Wie viele Kindersoldaten gibt es?

Schätzungsweise 250.000 Kindersoldaten weltweit. Die Dunkelziffer ist hoch. Durch die vielen aktuellen Konflikte sind es sicherlich mehr geworden. Als ein Indikator darf gewertet werden, dass sich die Zunahme und Verschärfung der Konflikte weltweit in den gestiegenen Flüchtlingszahlen widerspiegelt, die von Ende 2010 mit 43 Millionen auf Juli 2014 mit 56 Millionen stiegen. Sie haben ihre Ursache in Konflikten, in denen meist Kindersoldaten beteiligt sind.

Wer ist Kindersoldat?
Alle Kinder unter 18 Jahren, die zu Armeen oder Rebellen- und Terrorgruppen zählen. Dabei ist es egal, ob sie aktuell in einem bewaffneten Konflikt kämpfen oder nicht. Auch beispielsweise die Köche oder Boten sind Kindersoldaten, weil sie genauso gefährdet sind und dem Kriegsziel dienen.

Wo gibt es Kindersoldaten?
Kindersoldaten gibt es in Afrika: Mali, Libyen, Zentralafrikanische Republik, Sudan, Südsudan, Kongo, Somalia, Asien: Jemen, Syrien, Irak, Afghanistan, Pakistan, Indien, Myanmar (Burma), Thailand, Philippinen, Lateinamerika: Kolumbien.

Für wen kämpfen die Kinder?
Sie werden eingesetzt durch machthungrige Rebellen, Terroristen oder Diktatoren. Aktuell: die Terrorgruppe Islamischer Staat in Syrien und im Irak.

Warum werden Kinder zu Soldaten?
Es gibt Länder, in denen ist es erlaubt, unter 18 Soldat zu werden. In anderen Ländern werden Kinder gezwungen Soldat zu sein. Einige melden sich auch “freiwillig”, weil sie Versprechungen, an eine Ideologie oder religiösen Zielen glauben.

Kleine Soldaten – kleine Waffen
Kleinwaffen sind billig und können auch von Kindern leicht bedient werden. Sie werden in Massen illegal gehandelt und vor allem in Bürgerkriegen verwendet. Auch in Deutschland werden solche Waffen hergestellt. Die Kontrollen müssen verschärft werden, damit die Waffen nicht in falsche Hände kommen.

Mädchen im Krieg – Ehefrauen von Rebellen
Mädchen sind besonders gefährdet: Sie müssen oft genauso kämpfen wie Jungen, werden aber zusätzlich als so genannte Soldaten-Ehefrauen missbraucht, stecken sich leicht mit Aids und anderen Krankheiten an und werden häufig mit ihren Kindern im Stich gelassen.

Kindersoldat sein – ein hohes Risiko!
Für Kindersoldaten endet die Kindheit abrupt und brutal. Wenn sie überleben, tragen sie schwerste körperliche und psychische Verletzungen davon, die sie meist ihr Leben lang verfolgen. Sie haben keine Schule besucht und nichts anderes gelernt als zu töten. Konflikte können sie nicht friedlich lösen.

Und nach der Armee?
Ehemalige Kindersoldaten haben es entsprechend schwer, wieder ins normale Leben zurückzufinden. Als Flüchtlinge in Deutschland brauchen sie Zuwendung, eine Schulbildung und therapeutische Unterstützung. In ihren Herkunftsländern können zusätzlich Traditionen, Versöhnungsarbeit und die Heimkehr zur Familie dabei helfen. Wenn Jugendliche aus den Kämpfen in Syrien oder im Irak zurückkommen, sind sie so stark geprägt, dass sie gefährlich für ihre Umgebung werden könnten.

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