USA: Kritik an Kinderarbeit auf Tabakplantagen

In den USA arbeiten zahlreiche Kinder außerhalb ihrer Schulzeit legal auf Tabakplantagen. Dabei kommen die jungen Menschen mit Nikotin und Pestiziden in Kontakt, kritisierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am Mittwoch. Die für den Bericht befragten Kinder klagten über Erbrechen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel während der Arbeit – Symptome einer akuten Nikotinvergiftung.

Arbeit auf Plantagen ungesund.

Ein 12-jähriger Bub in North Carolina schilderte seine Kopfschmerzen bei der Arbeit mit den Worten: “Es war schrecklich. Als wäre etwas in meinem Kopf, das versucht, ihn aufzufressen.” Eine akute Nikotinvergiftung – auch als “Grüntabakkrankheit” bezeichnet – tritt auf, wenn Arbeiter beim Umgang mit Tabakpflanzen Nikotin durch die Haut aufnehmen, insbesondere wenn die Pflanzen nass sind.

Viele der befragten Kinder Kindern im Alter von sieben bis 17 Jahren berichteten Human Rights Watch, sie hätten lange Arbeitszeiten mit unbezahlten Überstunden, häufig bei extremer Hitze, ohne Schatten oder ausreichende Pausen. Mehrere Minderjährige haben sich bereits bei der Arbeit mit scharfem Werkzeug und schwerem Gerät verletzt. Einige der befragten Kinder gaben zudem an, in nahegelegenen Feldern seien Pestizide versprüht worden. Deren Dunst sei über sie hinweggezogen und habe zu Erbrechen, Schwindel, Atembeschwerden und brennenden Augen geführt.

Human Rights Watch forderte die Tabakfirmen auf, Richtlinien zu verabschieden beziehungsweise anzupassen, um gefährliche Kinderarbeit in ihrer Lieferkette zu verhindern. Aber auch von der Regierung in Washington wurden Maßnahmen gefordert. Bereits Zwölfjährige dürften mit Erlaubnis der Eltern ohne Einschränkung der Arbeitszeiten auf Landwirtschaftsbetrieben beschäftigt werden, so die Kritik der Menschenrechtsorganisation. Mehr Salzburger Nachrichten