Kampagne FAIRNESS FÜR KINDER

Weltweit müssen etwa 250 Millionen Kinder arbeiten. Sie tun das nicht freiwillig! Oft verdienen ihre Eltern zu wenig und sie müssen helfen, ihre Familie zu ernähren. Das bedeutet, dass sie nicht zur Schule gehen können und keine berufliche Zukunft haben.

Mit dem Thema Kinderarbeit konnten wir 2004 erfolgreich den Fairen Handel verbinden. Kinder sind in besonderem Maße vom finanziellen Wohlergehen der Erwachsenen abhängig. Wo diese zuwenig verdienen, sind Kinder gezwungen, ihre Eltern zu unterstützen. Im Fairen Handel ist dies nicht nötig. Die Eltern verdienen genug, dass die Kinder auch zur Schule gehen können.

Diese Überlegung machten wir zur Grundlage unserer Aktion. Ziel ist, den Jugendlichen bewusst zu machen, dass sie etwas für die Situation der Menschen im Süden tun können: Wenn Eltern fair entlohnt werden, schicken sie ihre Kinder nicht zur Arbeit. Kinder und Jugendliche erhielten die Aufgabe, von den Erwachsenen ein Versprechen zu holen: Im Monat mindestens zwei Produkte aus dem Fairen Handel zu kaufen. Die Aktion Fairness für Kinder!  machte Jugendliche zu Botschaftern für ein Projekt gegen Kinderarbeit – sie fordern von Erwachsenen Faires Handeln ein.

Um die SchülerInnen anzusprechen bekannt zu machen, druckten wir einen Flyer, der auf der Vorderseite Plakatcharakter hatte und mit den Logos von der Grafikerin Eva Zimmermann gestaltet wurde. Auf der Rückseite erklärten wir die Hintergründe von Kinderarbeit und die Vorteile des Fairen Handels.

Wir machten im Flyer deutlich, dass die Partnerorganisationen Projekte zu Kinderarbeit unterstützen und erklärten die Aktion: Jugendliche sollten sich IHR Projekt aussuchen und dadurch zum Botschafter für DIESES Projekt werden. Sie sollten den Erwachsenen den Zusammenhang zwischen Kinderarbeit und Fairem Handel erklären: Kinder müssen nicht arbeiten, wenn ihre Eltern genug verdienen! Überzeugte Erwachsene sollten unterschreiben, dass sie in Zukunft monatlich zwei Produkte aus dem Fairen Handel kaufen.

Nach der Aktion konnten sich die Organisationen bei „ihren“ Botschaftern bedanken und ihnen Wege der Mitarbeit zeigen. Ehrenamtliches Engagement wurde gefördert.

Im Flyer schlugen wir weiterhin eine Suchaktion vor: Die Jugendlichen sollten in ihrer Umgebung suchen, wo fair gehandelter Kakao, Kaffee oder Honig verkauft wird. Die Liste der Supermärkte oder Weltläden sollten sie den Erwachsenen geben.

Wir sprachen alle Organisationen an, die zum Thema Kinderarbeit Projekte in den Ländern des Südens haben. Das Echo war groß – die Kampagne Fairness für Kinder unterstützten UNICEF, terre des hommes, Kindernothilfe, MISEREOR, Plan, Andheri-Hilfe, Welthungerhilfe und Solwodi.

Auch die Reaktion bei den Fairhandels-Organisationen war positiv. Sowohl gepa, Transfair und El Puente als auch dritte welt partner beteiligten sich an der Aktion. Unterstützt wurde die Aktion durch die LandesschülerInnenvertretung NRW.

Die Verteilung des Flyers erfolgte über die Partnerorganisationen, die mit ihren Logos auf der Vorderseite abgebildet waren. Sie verschickten die Flyer an ihre Gruppen und Partnerschulen. Dadurch wurde ein großer Kreis angesprochen. Wie von den Organisationen rückgemeldet wurde, ist die Aktion erfolgreich gelaufen.

Schirmfrau der Kampagne war Bärbel Höhn, Ministerin für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.