel wurden auch zum größten Teil von denen verfasst, die die Realität tagtäglich erlebten.

Das gab der Zeitschrift ihr enormes Bildungspotential und machte sie auch politisch zu einem wichtigen Instrument der Lobbyarbeit für Flüchtlinge. Die Recherchen führten zu Veränderungen in der Asylbewegung und in der Politik. Wir wurden in den Medien zitiert.

 

Wissenschaftliche Arbeit

Sehr früh merkte das Redaktionsteam, dass hier für den Asylbereich insgesamt auch wissenschaftliche Arbeit geleistet wurde. Viele der Mitarbeiter*innen kamen auch aus Universitäten und Instituten, die ein entsprechendes Interesse mitbrachten. So wurde ein Verein gegründet, der Stellen ausschreiben und Gelder akquirieren konnte.

Es entstanden mehrere Publikationen und viele Artikel in der Zeitschrift, die die Diskussionen und die Lobbyarbeit deutlich beeinflussten und einen Schub in der Arbeit für Flüchtlinge brachten.

 

 

Immer nah dran

Da bei uns Flüchtlinge mitarbeiteten, die ihre Lebenssituation in die Redaktionsräume mitbrachten, waren wir immer nah an ihrer tatsächlichen Situation. Häufig schrieben Flüchtlinge Artikel oder beteiligten sich daran. Sie druckten in unserer hauseigenen Druckerei mit und das Zusammenlegen und Heften der ferigen Ausgaben war immer ein fröhliches, gemeinsames Fest.

 

 

 

Im Fokus: Die Situation der Roma

Seit uns 1988 Roma in der Redaktion besuchten, wurde ihre Situation von uns besonders beachtet. Das führte dazu, dass wir mit Ministerpräsident Clemens nach Mazedonien flogen und in den Bettelmarsch der Roma und schließlich das Romalager am Rhein logistisch intensiv beteiligt waren.