Aktion Nikotinkinder – Gemeinschaftshauptschule Kerpen-Horrem

Klasse 10, Gemeinschaftshauptschule Kerpen-Horrem

2.11.2013 – FRIEDENSBAND war heute zum ersten Mal an der Hauptschule in Kerpen, um mit der 10. Klasse über Kinderarbeit zu sprechen. An einer MindMap sammelten die SchülerInnen zuerst einmal alles, was sie bereits über ausbeuterische Kinderarbeit wussten: wo gibt es Kinderarbeit? Was ist Kinderarbeit? Was für Arbeiten müssen Kinder erledigen? Was sind die Ursachen? Die SchülerInnen kannten schon einige Produkte, an deren Herstellung oft Kinder beteiligt sind; z.B. helfen Kinder beim Kaffee- und Kakaoanbau, in der Textilindustrie, im Bergbau und beim Schleifen von Diamanten.

Als wir ihnen dann eine Übersicht über Alltagsprodukte vorlegten, in denen teilweise Kinderarbeit steckt, waren sie dennoch über den Umfang verblüfft. Zum Schluss schauten wir mit den SchülerInnen den Film der Schweizer Sendung Kassensturz, die uns die DVD zur Verfügung stellten und das Projekt unterstützen. Der Bericht “Kinderarbeit beim Tabak: Leiden für Raucher” gibt einen ersten Einblick in die Missstände speziell auf Tabakplantagen gab.

Streitgespräch

9.12.2013 – In der Hauptschule wurde es beim 3. Workshop ausgesprochen laut. Die Jugendlichen hatten sich in drei Gruppen geteilt: Die wütenden Kinderarbeiter, die besitzwahrenden Tabakindustriemanager und in der Mitte die Hilfsorganisationen. Es dauerte, bis die Kinderarbeiter ihre Rolle einnehmen konnten. Doch ihnen fiel es noch leichter als den Managern. Die wollten sofort von ihrem Geld Schulen spenden und dachten gar nicht daran, sich gegen die Kinderarbeiter zu verbünden.

Das Rollenspiel brachte die Klasse dazu, ernsthaft nach Ursachen zu fragen. Warum ändert sich nichts? Weil die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Organisationen alle rauchen, war eine Idee. Eine andere, weil alle daran verdienen. Das führte dann wirklich zur inhaltlichen Arbeit. Die Tabaksteuer in Deutschland wurde zum Thema und die Steuereinnahmen in den Herstellungsländern.

Vorbereitung für den Aktionstag

11.12.2013 – Im vierten Workshop begann die Aktionsvorbereitung. Hierfür fanden die Schüler sich in mehreren Gruppen zusammen und erstellten Material für einen Informationsstand an der Schule. Bei dem Informationsstand werden die Schüler ihre bisher gesammelten Informationen über Kinderarbeit im Tabakanbau präsentieren und so ihre Mitschüler auf die Missstände aufmerksam machen.

Eine Gruppe arbeitet an einem Infoflyer über Kinderarbeit, während eine andere Forderungen an die Tabakindustrie und die Politik formuliert. Drei weitere Gruppen basteln unterdessen an Collagen zur Situation der Bauern/Kinderarbeiter, Tabakfirmen und Konsumenten. Die Gruppen nahmen sogleich begeistert die Arbeit an der Aktion auf, wobei es den Einen leichter fiel, ihre Gefühle, Assoziationen und Meinungen zu Papier zu bringen, während die anderen sich noch schwer taten, ein Konzept zu entwickeln.

Infostand weiter entwickeln

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16.12.2013 – Heute wurden die letzten Vorbereitungen für die bevorstehende Aktion am Mittwoch durchgeführt, bei der die Jugendlichen ihre MitschülerInnen über Kinderarbeit auf Tabakplantagen informieren wollen. Eine Gruppe hatte ihr Plakat über die Situatuion der Kinderarbeiter im Tabakanbau bereits fertig gestellt und sich sogar darüber hinaus noch mit anderen ausbeuterischen Formen von Kinderarbeit beschäftigt, die sie als höchst ungerecht empfand; so zum Beispiel Kinderarbeit in der Textilindustrie und der Einsatz von Kindersoldaten.

Hierfür verwendeten die Schüler auch das Protest-Symbol der Aktion Rote Hand auf ihrem Plakat. Während diese Gruppe sich überlegte, wie sie ihre Arbeit präsentieren könnte, gaben die anderen Gruppen ihren Collagen und Flyern den letzten Schliff: Fotos wurden aufgeklebt, Stichpunkte ergänzt, Schaubilder vervollständigt und währenddessen natürlich viel diskutiert. So erörterte eine Gruppe, wie viele Cadillacs und Ferraris sie sich mit dem Geld kaufen könnten, das ein Finanzleiter in der Tabakindustrie verdient: “Verdammt viele Autos!”

Die 10. Klasse ist also bestens vorbereitet für ihren Informationsstand am Mittwoch und wir sind gespannt, wie die Mitschüler auf ihre Aktion reagieren werden.

 

Die Ausstellung kam an

80n-hauptschule-kerpen-131218-plakate18.12.2013 – Die Klasse hat heute zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Weinbrenner eine Ausstellung über Kinderarbeit auf Tabakplantagen gezeigt. Die Schüler stellten ihre selbst gestalteten Plakate, Collagen und Flyer in der Pause auf dem Schulhof aus. 80n-hauptschule-kerpen-131218-unterschriftenDie Schüler präsentierten den vielen, interessierten Mitschülern, Lehrern und dem Direktor ihre informative Ausstellung und erklärten ihnen die Hintergründe zu dem Projekt. Dabei überzeugten sie auch viele SchülerInnen, die Petition der Peacemakers gegen die Ausbeutung von Kindern durch die Tabakindustrie zu unterstützen. Fleißig sammelte die Klasse Unterschriften auf dem Schulhof, direkt neben der “Raucher-Ecke”.

Und selbst einige RaucherInnen, die erst kopfschüttelnd abwinkten, sie würden doch keine Petition gegen das Rauchen unterschreiben, nahmen dann doch den Stift in die Hand. Ihre Mitschüler machten ihnen bewusst, dass sie ihnen nicht das Qualmen verbieten wollen, sondern sich vor allem gegen Kinderarbeit beim Tabakanbau einsetzen wollen.